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Österreich Anleihen mit Renditevorteil

Für die Analysten und Fondsmanager der Allianz Investmentbank sind die aktuellen Renditen von 4 Prozent auf 10-jährige Bundesanleihen der Republik Österreich eine besonders attraktive Alternative im Anleihenbereich (AAA-Rating). Der globale Marktausblick bleibt jedoch weiterhin vorsichtig. Funds | 02.04.2009 05:05 Uhr

Martin Bruckner, Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank AG und Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich präsentierte gemeinsam mit Mag. Martin Maier, Geschäftsführer der Allianz Invest KAG den aktuellen Marktausblick zum Beginn des 2. Quartals 2009 (Allianz Invest Quarterly 2/2009).

Rezession fällt stärker aus als erwartet

Vor dem Hintergrund der unsicheren Entwicklung auf den Kapitalmärkten bleiben sowohl institutionelle als auch private Investoren weiterhin vorsichtig. Europa und die USA befinden sich mitten in einer schlimmen Rezession. Das Wirtschaftswachstum in Japan könnte für 2009 bei -8,7 Prozent und in den USA bei -3,9 Prozent liegen. Für Euroland erwarten die Analysten -3 Prozent und für die G7-Staaten insgesamt -4,3 Prozent. Die volkswirtschaftlichen Indikatoren zeigen weiter talwärts, während an den Finanzmärkten in den letzten Wochen Anzeichen einer zwischenzeitlichen Bärenmarktrally zu beobachten sind.

In einem global hoch-volatilen Umfeld kann sich der Finanzplatz Österreich gut behaupten, meinen die Allianz Experten. "Die Finanzmarktkrise hat sich zu einer Wirtschaftskrise entwickelt", kommentiert Martin Bruckner den Ausblick auf das kommende Quartal. Die Rezession in den USA, Japan, UK und Euroland sei schlimmer als ursprünglich erwartet. Arbeitslosenquoten steuern auf neue Rekordstände zu und werden sich negativ auf den Konsum auswirken.

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Wirken die Banken- und Konjunkturpakete?

Als wichtiger Faktor wird immer wieder das rasche Reagieren der Regierungen und Notenbanken erwähnt. Die Frage bleibt jedoch, wie effizient diese Maßnahmen sind. Kurzfristig wurden Konjunktur- und Bankenpakete positiv vom Markt aufgenommen. Ein zu schnelles Ansteigen der Sparquote könnte den Effekt der Konjunkturpakete allerdings schmälern. „Inwieweit zusätzliche Maßnahmen daher notwendig werden ist derzeit noch nicht absehbar“, so Bruckner. Einzelne Frühindikatoren deuten auf Stabilisierung – auch an den Börsen setzte Anfang März, getrieben durch Finanzwerte, eine Konsolidierung ein. „Die Rezession ist in den Kursen eingepreist. Die Volatilität im Markt und somit auch das Rückschlagspotential bleiben jedoch extrem hoch. Was wir sehen, ist daher bei weitem noch keine Rückkehr zur Normalität“, erklärt Bruckner.

Zinssenkungen in Europa möglich

Hinsichtlich der geldpolitischen Rahmenbedingungen gibt es in Europa als Maßnahme gegen das schwache wirtschaftliche Umfeld weiteren Spielraum für Zinssenkungen. Das Ende des Zinssenkungszyklus sollte dann bei 1 Prozent erreicht sein. Demgegenüber haben die USA den Zinssenkungszyklus mit einem Niveau von 0 – 0,25 Prozent ausgereizt – die FED fährt weiterhin eine aggressive Geldpolitik, die nun durch weitere monetäre Maßnahmen Unterstützung findet.

Aktien: Europa untergewichtet - Emerging Markets übergewichtet

„Bei Aktien bleiben wir vorsichtig“, erklärt Bruckner die Anlagestrategie der Allianz für das kommende Quartal. Neben weiter rückläufigen Unternehmensgewinnen dominieren derzeit vor allem negative Schlagzeilen der Autohersteller, die den Gesamtmarkt unter Druck setzen. Die Aktien im Bereich Emerging Markets haben sich dagegen überraschend stark entwickelt: Nach starken Abflüssen im 2. Halbjahr 2008 ist nun eine deutliche Outperformance zu verzeichnen: Verantwortlich dafür ist das erwartete positive Wachstum in Asien, die relative Stabilität der Banken und eine Stabilisierung von Öl und Rohstoffen auf tiefen Niveaus. Die Risikoaversion bei den Anlegern ist vorläufig wieder zurückgegangen, die zuletzt positive Aktienentwicklung beurteilt Bruckner dennoch skeptisch: „Damit sich das Zwischenhoch signifikant verfestigen kann, bedarf es noch weiterer Unterstützung durch Realwirtschaftsdaten.“ Als Risiken lassen sich laut Bruckner neben protektionistischen Maßnahmen auch Deflation und Depression charakterisieren. Im Zuge des G20-Gipfels seien weitere konzertierte Maßnahmen zu erwarten, welche auf die Stabilisierung des Finanzsystems abzielen und dabei helfen sollen, dass Konjunkturpakete ihre Wirkung entfalten können.

