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Von hohen Rohstoffpreisen profitieren

"Die Zentralbanken werden weiterhin die Rettung des Bankensystems der Wahrung des Geldwertes vorziehen. Als Asset Klasse sind die globalen Schwellenländer somit weiterhin interessant", so Wojciech Stanislawski, Fondsmanager des Comgest Magellan in einem Interview mit e-fundresearch.com. Funds | 11.08.2008 06:00 Uhr

e-fundresearch: Schwellenländer Aktien hatten Europa Aktien und Nordamerika Aktien bis November 2007 über Jahre hinweg outperformen können. Seitdem haben diese Märkte stärker gelitten, speziell Indien, China und Türkei bis zuletzt. Sind die fundamentalen Triebkräfte weiterhin intakt oder ist die gesamte Investmentstory unter Druck geraten?

Wojciech Stanislawski: Theoretisch leiden die Schwellenländer unter denselben Problemen wie die entwickelten Länder: Inflation, Ölpreis, Rohstoffpreise, Wachstumsabschwächung. Zum einen ist allerdings die Wachstumsabschwächung deutlich geringer (Infrastrukturausgaben lassen sich nicht von einem Tag auf den anderen stoppen) und kommt von einem höheren Ausgangsniveau, zum anderen gibt es auch etliche Schwellenländer die von den hohen Rohstoffpreisen als Exporteur profitieren. Insgesamt ist die Ausgangslage für die Schwellenländer weiterhin sehr gut – und im Vergleich zu den entwickelten Ländern (die ja zusätzlich auch noch unter der Finanzkrise leiden) sogar besser geworden. „Aktien Schwellenländer“ ist eine der wenigen Asset Klassen, in denen gute Wachstumsaussichten mit vernünftigen Bewertungen zusammentreffen.

e-fundresearch: Die Inflationsraten steigen weltweit und haben bedeutende Auswirkungen auf die Konsumentenpreisindizes in Schwellenländern. Wie beeinflusst dies Ihre Portfolio Entscheidungen?

Wojciech Stanislawski: Wir erwarten aufgrund der extrem expansiven Geldpolitik schon seit einigen Jahren deutlich steigende Inflationsraten. Wir berücksichtigen das, indem wir Unternehmen bevorzugen, die ihre Kostensteigerungen an ihre Kunden weitergeben können. Unsere Unternehmen müssen also über wirklich notwendige Produkte verfügen, so dass unsere Unternehmen Preissetzungsspielräume haben. Gleichzeitig favorisieren wir vertikal integrierte Gesellschaften – da gibt es im Einkauf keine Kostensteigerungen.

e-fundresearch:  Finanzwerte waren aufgrund der Kreditkrise seit August 2007 stark unter Druck. Wie ist die Situation für Finanzwerte in Schwellenländern?

Wojciech Stanislawski: Wir investieren nur in Unternehmen, die wir verstehen. Universalbanken gehören da nicht zu. Insofern haben wir mit Banco Macro (Argentinien) nur eine Spezialbank in unserem Portefeuille. 

e-fundresearch: Wie ist ihre Einschätzung bezüglich der makroökonomischen Ungleichgewichte in den Volkswirtschaften einiger Schwellenländer, beispielsweise der baltischen Länder, der Türkei oder Indien?

Wojciech Stanislawski: Wir verfolgen einen bottom-up-Ansatz und suchen Unternehmen, die auch in schwierigen Zeiten ein regelmäßiges Gewinnwachstum aufrechterhalten können. In zyklische Werte investieren wir nicht.   

e-fundresearch: Brasilien konnte in den letzten Monaten sehr gute Performance erzielen. Wie schätzen Sie die weiter Entwicklung für die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas ein?

Wojciech Stanislawski: Wir haben in Brasilien sehr viele gute Unternehmen gefunden: Embraer, Sadia, Souza Cruz, so dass Brasilien schon seit einiger Zeit die größte Ländergewichtung im Fonds darstellt (aktuell 21%). Abgesehen von der Vielzahl sehr guter Unternehmen sind die Rahmenbedingungen in Brasilien gut: niedrige Inflationsraten, fallende Zinsen, Rohstoffreichtum, gute klimatische Voraussetzungen für Landwirtschaft, große Bevölkerung, politische Stabilität.

e-fundresearch: Ihr Ausblick für die Assetklasse in 2008/2009?

Wojciech Stanislawski: Die Zentralbanken werden weiterhin die Rettung des Bankensystems der Wahrung des Geldwertes vorziehen. Als Asset Klasse sind die Globalen Schwellenlände somit weiterhin interessant: Die Bewertung ist niedrig und das Gewinnwachstum der Unternehmen wird sich mit Sicherheit fortsetzen. Als reale Güter sind Aktien vor Inflation geschützt – sofern denn Unternehmen ausgewählt werden, die auch ihre Preise erhöhen können. Bonds und Immobilien sind nicht attraktiv. Aktien aus entwickelten Ländern haben durch die Gewinnrückgänge starken Gegenwind. Bleiben eigentlich nur die Globalen Schwellenländer.

e-fundresearch: Wie ist Ihr Portfolio gegenüber der Benchmark positioniert?

Wojciech Stanislawski: Wir orientieren uns bei der Auswahl der Titel nicht an der Benchmark. Die Benchmark ist uns egal. Wir haben in den letzten 10 Jahren überdurchschnittliche Renditen bei einer unterdurchschnittlichen Volatilität erzielt. Dies ist uns gelungen, indem wir langfristig in einige wenige gute und regelmäßig wachsende Unternehmen investiert haben. Dabei hat die Vermeidung von Risiko Priorität vor der kurzfristigen Renditemaximierung.

e-fundresearch: Vielen Dank für das Gespräch!


Lesen Sie auch unseren anderen Artikel zur Interview-Serie "Schwellenländer" mit Werner Leithenmüller von 3 Banken.

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