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Mit Geduld Portfolio aufbauen

Tom Stubbe Olsen, Fondsmanager des Nordea 1, European Value Fund zählt zur kleinen Gruppe von Fondsmanagern, die seit mehr als zehn Jahren für denselben Fonds verantwortlich sind. Seine aktuelle Einschätzung zu europäischen Aktien. Funds | 17.03.2009 04:50 Uhr

Auch Value Fondsmanager haben es in diesen Tagen nicht leicht. Starke Kursrückgänge an den Aktienbörsen lassen zahlreiche Unternehmen sehr günstig erscheinen. Value Fondsmanager sind jedoch gewohnt, die Marktlage mit einer grundsätzlich skeptischen Einstellung zu beurteilen. Denn es gilt, dass nicht alles was billig ist, auch preiswert sein muß.

Anlagestrategie: Fallen vermeiden

Tom Stubbe Olsen, Fondsmanager des Nordea 1, European Value Fund, feierte Ende letzten Jahres das zehnjährige Jubiläum des Fonds und stand damals auch unter dem Eindruck der starken Kursbewegungen an den Aktienbörsen zwischen September und November 2008. Tom Stubbe Olsen damals in einem Interview: "Die letzten 12 bis 18 Monate waren zweifelsohne die härtesten, die ich je erlebt habe. Als Fondsmanager leiden wir ja mit unseren Anlegern. Für uns bieten sich derzeit einige der günstigsten Anlagechancen seit dem Jahr 1999, und dies ist schon etwas komisch. Es gibt jedoch auch Fallen, die vermieden werden müssen. Möglicherweise wird das Herausarbeiten aus dieser Abwärtsbewegung ein länger andauernder Prozess sein als letztes Mal. Nichtsdestotrotz sind diese Anlagechancen angesichts unseres Anlagehorizonts von vier bis fünf Jahren, mit dem wir uns diese Titel ja erst anschauen, momentan sehr aufregend."

Eine der Fallen, in die Value Manager derzeit tappen können ist sicherlich der Wechsel von defensiven Aktien in zyklische Aktien. Tom Stubbe Olsen: "Das ist ein ganz entscheidender Faktor. Zyklische Aktien sollte man auf keinen Fall zu früh kaufen."

Trotz stark veränderter Marktbedingungen sieht Tom Stubbe Olsen keine Notwendigkeit, an den grundlegenden Parametern zu rütteln. "Sicherlich muß man aktuell den Einfluss der Konjunktur, die Eingriffe des Staates und der Zentralbanken berücksichtigen", erklärt Olsen.

In unsicheren Zeiten sei jedoch das Festhalten an einem bewährten Investmentansatz von Vorteil. Dies ermöglicht auch Anlegern eine aussagekräftigere Analyse der Performance eines Fonds. Tom Stubbe Olsen zu diesem Thema im letzten Dezember: "Wir als Anleger leben in einer chaotischen Welt, die man den Aktienmarkt nennt. Die größten Vorteile, über die wir unter anderem verfügen, sind ein Investmentansatz und eine Anlagephilosophie, die uns in einem Meer von Chaos Stabilität geben. Dies erlaubt es uns, unseren Investmentansatz umzusetzen und die Anlagechancen zu nutzen, die sich uns bieten – auch wenn die Zeiten gerade einen gefährlichen Eindruck machen. Die zusätzlichen Erfahrungen, die wir im letzten Jahrzehnt gewonnen haben, indem wir an unserem Investmentkonzept gefeilt und es umgesetzt haben, geben uns ein zusätzliches Vertrauen in unser Handeln. Deshalb sind wir zweifellos positiv gestimmt."