Anleihen: Fokus auf höchste Bonität

Auf der Anleihenseite befinden sich Staatsanleihen weiterhin auf tiefen Niveaus, ebenso bieten deutlich angestiegene Spreads bei Pfandbriefen und Unternehmensanleihen im Investment-Grade Segment gute Kaufgelegenheiten, wobei der Fokus auf höchsten Bonitäten bleiben sollte. „Anleihen sind liquide und unter diesem Aspekt mit Sicherheit attraktiv“, so Mag. Martin Maier, Geschäftsführer der Allianz Invest KAG.

Bei Euroland-Anleihen lautet aufgrund des attraktiven Zinsniveaus das Anlagevotum der Allianz "übergewichten", da die Zinsniveaus je nach Emissionsland zwischen einem halben und zwei Prozentpunkten über dem Niveau der USA liegen. Japan bleibt aufgrund des tiefen Zinsniveaus für Anleger weiterhin unattraktiv. "Auch bei Emerging Markets bleiben wir vorsichtig", erklärt Maier. Die hohe Risikoaversion mache sich bei ausländischen Investoren bemerkbar, die Kapital abziehen und dadurch die Währungen in der Region weiter unter Druck setzen. Innerhalb der Emerging Markets seien Länder mit hohen Währungsreserven zu bevorzugen, wie z.B. Russland, Brasilien und Mexiko.

Österreichische Bundesanleihen als sicherer Hafen

Im globalen Vergleich können österreichische Staatsanleihen punkten: Wirft man einen Blick auf Rating und Rendite, so zeigt sich, dass Österreich für Investoren sehr attraktiv ist. "Die Rendite zehnjähriger österreichischer Bundesanleihen liegt deutlich über jener von Deutschland, Großbritannien und der Schweiz", erklärt Maier. Der Spread von österreichischen gegenüber deutschen Bundesanleihen ist von einem Aufschlag von 20 Basispunkten auf aktuell 100 Basispunkte geklettert, nach zwischenzeitlich sogar 130 Basispunkten. Diese Entwicklung ist vor allem auf das hohe Osteuropa-Exposure der Banken und der starken Wirtschaftsverflechtung Österreichs mit Osteuropa zurückzuführen, welche derzeit sehr negativ dargestellt wird: Oftmals wird bei den Analysen eine reine Worst Case Betrachtung herangezogen, die davon ausgeht, dass das gesamte ausständige Bankenexposure vom Staat Österreich abgefedert werden muss.

Berücksichtigt werden müsse jedoch auch der Umstand, dass die österreichische Staatsverschuldung im Vergleich zur Euro-Zone mit 62 Prozent des BIP (2009 Schätzung) gegenüber der Eurozone mit 73 Prozent des BIP als relativ niedrig einzustufen ist. Dies wurde auch jüngst von der Rating-Agentur Moody´s bekräftigt, welche das Triple A-Rating Österreichs bestätigt hat. "Wir setzen auf Qualität – Österreich ist für uns weiterhin sehr attraktiv. Aus diesen Gründen empfehlen wir weiterhin Investments in österreichischen Bundesanleihen. Im drei- bis fünfjährigen Laufzeitenbereich empfehlen wir auch staatsgarantierte Bankenanleihen, die einen attraktiven Aufschlag von bis zu 80 Basispunkten bringen", erklärt Maier.

Asset Allocation

Im Rahmen einer globalen Asset Allocation eines gemischten Portfolios mit einer neutralen Ausrichtung von jeweils 50 Prozent in Aktien und 50 Prozent in Anleihen positioniert sich die Allianz Investmentbank aktuell wie folgt: Aktien 47 Prozent und Anleihen 53 Prozent. Innerhalb der Aktienquote ist die Aufteilung wie folgt (Summe = 100 Prozent): USA 38 Prozent, Euroland 28 Prozent, Emerging Markets 13 Prozent, Japan 10 Prozent und UK 7 Prozent, Sonstige 4 Prozent. Im Anleihenbereich gilt die folgende Aufteilung (Euroland 88 Prozent, USA 10 Prozent und Cash 2 Prozent).

Globaler Ausblick

Für den Gesamtausblick auf das nächste Quartal rät die Allianz weiterhin zur Vorsicht: Wie es nach der Bärenmarktrally des letzten Monats weitergehe und ob es zu Gegenbewegungen kommt, sei sehr schwierig abzuschätzen.

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