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Fokus auf aktives Management

Hannes Karre, Fondsmanager bei der BAWAG P.S.K. Invest, spricht exklusiv mit e-fundresearch.com über das Management seiner Fonds, deren Performance und Gewichtung. Außerdem gibt er Einblicke in seine weiteren Ziele, seine Motivation und die Herausforderungen seines Jobs. Funds | 29.07.2009 05:00 Uhr
e-fundresearch: Herr Karre, Sie sind als Fondsmanager bei der BAWAG P.S.K. INVEST für den Österreich Plus (ISIN: AT0000A05TE6) und den BAWAG P.S.K. Osteuropa Small Cap Stock (ISIN: AT0000A08T02) zuständig. Seit wann sind Sie für das Management dieser Fonds verantwortlich?  

Karre: Ich arbeite seit Oktober 2007 für die BAWAG P.S.K. INVEST. Den Fonds Österreich Plus verantworte ich seit Januar 2008. Beim BAWAG P.S.K. Osteuropa Small Cap Stock konnte ich mich bereits in der Produktentwicklungsphase wesentlich einbringen und verantworte den Fonds seit Auflage im Februar 2008.

e-fundresearch: Orientieren Sie sich an einer Benchmark? Wenn ja, an welcher?

Karre: Beide Fonds werden sehr aktiv gemanaged. Eine Benchmark dient in erster Linie der Positionierung der Produkte und der Leistungsbeurteilung. Der Österreich Plus kann mit dem ATX Index verglichen werden. Im Bereich Osteuropa Small Caps könnte ein Musterportfolio bestehend aus 35 % Russland, 35 % Polen (z. B. mWIG40 Index), 20% Türkei und 10% Ungarn (Surrogat für kleinere Märkte; z. B. BUMIX Index) herangezogen werden.

e-fundresearch: Managen Sie aktuell auch noch andere Fonds oder Mandate?

Karre: Ich bin Co-Manager der sehr gut etablierten Fonds BAWAG P.S.K. Osteuropa Stock und DKB Osteuropa, wobei die Verantwortung für diese zwei Produkte bei Manfred Sibrawa, Head of Eastern Europe, liegt.

e-fundresearch: Wie hoch ist das Gesamtvolumen, das Sie derzeit verwalten?

Karre: Wir verwalten im Bereich Aktien Osteuropa und Österreich derzeit rund 100 Millionen Euro.

e-fundresearch: Zur Performance: welche Ergebnisse konnten Sie seit Beginn des Jahres und in den letzten fünf Kalenderjahren erzielen? Sowohl absolut als auch relativ gegenüber der relevanten Benchmark.

Karre: Der Österreich Plus wurde im Juni 2007 aufgelegt. Im Jahr 2008 verlor der Fonds absolut 46,75 %, während der ATX um 61,07 % nachgab. Das ergab eine relative Performance von + 14,32 % p.. Seit Auflage gab der Fonds per 30.6.2009 23,90 % ab, während der ATX um 33,40 % fiel. Die Outperformance seit Auflage belief sich auf 9,51 % p.a, auf 12-Monatssicht auf 19,20 % p.. (-26,26% gegenüber -45,46 %). Der BAWAG P.S.K. Osteuropa Small Cap Stock wurde Ende Februar 2008 aufgelegt. Seit Auflage gab der Fonds per 30.6.2009 32,67 % nach; die Outperformance betrug 12 % p.., auf 12-Monatssicht 14%p.

e-fundresearch: Wie sind Sie selbst mit Ihrer Leistung in den Vorjahren und in diesem Jahr zufrieden?

Karre: Bei der Positionierung meiner Fonds dominiert der längerfristige Ansatz. Diesem verdanken wir unterm Strich eine sehr erfreuliche relative Performance. Das ist für mich ganz eindeutig Grund zur Freude.

e-fundresearch: Welche Ergebnisse würden Sie in diesem Zusammenhang als sehr gut, mittelmäßig und enttäuschend bezeichnen?

Karre: Die 2. Jahreshälfte 2008 war für beide Fonds in Bezug auf die relative Performance sehr gut. Hier wurde rechtzeitig und nachhaltig defensiv positioniert. Ich verkaufte viel zyklisches Exposure in den steigenden Markt und setzte meine Meinung mit Überzeugung um. Die Zentraleuropa-Beimischung (Polen und Tschechien) war ein wichtiger Performance-Faktor für den Österreich Plus und reduzierte die Volatilität. Die Sektorrotation wurde in beiden Fonds 2008 gut umgesetzt. Finanztitel wurden im 3. Quartal deutlich reduziert. Im 2. Quartal 2009 waren beide Fonds zu defensiv positioniert (vor allem zu wenige Finanztitel), wobei die absolute Performance an sich sehr erfreulich war. Ich werde in Zukunft Outperformance konsequenter einloggen und kurzfristigere Marktmeinungen etwas stärker als bisher berücksichtigen. Beide Fonds sind klassische Long Only Aktienprodukte, die sich trotz bedachtsamer Positionierung nicht von den international schwachen Aktienmärkten abkoppeln konnten.

e-fundresearch: Wie können Sie durch Ihre Leistung Mehrwert für Ihre Anleger schaffen?

