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´Ehrgeiz zu den Besten zu gehören!´

Jean Charles Mériaux, Fondsmanager und Leiter des Fondsmanagements bei DNCA Finance, dem Mutterhaus von Leonardo Asset Management, spricht exklusiv mit e-fundresearch über seine Strategien, seine Ziele und seine Motivation. Funds | 27.05.2009 04:25 Uhr
e-fundresearch: Herr Mériaux, Sie sind Fondsmanager des Centifolia Fonds (ISIN: FR0007076930). Mériaux: Ja, ich manage diesen französischen Value-Aktienfonds.

e-fundresearch: Seit wann sind Sie für das Management dieses Fonds verantwortlich?

Mériaux: Seit ich als Teilhaber und Leiter des Fondsmanagements bei DNCA Finance, dem Mutterhaus unserer luxemburgischen Tochtergesellschaft Leonardo Asset Management, eingestiegen bin, manage ich diesen Fonds. Er wurde am 04. Oktober 2002 aufgelegt und von Beginn an von mir gemanagt.

e-fundresearch: Orientieren Sie sich an einer Benchmark? Wenn ja, an welcher?

Mériaux: Wir orientieren uns an keiner Benchmark. Unsere Auswahl ist immer eine Einzeltitel-Auswahl, die aufgrund eines sehr disziplinierten quantitativen und qualitativen Researches vorgenommen wird.

e-fundresearch: Managen Sie aktuell auch noch andere Fonds oder Mandate?

Mériaux: Als Leiter des Fondsmanagements ist es meine Aufgabe, die Einhaltung unseren konsequenten Value-Managements in allen Fonds zu garantieren. Als Co-Manager bin ich neben meinem Hauptfonds Centifolia zudem für unseren europäischen Infrastrukturfonds LIFE und für unseren europäischen Anleihenfonds Eurose zuständig.

e-fundresearch: Wie hoch ist das Gesamtvolumen, das Sie derzeit verwalten?

Mériaux: Insgesamt verwalten wir etwas mehr als 3 Milliarden Euro.

e-fundresearch: Zur Performance: welche Ergebnisse konnten Sie seit Beginn des Jahres und in den letzten fünf Kalenderjahren, d.h. 2003, 2004, 2005, 2006 und 2007, erzielen? Sowohl absolut als auch relativ gegenüber der relevanten Benchmark.

e-fundresearch: Wie sind Sie selbst mit Ihrer Leistung in den Vorjahren und in diesem Jahr zufrieden?

Mériaux: Unser oberstes Ziel ist der Erhalt des eingesetzten Kapitals und darüber hinaus eine Mehrung über einen mittel- bis langfristigen Zeitraum. Dies ist mir trotz des vergangenen, sehr schweren Jahres mit einer durchschnittlichen jährlichen Performance von 10,67 % über die letzten 10 Jahre sehr gut gelungen. Zweites Ziel neben der Performance ist eine niedrigere Volatilität im Vergleich zum Markt. Auch dieses Ziel hat der Fonds Centifolia immer eingehalten.
Für unser konsequentes Value-Management hat der Fonds Centifolia 2008 unter Anderem den Morningstar Award über alle drei Zeiträume (1, 3 und 5 Jahre) gewonnen.

e-fundresearch: Welche Ergebnisse würden Sie in diesem Zusammenhang als sehr gut, mittelmäßig und enttäuschend bezeichnen?

Mériaux: Sehr gut für unsere Anleger ist die hervorragende durchschnittliche jährliche Performance von 10,67% über die letzten 10 Jahre. Für uns enttäuschend war sicher das letzte Jahr. Auch wenn wir relativ zum Markt gut performt haben, immerhin müssen wir in jeder Marktphase immer mit mindestens 75% in Aktien investiert sein und hedgen nicht, interessieren uns die absoluten Zahlen. Zwar hat der Fonds einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont, über den dieses eine Jahr aufgeholt werden wird, trotzdem war 2008 das schlechteste Jahr, dass ich in meiner jahrzehntelangen Karriere erleben musste.

e-fundresearch: Wie können Sie durch Ihre Leistung Mehrwert für Ihre Anleger schaffen?

Mériaux: Wir identifizieren durch unsere soliden, disziplinierten Recherchen Unternehmen, die einen nachvollziehbaren Wert in der Realität und Potential in der Zukunft haben. In diese substanzstarken Titel investieren wir dann, um in den darauf folgenden Jahren von deren Wachstum zu profitieren. Dabei legen wir beispielsweise besonderen Wert auf eine gute Eigenkapitalausstattung, ein erfahrenes Management, transparente und kalkulierbare Cash Flows.
Unsere Erfahrung und unser Fachwissen bei der Recherche von Unternehmen generieren also den Mehrwert, gepaart mit großer Disziplin und konsequenter Umsetzung.

e-fundresearch: Wie lange sind Sie schon Fondsmanager?

Mériaux: 2009 sind es 22 Jahre als Fondsmanager. Davor war ich aber bereits im Finanzbereich tätig.

e-fundresearch: Was waren bisher Ihre größten Erfolge und Misserfolge in Ihrer Fondsmanager Karriere?
In welchem Kapitalmarktumfeld bewegen wir uns Ihrer Ansicht nach derzeit?

