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Zerfall des Euro wäre eine Kaufgelegenheit

Nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland sind die Märkte wieder nervöser geworden. Richard Woolnough, Manager des M&G Optimal Income Fund, hält neue Sorgen zur Eurokrise für berechtigt. M&G Investments | 15.05.2012 10:47 Uhr
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RICHARD WOOLNOUGH, M&G: “DER ZERFALL DES EURO WÄRE EINE KAUFGELEGENNHEIT  FÜR ANLEIHE-ANLEGER”

Nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland sind die Märkte wieder nervöser geworden. Richard Woolnough, Manager des M&G Optimal Income Fund, hält neue Sorgen zur Eurokrise für berechtigt. Die Krisenbekämpfung der letzten Monate habe die Investoren zwar kurzfristig beruhigt, doch inzwischen mehrten sich die Zeichen, dass diese Wirkung bereits nachlässt: „Der Zusammenbruch des Euro ist auf Dauer die einzige Lösung“, ist der Anleihespezialist überzeugt. Nur so könnten die Länder der Euro-Peripherie wirksame Maßnahmen ergreifen, um ihre strukturellen Probleme zu lösen – ansonsten bleibe nur eine Transferunion, in der die stärkeren Länder die schwächeren subventionieren.

Für Investoren sieht Woolnough in einem Zusammenbruch der Einheitswährung jedoch neue Chancen: „Der Zerfall des Euro könnte für Anleiheinvestoren sogar attraktiv sein, da sich dadurch neue Kaufgelegenheiten ergeben würden – genau wie nach dem Zusammenbruch  des Europäischen Währungssystems 1992.“ Ein Euro-Kollaps würde zwar die Preise von Vermögenswerten nach unten ziehen, doch die Weltwirtschaft würde dadurch nicht abrutschen, erwartet Woolnough: „Auch wenn manche Unternehmen – insbesondere europäische Banken – einen sehr schmerzhaften Anpassungsprozess erleben würden, dürften sich andere Unternehmen als sehr robust erweisen“, erläutert der Fondsmanager: „Ich bin überzeugt, dass der Nutzen die Nachteile eines Währungszerfalls mehr als ausgleichen würde, denn ohne die Einheitswährung würde die Allokation von Kapital und Arbeitskräften wesentlich besser funktionieren“, analysiert Woolnough.

Auch in dem sich abschwächenden Wachstum in China sieht der Rentenexperte derzeit keine unmittelbare Gefahr – anders als viele Marktteilnehmer: „Ich mache mir wenig Gedanken, ob das chinesische Wirtschaftswachstum bei acht oder sechs Prozent liegt. Niedrigere Wachstumsraten in China können zwar im Land selbst negative Folgen haben und zum Beispiel die sozialen Unruhen verschärfen. Ein schwächeres Wachstum würde sich auch auf die Preise für Rohstoffe niederschlagen – doch insgesamt glaube ich nicht, dass China ein solch kritischer Erfolgsfaktor für die globale Wirtschaft ist“, erläutert Woolnough.

Denn noch immer dominierten die Vereinigten Staaten die Weltkonjunktur - und diese gäben derzeit Anlass für Zuversicht: „Die Erholung der amerikanischen Wirtschaft ist deutlich weiter fortgeschritten als in Europa“, unterstreicht der Fondsmanager. Dadurch werde der Druck auf die Federal Reserve steigen, die Zinssätze früher anzuheben als vom Markt erwartet. Die hohe Staatsverschuldung in den USA liefere erst auf lange Sicht Grund zur Sorge. „Wenn die neue Regierung nach den diesjährigen Wahlen die Bekämpfung des Haushaltsdefizit beherzt angehen würde, zum Beispiel durch die Kürzung von Sozialleistungen, wäre das schlecht für die amerikanische Wirtschaft – aber wahrscheinlich gut für Bonds. Doch ich erwarte nicht, dass das passieren wird – mein Ausblick für die USA ist positiv“, erläutert Woolnough.

Ob es hingegen in diesem Jahr steigende Inflationsraten geben wird, hängt vor allem von den Erwartungen der Märkte ab, betont der Experte. Langfristig brauche man sich um Inflation keine Sorgen zu machen, solange die Rahmenbedingungen freien Handel und technischen Fortschritt zuließen. „Kurzfristig kommt es jedoch sehr auf das Verhalten der Zentralbanken an, und schon die Andeutung einer strafferen Geldpolitik könnte die Inflationserwartungen beflügeln“, analysiert Woolnough und ergänzt: „Eine solche Situation kann sich schnell in einen Bärenmarkt für Bonds entwickeln.“

Der M&G Optimal Income Fund (ISIN GB00B1VMCY93) wird seit seiner Auflegung 2006 von Richard Woolnough gemanagt und hat ein Volumen von rund 88,9 Mrd. Euro. Als flexibler Anleihefonds kann er frei in Investment-Grade-Anleihen, Hochzinsanleihen und Staatsanleihen aber auch in andere Vermögenswerte, wie Cash, Aktien oder Derivate investieren.

Seit Auflegung hat der Fonds eine jährliche Wertentwicklung von 9,1 Prozent erzielt und liegt damit deutlich über dem Morningstar-Sektordurchschnitt für defensive Euro-Mischfonds, dessen jährliche Performance seit 2006 nur 1,6 Prozent betrug. Auch im ersten Quartal 2012 lag der M&G Optimal Income Fund mit einer Wertentwicklung von 5,5 Prozent klar über dem Sektordurchschnitt von 3,3 Prozent.*


* Quelle: Morningstar, Inc., Morningstar-Sektor Mischfonds EUR defensiv, paneuropäische Datenbank, Stand 31. März 2012.

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