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Jens Schmitt: Vorsicht, die Zinsen steigen

Die Aktienmärkte liegen am Boden und laden nicht gerade zu Neuengagements. Wegen der großen Nachfrage werfen inzwischen auch Anleihen nur noch geringe Renditen ab. Jens Schmitt, Leiter des Portfoliomanagements von J.P. Morgan Fleming, verrät gegenüber e-fundresearch, wo es lohnt, jetzt zu investieren, und wann die US-Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Managers |

"Ich erwarte in diesem Jahr, dass die Zinsen leicht steigen werden"

e-fundresearch: Herr Schmitt, Aktien sehen günstig aus und das Zinsniveau ist niedrig. Lohnt es noch, in Renten zu investieren? Schmitt: Ich denke nicht. Denn ich erwarte schon in diesem Jahr, dass die Zinsen leicht steigen werden.

"Der Markt schaut nur auf das Negative"

e-fundresearch: Welchen Grund gibt es dafür?

Schmitt: Das lässt sich fundamental durch die makroökonomischen Daten der letzten Monate untermauern. Die Daten in den USA sind von Monat zu Monat immer besser geworden. Zudem sind die Ausrüstungsinvestitionen nach sieben Quartalen Flaute im vierten Quartal erstmals wieder gestiegen. Und das um immerhin 1,5 Prozent. Der Markt will das jedoch einfach nicht zur Kenntnis nehmen und schaut nur auf das Negative.

"Wir erwarten, dass die Investitionen um drei bis vier Prozent steigen"

e-fundresearch: Ist diese positive Entwicklung in den USA dauerhaft?

Schmitt: Wir erwarten für dieses Jahr, dass die Investitionen um drei bis vier Prozent steigen werden und auch der private Konsum um zwei bis drei Prozent anzieht.

"Der Konsum wird von US-Präsident Bush angekurbelt"

e-fundresearch: Wieso sollte der Konsum noch zunehmen? Er hat doch hauptsächlich von der Refinanzierung der Immobilien profitiert?

Schmitt: Sicherlich. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Auf der einen Seite ging ein Teil davon in den Konsum oder es wurden größere Häuser gekauft. Andererseits wird der Konsum vom 600-Milliarden-Dollar-Steuersenkungspaket von US-Präsident Bush angekurbelt werden.

"Die Amerikaner blicken einfach positiver in die Zukunft"

e-fundresearch: Warum sollten die Amerikaner das Geld ausgeben und nicht sparen?

Schmitt: Der "Amerikaner" hat eine ganz andere Mentalität als etwa der "Deutsche". Er blickt einfach positiver in die Zukunft. Daher erwarte ich, dass mindestens die Hälfte der geplanten Steuererleichterungen von 60 Milliarden Dollar im Jahr in den Konsum fließen. Das ist auch für unsere Wirtschaft wichtig, denn in Deutschland redet man nur von Steuererhöhungen. Daher ist unsere stark Export-abhängige Wirtschaft auf eine gesunde US-Konjunktur angewiesen.

"Deflationäre Tendenzen sehe ich einfach nicht"

e-fundresearch: Rechtfertigt das allein schon steigende Zinsen?

Schmitt: Zum Teil. Auch die 140 000 neu geschaffenen Stellen sprechen für ein Wachstum der US-Wirtschaft. Deflationäre Tendenzen sehe ich einfach nicht. Auch Alan Greenspans jüngste Rede könnte man so interpretieren, dass bei einer schnellen Irak-Lösung im vierten Quartal eine Zinserhöhung anstehen könnte.

"Ich erwarte einen moderaten Zinsanstieg auf etwa 4,5 Prozent"

e-fundresearch: Wie stark dürften dann die Zinsen steigen?

Schmitt: Ich erwarte einen moderaten Zinsanstieg sowohl in den USA als auch in Europa von derzeit knapp vier auf etwa 4,5 Prozent bei zehnjährigen Anleihen. Darunter werden die Anleihenkurse entsprechend leiden.

"Auf dem aktuellen Niveau ist der Aktienmarkt attraktiv bewertet"

e-fundresearch: Und wo statt dessen anlegen?

Schmitt: Wichtig ist zunächst, das Depot richtig zu strukturieren. Dabei heißt es nicht, Aktien oder Renten, sondern Aktien und Renten gehören zusammen. Wenn man davon ausgeht, dass Staatsanleihen dieses Jahr unter dem Strich nichts abwerfen werden, sind Corporate Bonds eine Alternative. Zudem ist auf dem aktuellen Niveau natürlich der Aktienmarkt attraktiv bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt derzeit bei vielen Werten unter 10 und die Dividendenrendite teilweise höher als die Rendite am Rentenmarkt.

"Auf die Entwicklungen der Indizes zu setzen, ist überholt"

e-fundresearch: Bedeutet das, alle Aktien sind günstig und man braucht nur den Index zu kaufen? Oder ist Stockpicking nötig?

Schmitt: Auf die Entwicklungen der Indizes zu setzen, ist überholt. Die Entwicklung als Einbahnstraße nach oben – wie in den 90er-Jahren ist vorbei. Wenn man sich nur einmal die Entwicklung der Dax-Werte im vergangenen Jahr anschaut, sieht man, wie wichtig die richtige Auswahl ist. Die beste Aktie lag etwa drei Prozent im Minus und die schlechteste verlor neunzig Prozent. Nur Unternehmen mit gutem Management, effizienter Firmenstrategie, Gewinnwachstum und Produktivität sollte man auswählen. Und nicht, weil sie einem Index angehören. Die großen und zugleich innovativen Unternehmen haben die besten Chancen. Und ich gehe davon aus, dass das auch in Zukunft so bleibt.

"Gutes Stock-picking gerät immer mehr zum Unterscheidungsmerkmal"

e-fundresearch: Haben indexnahe Fonds also ausgedient?

Schmitt: Ich denke schon. Gutes Stock-picking gerät bei den Fonds immer mehr zum Unterscheidungsmerkmal. Die Qualität der Fonds wird in den Vordergrund rücken. Auch die Produktwahrheit und -klarheit wird wichtiger werden. Dadurch wird der Beratungsanspruch des Kunden steigen und auch die Beraterqualität muss besser werden.

"Wenn das Irak-Problem vom Tisch ist, erwarte ich den Dax bei 3200 Punkten"

e-fundresearch: Was kann ein Anleger in diesem Jahr an Performance erwarten?

Schmitt: Wenn das Irak-Problem vom Tisch ist und Schocks vom Schlage Enron oder Worldcom ausbleiben, erwarte ich den Dax bei 3200 Punkten. Das sind etwa 20 Prozent Plus. Allerdings kann ein guter Stockpicker mehr erzielen.

"Eine Allianz oder eine Münchener Rück haben deutlich mehr Potenzial als der Dax"

e-fundresearch: Nämlich?

Schmitt: Eine Allianz oder eine Münchener Rück haben deutlich mehr Potenzial als der Dax. Und auch im Mid-Cap-Bereich dürften bei Übernahmen teilweise deutliche Prämien bezahlt werden.


Zur Person: Jens Schmitt ist seit März 2002 Sprecher der Geschäftsführung von J.P. Morgan Fleming. Seit März 2000 ist er zudem Head of Investment und Leiter des Portfoliomanagements in Frankfurt. Zuvor war Schmitt bei Merck Finck im Portfoliomanagment als später auch als Leiter des Fondsmanagements von Merck Finck tätig.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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