Mériaux: Mein größter Erfolg war von 2000 bis 2002, als die Märkte durch die Dot.com-Blase stark eingebrochen sind, meinen damaligen Fonds so sicher aufzustellen, dass ich das Kapital komplett erhalten konnte. Hier zeigte sich wieder die Konsequenz im Umsetzen des Value-Ansatzes: Da IT-Werte immer volatiler wurden, war mein Fonds schon zu Beginn der damaligen Krise dort gar nicht mehr investiert.
Über die größte Enttäuschung haben wir mit dem Jahr 2008 schon kurz gesprochen. Meine relative Performance war ja mit einem Long-Only-Fonds, der über die ganze Krise mit über 75% in Aktien investiert war, wirklich gut. Absolut gesehen bin ich persönlich natürlich nicht zufrieden und immer noch etwas fassungslos, dass das Ausmaß der Krise für uns alle so nicht mal annähernd vorhersehbar war.

Auch, wenn wir in den letzten Monaten schon eine erste Erholung und Bodenbildung gesehen haben, muss man sicherlich noch sehr bedacht und umsichtig agieren. Hinsichtlich der Schwere der Krise und deren Konsequenzen wäre es verfrüht, die Krise als so gut wie beendet zu betrachten.

e-fundresearch: Wie agieren Sie in diesem Umfeld?

Mériaux: An unserer Anlagestrategie hat sich nichts Wesentliches verändert. Die Unternehmen, in die wir investiert sind, sind gesund und haben großes Wachstumspotential über die nächsten Jahre.
Für uns haben sich aber bereits wieder hervorragende Einstiegschancen in Unternehmen eröffnet, die wir auch wahrgenommen haben. Einige substanzstarke Unternehmen wurden in den letzten Monaten viel stärker an den Märkten abgestraft, als in der Realität gerechtfertigt. Unsere Aktienquote liegt damit bereits wieder bei ungefähr 85 %.
Grundsätzlich wollen wir die verbleibenden 15% als Liquidität halten, um uns weitere Einstiegschancen offen halten zu können. Gern nutzen wir derzeit auch sehr kurzfristig laufende Wandelschuldverschreibungen, um den Eintritt in eine Aktienposition vorzubereiten.
Wichtigster Punkt ist sicherlich derzeit eine erhöhte Wachsamkeit. Unsere Engagements und die Märkte müssen im Moment natürlich besonders eng überwacht werden.

e-fundresearch: Was sind die speziellen Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Mériaux: Es ist eine große Herausforderung, im Moment Performance zu generieren ohne zu viel Risiko zu nehmen. Da wir ja neben der Performance eine deutlich reduzierte Volatilität zum Ziel haben, müssen wir beide Punkte gleich schwer gewichten. Damit kommt beispielsweise der Bankensektor, der ja derzeit sehr riskant ist, aber im Moment ein Performance-Treiber ist, für uns nicht in Frage.

e-fundresearch: Welche Ziele haben Sie kurzfristig bis zum Ende des Jahres und mittelfristig für die kommenden 3-5 Jahre?

Mériaux: Im Moment ist die große Aufgabe für uns, die zukünftigen Gewinner aus der Krise zu identifizieren und in diese zu investieren. Der Markt hat im Zuge der Krise nicht sehr viel selektiert, es sind alle Kurse gefallen. Wenn die Erholung einsetzt, wird der Markt aber sehr wohl unterscheiden. Was dann zählen wird sind Faktoren wie gesunde Bilanzen, solide Cash Flows, eine gute Strategie. Wir investieren jetzt also mittel- und langfristig.

e-fundresearch: Gibt es für Sie Vorbilder?

Mériaux: Für mich ist die Familie Rothschild ein großes Vorbild. Sie haben es über 200 Jahre lang geschafft, über alle Krisen und veränderten Marktgegebenheiten hinweg, über Generationen ein Vermögen aufzubauen und zu erhalten.
In diesem Verhalten erkennen wir unsere Ziele als Value-Fondsmanagers wieder.

e-fundresearch: Was motiviert Sie als Fondsmanager in Ihrem Job?

Mériaux: Zum Einen habe ich persönlich den Ehrgeiz, in meinem Bereich zu den Besten zu gehören!
Als kleines, unabhängiges Haus können Sie sich aber zum Anderen in einem globalen Marktumfeld auch nur behaupten, wenn Sie in Ihrer Nische zu den Marktführern gehören. Es ist neben meinem persönlichen Zielen also auch eine Frage des langfristigen Überlebens unseres Hauses.

e-fundresearch: Was wollen Sie noch erreichen bzw. was sind Ihre weiteren Ziele als Fondsmanager?

Mériaux: Mein Ziel ist es, den hohen Qualitätsstandard in unserem Value-Management zu halten und unsere Position als einer der Marktführer in unserem Bereich weiter auszubauen und zu sichern.
Dabei ist ein wichtiger Punkt, das gesamte Fondsmanagement-Team so aufgebaut zu haben, dass es auch ohne meine ständige Kontrolle unseren strengen, konsequenten Value-Management-Ansatz lebt.

e-fundresearch: Welchen Beruf würden Sie gerne ausüben, wenn Sie nicht Fondsmanager wären?

Mériaux: Architektur hätte mich damals auch gereizt und interessiert mich bis heute. In gewisser Weise lassen sich da ja sogar Parallelen ziehen: Das solide Fundament im Fondsmanagement ist unsere umfangreiche Recherche, um dann die Architektur eines Fonds, die man vorher als Entwurf im Kopf hatte, in einer Portfolio-Aufteilung umsetzen zu können

e-fundresearch: Vielen herzlichen Dank für das Gespräch!


Ansprechpartner: Kathrin H. Ricken [email protected]>

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