Nach Angaben von ING IM beruht die veränderte Position zu Schwellenländeraktien vor allem auf vier Faktoren:
1. Aktuelle Anlegerumfragen haben ergeben, dass globale Aktienportfolios derzeit in Emerging Markets übergewichtet sind – ein aussagekräftiger gegenläufiger Indikator. Durch den positiven Konsens unter Investoren ist nach Analystenmeinung kaum mehr Raum für weitere Kurssteigerungen vorhanden.
2. Die massiven Kapitalströme in die Emerging Markets, die sich allein in den vergangenen drei Monaten auf 31 Milliarden US-Dollar beliefen, lassen jetzt allmählich nach.
3. Die vom London Metal Exchange Index abgebildeten Rohstoffpreise sind während der letzten elf Handelstage um 5 Prozent gefallen. Historisch besteht eine starke positive Korrelation zwischen Rohstoffpreisen und der Wertentwicklung an den Emerging Markets.
4. Seit 2008 haben die Emerging Markets die entwickelten Märkte bei weitem übertroffen, das könnte sich jetzt aber ändern.
Dazu Patrick Moonen, Senior Equities Strategist bei ING IM:
„Wir glauben, dass nach der jüngsten Ralley bei Schwellenländeraktien die Märkte jetzt wohl in eine Konsolidierungsphase eintreten werden, denn die Bewertungen haben mittlerweile mit den kurzfristigen Fundamentaldaten gleichgezogen und deuten damit nicht mehr auf eine weitere starke Outperformance hin.“
„Erfreulich ist jedoch, dass die langfristigen Fundamentaldaten für Schwellenländeraktien positiv bleiben.“
Europa
Die Erlöse aus der Rückführung der übergewichteten Emerging-Markets-Position zu neutral werden jetzt in europäische Aktien investiert. ING IM zieht europäische Aktien US-Werten vor, da die Bewertungslücke (die durch Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis und Dividenden-rendite gemessen wird) zwischen den beiden Märkten zu groß geworden ist.
Ferner ist ING IM der Überzeugung, dass die Risikoprämien in Europa mit 5,5 Prozent immer noch über dem langfristigen Durchschnitt liegen, während sie in den USA mit aktuell 3,4 Prozent lediglich dem Langfristdurchschnitt entsprechen. Unter Berücksichtigung der Spreads von Unternehmensanleihen könnten die amerikanischen Risikoprämien nach Ansicht des Asset-Managers sogar zu niedrig sein.