Dabei bestand zunächst noch Erleichterung darüber, dass das 700 Milliarden US-Dollar schwere Rettungspaket der Regierung in einem zweiten Anlauf vom Repräsentantenhaus gebilligt wurde.
Rezessionsängste behalten die Oberhand
Vom Staat benannte Banken müssen sich nun aus dem Hilfstopf bedienen, um so ihre Eigenkapitalbasis zu stärken. Hierdurch soll das Überleben systemisch wichtiger Kreditinstitute und Versicherungen gewährleistet und die insgesamt negativen Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft eingedämmt werden. Trotz dieser sehr umfangreichen Hilfsmaßnahmen blieb eine durchgreifende Erholungsbewegung am Aktienmarkt aus. Die durch eine Fülle von schlechter als erwarteten Wirtschaftsdaten geschürten Rezessionsängste behielten letztendlich die Oberhand. Sie belasteten die Entwicklung, obwohl der Rückgang im Bruttoinlandsprodukt mit -0,3 Prozent im dritten Quartal nicht so kräftig ausfiel wie befürchtet. Insbesondere das drastisch gefallene Verbrauchervertrauen und die schlechten Arbeitsmarktdaten - im September hatte die Beschäftigung zum neunten Mal in Folge abgenommen - sorgten für Verunsicherung. Hinzu kam, dass die Q3-Berichtssaison eher enttäuschend anlief. Insbesondere verstimmte, dass Unternehmen ihre Ertragsprognosen oftmals nach unten revidierten. Auch hier ein Bild, in dem sich die Konjunkturabflachung deutlich widerspiegelte. So sind es nicht nur Banken, sondern gerade auch Industrieunternehmen wie Boeing, AT&T oder Texas Instruments, die vorsichtig in die Zukunft blicken. Angeschlagen ist vor allem der Automobilsektor. Hier verhandeln General Motors und Chrysler bereits über einen Zusammenschluss. Sollte es zu einer Übernahme kommen, hofft GM auf eine milliardenschwere Finanzspritze der Regierung. Die FED senkte erneut den Tagesgeldsatz um 50 Basispunkte auf jetzt ein Prozent.
Schwieriger Börsenmonat
Alles in allem ein schwieriger Börsenmonat, der durch hohe Kursschwankungen gekennzeichnet war. So verzeichnete der Dow Jones Industrial Average (DJIA) beispielsweise im Monatsverlauf einen Tagesverlust von rund 733 Punkten bzw. knapp acht Prozent. Dies stellte den höchsten prozentualen Tagesrückgang seit 1987 dar. Auf der anderen Seite wurde ein Tagesgewinn von gut 936 Zählern erzielt, der kräftigste Punktegewinn in der Historie. Gegen Ende des Berichtszeitraums kam es zwar zu deutlichen Erholungsbewegungen, da eine langsam einsetzende Entspannung an den Kreditmärkten für Erleichterung sorgte. Dennoch musste der DJIA bei einer Schlussnotiz von 9.325 Zählern im Monatsvergleich einen Rückgang von rund 14 Prozent hinnehmen.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Marktausblick Aktien, bzw. Marktausblick Renten. Zum Download als PDF im Infocenter.