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Inflationsgespenst ist eingesperrt

Eine der wichtigsten Fragen für Anleihen Investoren lautet: Inflation oder Deflation? Während im letzten Jahr die Inflationsrate in der Eurozone die 4 Prozent Marke erreichte, scheint derzeit das Inflationsgespenst wieder sicher eingesperrt zu sein. Wie lange? Aktuelle Einschätzungen und Meinungen von Fondsmanagern und Ökonomen. Funds | 02.07.2009 04:44 Uhr

Im Juni 2009 wurde in der Eurozone seit Einführung des Euros im Jahr 1999 ein Rückgang der Konsumentenpreise um 0,1 Prozent verzeichnet. Auf Basis dieser ersten Schätzung von Eurostat, die am 30. 6. in den Medien kommuniziert wurde, stellt sich die Frage nach dem Risiko einer Deflation. Während unter Fondsmanagern, Analysten und Ökonomen ein breiter Konsens darüber besteht, dass Inflationsgefahren derzeit sehr gering sind, glauben die wenigsten an sinkende Preise auf breiter Front. Die EZB selbst erwartet für 2009 eine durchschnittliche Inflation von 0,3 Prozent und für 2010 einen Anstieg auf 1 Prozent.

Sinkende Zinsen am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve und höhere Renditen am längeren Ende haben zu einer steilen Renditekurve geführt. Im aktuellen Marktbericht der Banque Syz & Co. wird das Inflationsrisiko als gering eingestuft: "Während uns das Szenario eines Inflationsanstiegs im gegenwärtigen Wirtschaftsumfeld übertrieben erscheint, rechtfertigt das aussergewöhnliche Ausmass der Haushaltsinterventionen diese Entwicklung und spricht für eine weitere Versteilung der Renditekurve. Zumal die Zentralbanken ihre Leitzinsen vorerst nicht erhöhen werden."

M&G: Umfeld mit strukturell niedriger Inflation

Richard Woolnough, mit 23 Jahren Investmenterfahrung und zahlreichen Auszeichnungen einer der erfolgreichsten Fixed Income Fondsmanager in UK und u. a. für den M&G Optimal Income Fund verantwortlich: "Wir gehen davon aus, dass wir noch länger in einem Umfeld mit niedriger Inflation bleiben werden. Historisch gesehen gibt es immer dann Inflation, wenn unproduktive Aktivitäten gesetzt werden, beispielsweise in Kriegszeiten, wenn Zerstörungen zu beklagen sind. Dies sind schreckliche Zeiten, aus wirtschaftlicher, humanitärer, sozialer und politischer Hinsicht. In Zeiten mit technologischem Fortschritt und freiem Handel, wie wir sie derzeit vorfinden, gibt es zumeist niedrige Inflation. Mehr Transparenz und bessere Kommunikation und Information führt zu niedrigeren Preisen."

Die Wirtschaft befindet sich derzeit in einem Umfeld mit strukturell niedriger Inflation. Es gibt keine großen politischen Risiken und der Wettbewerb sorgt für niedrige Preise.

"Gute Deflation" ist positiv

Richard Woolnough: "Grundsätzlich ist nichts Negatives gegen Deflation einzuwenden. Deflation bedeutet sinkende Preise für Konsumenten. Wenn diese durch höhere Produktivität, bessere Produktionsmethoden und mehr Effizienz entstehen. Letztendlich ist es das tägliche Ziel: ´gute  Deflation´. Es gibt auch Phasen mit starkem Wirtschaftswachstum und trotzdem sinkenden Preisen."

Mit Bezug auf den aktuellen Wirtschaftszyklus sieht Woolnough vor allem hohe Arbeitslosikeit und Überkapazitäten und damit auch weiterhin sinkende Preise. Woolnough: "Inflation wird weiterhin auf niedrigem Niveau bleiben. Und das ist gut für Anleihen und das langfristige Sparen. Inflation zerstört Vermögen."

Invesco: Deflationsrisiko bleibt bestehen

„Das Positive an diesem ansonsten unerfreulichen Ausblick ist, dass die Inflation auf einem niedrigen Niveau verharren dürfte, solange Arbeitslosigkeit und Überkapazitäten weiter ansteigen“, so Greenwood. Obwohl die drastischen Interventionen der globalen Notenbanken und Regierungen die jüngste Rally an den Aktien-, Rohstoff- und Schwellenmärkten sowie den Anstieg der Staatsanleiherenditen geschürt haben, meint Greenwood, dass „die Deflationsrisiken in den meisten großen Volkswirtschaften auf Sicht von ein bis zwei Jahren schwerer wiegen als die Inflationsrisiken ”. Greenwood hat die Inflationswahrscheinlichkeit anhand der drei wichtigsten Inflationstheorien überprüft. In Verbindung mit den jüngsten Konjunktur- und Umfragedaten deuten seine Ergebnisse auf eine höchstens milde Inflation in den USA und Europa hin.

