Potenziell zu große Wachstumsskepsis

In ihrer im Januar 2012 veröffentlichten Monthly Summary analysieren die europäischen Aktienexperten von Invesco Perpetual in Henley, Großbritannien, die Auswirkungen der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen und politischen Entscheidungen auf die europäischen Aktienmärkte im Jahr 2012. Newscenter | 31.01.2012 11:42 Uhr
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Ihr Fazit: Angesichts einiger weiterhin unbewältigter Herausforderungen bleibt der Ausblick zwar mit Unsicherheiten behaftet, dennoch gibt es auch ermutigende Signale.

„Die dreijährigen Finanzierungsgeschäfte der EZB haben die Angst vor einer Kreditklemme aufgrund des hohen anstehenden Refinanzierungsbedarfs der Banken genommen. Zudem machen die zuletzt besseren gesamtwirtschaftlichen Daten außerhalb Europas und die Abschwächung des Euro etwas Hoffnung, dass der Wachstumsausblick zwar schwierig, aber möglicherweise nicht so schlecht ist wie der Aktienmarkt annimmt“, schreibt Luke Stellini, European Product Director bei Invesco Perpetual.

Die Banken der Eurozone haben in diesem Jahr einen enormen Refinanzierungsbedarf mit einer hohen Konzentration anstehender Tilgungen im ersten Quartal 2012. Mit ihren jüngsten Zinssenkungen und der Entscheidung, den Banken unbegrenzten Zugang zu dreijährigen Krediten zu geben, hat die EZB das Risiko einer extrem problematischen Kreditklemme gemindert. Zudem haben die Zinssenkungen der EZB den Zinsabstand gegenüber dem US-Dollar verringert. Zusammengenommen haben diese Maßnahmen zu einer Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar und auf handelsgewichteter Basis geführt.

In den letzten sechs Monaten hatten die Analysten ihre Wachstumserwartungen für Europa und ihre Gewinnprojektionen für die europäischen Unternehmen immer wieder heruntergeschraubt. Die meisten Analysten rechnen in Europa jetzt mit einer Rezession, und die Märkte haben die erwarteten Gewinneinbußen der Unternehmen bereits aggressiv eingepreist, vor allem bei zyklischen Titeln. Die Investmentexperten von Invesco Perpetual verweisen jedoch auf eine Reihe gegenläufiger, positiver Effekte. So zeigten die robusten Konjunkturdaten aus den USA und das unerwartet kräftige chinesische BIP-Wachstum im vierten Quartal, dass sich beide Länder einer Ansteckung durch die Probleme der Eurozone bislang erfolgreich widersetzt haben. In Verbindung mit den positiven Auswirkungen des schwächeren Euro auf die exportorientierten europäischen Volkswirtschaften habe dies auch den Ausblick für die Eurozone verbessert.

Dementsprechend könnten sich an den europäischen Aktienmärkten auch Anlagechancen für umsichtige Investoren bieten. „In einigen zyklischeren Marktbereichen sind die Bewertungen inzwischen auf oder sogar unter das Niveau von 2008 gesunken“, sagt Stellini. „Ihre finanziellen Probleme haben diese Unternehmen aber längst überwunden. Das derzeitige Bewertungsniveau ist Ausdruck eines extrem negativen Ausblicks. Einige aktuelle Entwicklungen deuten jedoch darauf hin, dass der Ausblick möglicherweise nicht ganz so schlecht ist wie erwartet.“

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