Markt regelt sich selbst

Aktuell sieht Tom Stubbe Olsen auch bereits Anzeichen, dass sich der Markt wieder selbst regeln kann und wieder die Chance hat sich zu finden. Schlechte Assets werden liquidiert und dies treffe nach Einschätzung von Olsen auch die richtigen Marktteilnehmer. "Auch wenn Vermögenswerte zu einem starken Discount verkauft werden müssen, ist das nicht nur negativ, sondern evt. auch eine attraktive Chance für den Käufer", betont Olsen. Positiv sind nach Einschätzung von Olsen Maßnahmen, die Vermögenswerte durch den Staat versichern lassen (USA, UK) und auch jene Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Banken wieder Gewinne erwirtschafen können um die Bilanzen und die Kapitalstruktur zu reparieren. Erst dann könne die Kreditklemme aufgelöst werden.

Aktuelle Positionierung: Banken meiden - Rohstoffe problematisch

Olsen beurteilt aktuell Unternehmen auch danach, ob sie mit einem der folgenden Probleme getroffen werden: hohe Schulden, Pensionsdefizite bzw. Unterdeckungen der Pensionskasse, mögliche Eingriffe des Staates in die Unternehmensgeschicke, etc. Wichtig ist für Olsen in dieser Situation, dass das Unternehmen auch über genügend Cash Reserven verfügt, die den laufenden Geschäftsbetrieb und die geplante Expansion finanzieren können.

Tom Stubbe Olsen: "Banken meiden wir. Es gibt ein zu hohes Risiko einer Verwässerung der Anteile wenn im Zuge der Bilanzreparaturen Kapitalerhöhungen durchgeführt werden müssen. Rohstoffe sind weiterhin problematisch. Konsumaktien sind wohl nicht die Zukunft in den nächsten 2-3 Jahren."

Die Skepsis bezüglich einer Veranlagung in Rohstoffen bleibt bei Tom Stubbe Olsen weiterhin vorhanden. Bereits im Rahmen eines Interviews zum zehnjährigen Jubiläum des European Value Fund im Dezember 2008 bekräftigte er diese Einschätzung: "Wir haben es hier mit einem Marktsegmenten zu tun, in dem wir uns einfach nicht engagieren möchten. Diesmal spreche ich von dem Boom bei Rohstoffen. Wie wir in der Vergangenheit bereits mehrfach erläutert haben, können wir uns mit den Zahlen zum inneren Wert von Unternehmen aus diesem Bereich, auf die wir uns eigentlich verlassen können müssen, einfach nicht anfreunden."

Portfolio mit Geduld aufbauen

Tom Stubbe Olsen: "Derzeit haben wir 35 Titel im Portfolio. Bei entsprechenden Chancen bauen wir das Portfolio wieder auf 40-45 Titel aus. Mit einer Cash-Position von 16-17 Prozent sind wir auch noch vorsichtig unterwegs. Diese könnte jedoch reduziert werden." Auch für Olsen, der ein sehr erfahrener Value Aktienfondsmanager ist, zählt derzeit noch die Vorsicht. Olsen: "Wir haben die Finanzkrise richtig eingeschätzt, jedoch die realwirtschaftlichen Folgen unterschätzt." Ungewöhnlich war vor allem die Kreditkrise.

Die mangelnde Kreditdisziplin in den Banken war nach Ansicht von Olsen wohl eine Spätfolge der Auflösung des Glass-Steagall-Acts im Jahr 1999 und damit die Abschaffung des Trennbankensystems in den USA.

Beim Glass-Steagall Act handelt es sich um zwei US-amerikanische Bundesgesetze. Das erste Gesetz wurde am 27. Februar 1932 von Präsident Herbert C. Hoover erlassen und diente der Eindämmung der Inflation während der Großen Depression. So wurde in dem Gesetz unter anderem der Goldstandard vorgeschrieben. Wie bei anderen Maßnahmen der Hoover-Regierung war der Erfolg zwiespältig, zwar sank die Inflation tatsächlich, aber die materielle Not der Menschen verschärfte sich weiter. Das bedeutendere zweite Gesetz wurde am 16. Juni 1933 von Präsident Franklin D. Roosevelt erlassen, um den Banken mehr Sicherheit zu gewähren und sie vor riskanten Spekulationen zu schützen. Dazu wurde in dem Gesetz die Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken angeordnet.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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