Hedgefonds, die attraktive Alternative

Unsicherheit und hohe Preisausschläge in traditionellen Anlageklassen haben bei vielen Anlegern die Anlageerwartungen nicht erfüllt. Hierbei hat die Hedgefond-Industrie den Marktstress laut SFA insgesamt gut bestanden. Aber nicht jeder Anlage-Stil ist hier erfolgreich. Funds | 08.08.2008 06:00 Uhr
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Im zweiten Quartal 2008 prägten markant unterschiedliche Tendenzen das Geschehen am schweizerischen Fondsmarkt. Nach einem deutlichen Anstieg der Vermögen im April und einer eher ruhigen Entwicklung im Mai führten die Turbulenzen an den Finanzmärkten im Juni zu teilweise massiven Vermögenseinbussen. Besonders betroffen davon waren die Aktien- und Obligationenfonds, sagt Max Baumann, Swiss Fund Data AG. Die 1992 mit Sitz in Basel gegründete Swiss Funds Association SFA ist die Branchenorganisation der Schweizer Fonds- und Asset Management-Wirtschaft. Das platzierte Vermögen der in der Swiss-Fund-Data-Statistik erfassten Fonds verminderte sich um 7,9 Milliarden Franken beziehungsweise 1,4% auf 550 Milliarden CHF.

Investoren flüchten aus Obligationenfonds

Wie bereits in den vorangegangen drei Quartalen bauten die Anleger ihre Investitionen in Obligationenfonds stärker als in anderen Fondskategorien ab. Eindeutige Schwerpunkte von Mittelabflüssen aus bestimmten Währungen oder Schuldnerkategorien lassen sich jedoch nicht ausmachen. Zudem wirkten sich teilweise tiefere Kursnotierungen an den Obligationenmärkten negativ auf die Fondsvermögen aus. Diese lagen wieder auf dem Stand von Mitte 2003.
Geldmarktfonds verzeichneten hingegen auch im zweiten Quartal in allen wichtigen Währungen Mittelzuflüsse. Dabei dürfte es sich zum Teil um Umlagerungen aus anderen Fondskategorien handeln, denn erfahrungsgemäss sind Geldmarktfonds beliebte Instrumente für ein temporäres „Parkieren“ von Anlagekapitalien in Phasen erhöhter Unsicherheit. Mit 89,4 Milliarden CHF liegt das Vermögen dieser Fonds 24% über dem Stand von Ende 2007.

Hedgfonds - Sie wurden schlecht geredet, und haben sich gut behauptet

Ebenso nachgefragt wurden Hedgefonds. So erhöhte sich ihr Vermögen im zweiten Quartal um 1 Milliarde CHF und wiesen beachtliche Wertsteigerungen aus. Philippe Cottier, Verwaltungsrats-Mitglied  von Harcourt Investment Consulting: „ Hedge Funds stellen einen wichtigen Wachstumsfaktor der heutigen und zukünftigen Schweizer Finanzindustrie dar“. Die Schweiz hat heute einen Marktanteil von 31% an der weltweiten Fund of Hedge Funds-Industrie und verwaltet rund 280 Milliarden CHF.

Haben Hedgefonds den Stresstest bestanden?

„Wenn auch rückblickend eher eine rote als eine schwarze Null mit Fund of Hedge Funds-Anlagen resultierte, so haben diese doch in der Gesamtheit eine vergleichsweise zufrieden stellende Kapitalerhaltung gegenüber anderen Anlagen aufgezeigt“, sagt Matthäus Den Otter, Geschäftsführer Swiss Funds Association SFA. Die Rendite von Fund of Funds Anlagen variierten während den ersten 6 Monaten 2008 in einer Bandbreite von zirka -3% bis +2%, je nach Risiko Budget. Dies sind gemäss SFA-Fachausschuss “Alternative Investments” zufrieden stellende Resultate, da der Primärauftrag der Kapitalerhaltung in wesentlichen Zügen erfüllt sei.

Demgegenüber schnitten Aktienmärkte laut Serge Cadelli, Chief Operating Officer und Chief Risk Officer von RMF Investment Management schlecht ab. Diese gerieten nämlich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 weltweit unter starken Verkaufsdruck und beendeten das erste Halbjahr je nach geografischer Region mit einem Verlust von rund 18 bis 30%.

Schlechte Karten mit dem Credit – Stil

Jedoch variieren auch bei Hedge Funds offensichtlich die Resultate sehr stark von Stil zu Stil und von Manager zu Manager. Schlecht weggekommen sind die Credit-Stile, weil sich die Spreads von Unternehmensanleihen wieder deutlich ausweiteten. Hans-Jörg Baumann, CEO und Chairman von Swiss Capital Group: „ Der kräftige und rasante Ausverkauf bei den Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating belastete insbesondere einige spezifische Hedge Funds im Unternehmensanleihe-segment, vor allem weil die Verkaufswelle technisch bedingt war und nicht auf klaren Anzeichen für eine fundamentale Verschlechterung bei Unternehmensanleihen beruhte.“

Die beiden Anlagestile Macro und CTA realisierten hingegen insgesamt positive Renditen im  zweistelligen Bereich. Einmal mehr stellten sie ihre Flexibilität unter Beweis, indem sie ihr Marktengagement mit Erfolg vom Long- auf das Short-Segment verlagerten, und erwiesen sich für sämtliche – traditionellen und alternativen – Portfolios als ausgezeichnete Diversifizierungsmöglichkeit. Die Strategie erzielte eine Rendite von 10-15%, was die starke Fähigkeit dieser Manager, Alpha zu erzeugen, unterstreicht, meint Hans-Jörg Baumann. (Susanne Kapfinger)

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