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Quadratur des Kreises

Laut Christian Heger, HSBC, befinden wir uns in einer endlosen Abwärtsspirale. Wird sich jemand mit einer richtig tiefen Tasche finden, der die Eurozone aus ihrem Schuldensumpf rettet? Rasche Reformen und Wirtschaftswachstum könnten die Lösung sein. Funds | 13.12.2011 04:45 Uhr

Bei der derzeitigen Problematik vergessen wir oft, dass der Auslöser der Krise der Immobilienmarkt in den USA war, meint Christian Heger, Mitglied der Geschäftsführung und Chief Investment Officer HSBC Global Asset Management (Deutschland) GmbH. Am Beispiel USA und Japan zeigt er auf, dass sich die Spekulationsblasen sehr ähnlich sind.

Immobilienblasen enden immer in einer finalen Aufwärtsbewegung, die allerdings danach in einem Absturz, der mindestens 30-40 Prozent umfasst, endet, fasst der Experte zusammen. Das Schicksalhafte an der Blase in der USA war, dass es dort den größten privaten Immobilienmarkt getroffen hat. Was führt dazu? „Zu hohe Schulden für zu wenig Wert“, erklärt Heger, „dies belastet die Bankbilanzen genauso wie die privaten Bilanzen.“

Es geht nur langsam wieder aufwärts

Laut Heger liegt das Schlimmste bereits hinter uns - wir müssen aber damit rechnen, dass es nur sehr langsam wieder aufwärts gehen wird. Das Entscheidende heute ist, dass in Zeiten in denen mehr Schulden als Vermögen existieren sogar die Amerikaner zu sparen beginnen.

In den letzten 60 Jahren haben die Amerikaner nicht zusätzlich gespart, sondern eher noch Schulden gemacht. Nun bricht die Zeit an, in der begonnen wird die Schulden zu tilgen. „In 11 Millionen Haushalten ist das Haus weniger wert als die Schulden die darauf lasten. In dieser Situation werden keine Kredite mehr in Anspruch genommen, die Unternehmen halten sich zurück und schließlich tritt der Staat an einer Stelle“, führt der HSBC Experte aus.

Werden die Schulden jemals zurückbezahlt?

Das Problem in der Eurozone ist nicht nur die Verschuldung an sich, sondern die Unsicherheit ob die Schulden jemals zurückbezahlt werden können. „Im Wesentlichen hängt dies davon ab wie die Wirtschaft arbeitet und wie wettbewerbsfähig eine Wirtschaft ist. Seit der Euro-Einführung sind etwa die Lohnstückkosten stark angestiegen. Damit ging die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber z.Bsp. den osteuropäischen Ländern verloren. Fehlendes Wachstum bedeutet immer, dass Schulden und Zinsen nicht mehr beglichen werden können. Daher ist es immanent, dass jeder Sanierungsplan an diesem Problem des fehlenden Wachstums ansetzt, damit die Verschuldung eingegrenzt werden kann“, so Christian Heger.

Verheerende Leistungsbilanzen einiger Länder

Betrachtet man die Leistungsbilanz so zeigt sich, dass viele Länder ein Defizit aufweisen. D.h. sie importieren mehr als sie exportieren - in den meisten Fällen betrifft dies Konsumgüter.

„Es zeigt sich hier ein enormes Ungleichgewicht. Gerade einmal Deutschland, die Niederlande und Österreich sind positiv. Die Divergenzen sind mittlerweile so groß, dass unbedingt eingeschritten werden muss. Der eigentliche Punkt ist, dass wir Strukturreformen benötigen um die Eurozone wieder zu stärken“, erklärt Heger.

Der große Schuldenberg

Wie viele Schulden sind überhaupt bezahlbar? „Kommt darauf an wie sehr ein Land wächst und wie hoch das allgemeine Niveau ist“, bringt es Heger auf den Punkt. Laut Untersuchungen wird es ab einem Verschuldungs-BIP von 90 Prozent kritisch und nahezu unmöglich zurück zu bezahlen. Diese Grenze wird in beinahe jedem Land erreicht, außer den Emerging Markets. Laut Heger ist auch der Fall Griechenland ganz klar: „Griechenland ist pleite. Es wird seine Schulden niemals zurückzahlen können und auch der aktuell vereinbarte Erlass ist zu gering. Das Land hat kein Geschäftsmodell, nichts zu exportieren und steht im Korruptionsindex ganz weit oben, sogar schlechter als viele lateinamerikanische Länder. Entweder man entscheidet sich für einen permanenten Transfer oder für einen Rauswurf aus dem Euro. Beide Varianten sind in jedem Fall sehr schmerzhaft“, erläutert Heger.

Wie sollen Banken in diesem Umfeld Kapital beschaffen?

Die Banken haben ein großes Problem wenn Schulden abgeschrieben werden müssen. Eine Eigenkapitalerhöhung ist praktisch unmöglich. Laut Heger befinden sich die Banken in einer „Quadratur des Kreises“: „Man muss die Banken stützen, dies können allerdings nur die Staaten selbst. Durch die Stütze der Staaten, erhöhen sich aber wiederum die Schulden und wir haben noch mehr Zinsen zu bezahlen.“

Rezession unabwendbar

Ein Problem sieht Heger darin, dass die Eurozone immer einen Tick zu spät reagiert. Die größte Gefahr sieht er in einem unkontrollierten Auseinanderbrechen der Eurozone, wenn nicht schleunigst Maßnahmen gesetzt werden. Seiner Meinung nach befinden wir uns derzeit in einer Phase die Richtung Rezession läuft. Damit hätten wir eine längere Phase der Wachstumsschwäche noch vor uns. Auch die Zinsen werden im Euroland für lange Zeit tief bleiben.

Emerging Markets drängen ins Licht

Der Anteil der Emerging Markets an der Weltwirtschaft ist deutlich gestiegen in den letzten zehn Jahren. „Eigentlich müssten wir sie bereits neue Industrieländer nennen“, meint Heger. Die Exporte wären bereits höher als in den eigentlichen Industrieländern, womit die Emerging Markets an Bedeutung gewinnen. Vergleicht man das BIP pro Einwohner zeigt sich, dass China aktuell auf einem Stand ist, auf dem die USA vor 40 Jahren war. Die Wachstumszahlen zeigen, dass 50 Jahre in den USA nur 10 Jahre in China sind. 30 Jahre in Indien sind wiederum nur 10 Jahre in den USA. „Wir haben eine zwei-geteilte Welt“, gibt der HSBC abschließend zu denken.

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