Allianz Investmentbank: Inflationserwartungen kehren zurück

Martin Bruckner, Vorstand der Allianz Investmentbank AG in Wien: "Dominierte zu Beginn dieses Jahres noch die Furcht vor Deflation und Depression im 1930er-Jahre-Stil, so kehren nun Inflationserwartungen zurück." Vor allem im Zusammenhang mit der Preisentwicklung bei Rohstoffen und Rohöl könnte in weiterer Folge wieder Druck auf die Preise entstehen.

Schroders rechnet mit höherer Inflation

Für die Eurozone hat Schroders unlängst die hauseigene Prognose der durchschnittlichen Inflationsrate bereits von 0,5 auf 0,7 Prozent für das Jahr 2009 angehoben, vor allem wegen der steigenden Energiepreise, die einerseits die wirtschaftliche Erholung bedrohen, gleichzeitig aber inflationstreibend wirken. Zwar könnten Zentralbanken durch Zinserhöhungen der Inflation entgegenwirken, damit würden aber auch das Wachstum gebremst. Bislang gingen die meisten Experten davon aus, dass Zinserhöhungen erst gegen Ende nächsten Jahres erfolgen werden, wenn sich wieder Wirtschaftswachstum einstellt. Eine höher als erwartet ausfallende Inflationsrate könnte aber die Notenbanken zwingen, schon früher ihre ultralockere Geldpolitik aufzugeben.  Die Eurozone-Zinsprognose von Schroders für Dezember 2010 ist bereits auf 1,25 Prozent gestiegen.

ING IM: Positiver Blick nach vorne

ING Investment Management blickt bereits wieder positiv in die Zukunft: "Das Wiedererstarken von Zuversicht und Risikobereitschaft ist der Entschlossenheit von Regierungen, Zentralbanken und internationalen Organisationen (IWF) zu verdanken. Das Systemrisiko an den Finanzmärkten hat sich praktisch verflüchtigt. Entsprechend gewinnen Inflations- statt Deflationsprognosen auf den Kreditmärkten wieder an Bedeutung. Auch die konjunkturellen Stimmungsbarometer deuten darauf hin, dass wir den Tiefstpunkt hinter uns haben."

Auch das Inflationsrisiko wird von ING Investment Management als vorerst noch gering eingeschätzt: "Mit der Furcht vor einer Depression legten sich auch die Deflationsängste. Das ist unserer Einschätzung nach auch der Hauptgrund für den Renditeanstieg bei Staatsanleihen, die so bereits den Inflationsprognosen Rechnung tragen. Diese positive Entwicklung ist in erster Linie dem Rückkauf von Staatspapieren durch die Federal Reserve – dem so genannten Quantitative Easing – zu verdanken. Insofern ist also wieder Normalität eingekehrt: Die Kursentwicklung spiegelt die Inflationsaussichten wider. Sorgen um eine zu hohe (oder nicht zu finanzierende) US-Staatsverschuldung sind unbegründet, vor allem angesichts der weltweit steigenden Sparquote", heißt es im aktuellen Marktbericht.

Angst vor Inflation und Deflation

Die aktuelle Situation ist deshalb interessant, weil mit der Schätzung der Verbraucherpreisentwicklung für Juni (-0,1 Prozent) erstmals ein Schritt in Richtung Deflation gemacht wurde. Nachdem sich Marktteilnehmer über viele Jahre hinweg auf das strikte Management der Deutschen Bundesbank und danach der EZB verlassen konnte, scheint derzeit der Markt an Kraft zu gewinnen und sich von den Fesseln der Zentralbanken zu lösen. Ein starkes Absinken der Preise ist genauso wenig wünschenswert wie die Rückkehr von hohen Inflationsraten, da beide Phänomene bei Anlegern Unsicherheiten erzeugen.

Letztendlich liegt es doch wieder an den Zentralbanken, sich auch gegen stärker werdende Marktkräfte, die u. a. durch die Schaffung hoher Liquidität entstanden sind, durchzusetzen und ein Ausbrechen der Verbraucherpreise nach oben und nach unten zu vermeiden.

Somit bleibt zu hoffen, dass nicht nur das relativ gut bekannte Inflationsgespenst eingesperrt werden konnte, sondern auch das weniger bekannte Deflationsgespenst eingefangen werden kann. 

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