Karre: Ich covere Osteuropa und Österreich. Osteuropa ist für viele Unternehmen Österreichs eine wichtige Region, entsprechend wichtig ist eine fundierte Meinung. Die Einzeltitelauswahl sehe ich weiterhin als wesentlichen Faktor, um Outperformance zu generieren. Durch die Breite meines Anlageuniversums wird der so genannte Home Bias reduziert. Relative Value Trades bieten attraktive Chancen. Ich setze vor allem auf längerfristige Aspekte, die sich bis dato mit einer relativen Stabilität in meinen Portfolios auswirkten. Der Fokus liegt ganz klar auf Liquidität (sowohl in Bezug auf Bilanz als auch Handelbarkeit der Aktie), Substanz und Visibilität. Ich bin bereit, bei entsprechender Überzeugung sehr aktiv zu managen und dies zeitnah umzusetzen.

e-fundresearch: Wie lange sind Sie schon Fondsmanager?

Karre: Ich bin seit Mai 2004 als Fondsmanager tätig.

e-fundresearch: Was waren bisher Ihre größten Erfolge und Misserfolge in Ihrer Fondsmanager Karriere?

Karre: Mein Ziel war, Aktien aus Osteuropa inklusive Russland und Türkei in Kombination mit Österreich zu managen. Durch den Wechsel zur BAWAG P.S.K. INVEST wurde dies möglich. Die rasche und erfolgreiche Absolvierung des CFA-Programms war für mich persönlich und beruflich wichtig. Einer der größten Erfolge war sicher das konsequente, wohl überlegte und dennoch rasche Umsetzen der defensiven Positionierung im 3. Quartal 2008. Neben der Einzeltitelauswahl erwies sich auch die Länderallokation als günstig. Ich bin sehr dankbar für diesen Erfolg und auch für die Gestaltungsmöglichkeiten, die mir die BAWAG P.S.K. INVEST bietet. Die relative Performance meiner Fonds war in den ersten Monaten im heurigen Jahr sehr gut, ich hätte nach heutigem Wissenstand deutliche Positionsglattstellungen vornehmen sollen.

e-fundresearch: In welchem Kapitalmarktumfeld bewegen wir uns Ihrer Ansicht nach derzeit?

Karre: Die realwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd, die Unternehmen müssen entsprechend agieren. Andererseits unterstützen die führenden Notenbanken weltweit mit in diesem Ausmaß noch nie dagewesenen Liquiditätsmaßnahmen. Die risikolose Verzinsung ist nominell sehr tief, was tendenziell unterstützend für risikoreichere Anlageformen wirkt. Im Spannungsfeld zwischen gebremster Realwirtschaft (Überkapazitäten, Nachfrageschwäche) und einem sich verbessernden monetären Umfeld (Liquiditätsfenster der Zentralbanken, quantitative Lockerung und geringe Leitzinsen) ist bis auf weiteres eher mit einer volatilen Seitwärtsbewegung zu rechnen. Am Markt herrscht ein breites Spektrum an Meinungen, wenig Visibilität und Konsens sind vorhanden.

e-fundresearch: Wie agieren Sie in diesem Umfeld?

Karre: Der Kern meines Portfolios besteht aus Aktien von Unternehmen mit einer überzeugenden Mischung aus Substanz, Cashflow, Visibilität und nachhaltigen Dividenden. Mein längerfristiger Investmentansatz kommt hier besonders zur Geltung. Aktives Management steht nach wie vor im Vordergrund, jedoch wurden die relativen Gewichtungen tendenziell etwas reduziert. Die Visibilität am Markt ist eher gering, das bringt Überraschungspotenzial in beide Richtungen. Die Liquidität der Aktien beobachte ich laufend, sie ist für den Anleger und die Umsetzbarkeit der Investment-Entscheidung des Managers ganz wichtig. Im Small Cap Stock setze ich auch im kleiner kapitalisierten Bereich überwiegend auf „Blue Chips“ aus dem Segment.

e-fundresearch: Was sind die speziellen Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Karre: Die Fonds zwischen den Polen Inflation und Deflation auszubalancieren und die Liquiditätssteuerung im Small Cap Bereich.

e-fundresearch: Welche Ziele haben Sie kurzfristig bis zum Ende des Jahres und mittelfristig für die kommenden 3-5 Jahre?

Karre: Eine positive absolute Performance für das Jahr 2009 zu erzielen, Outperformance inklusive. Das ist auch das mittelfristige Ziel. Generell würde ich mich über weitere Zuflüsse in unsere Fonds freuen, z.B. durch Fondssparpläne oder durch Käufe von institutioneller Seite.

e-fundresearch: Welche Ergebnisse würden Sie in drei Jahren als sehr gut, neutral und enttäuschend empfinden?

Karre: Sehr gut wäre eine absolute Wertsteigerung meiner Fonds mit vertretbarer Volatilität und Outperformance. Enttäuschend wären Kursverluste über einen längeren Zeitraum. Neutral – hm… als aktiver Fondsmanager fällt mir dazu gerade nichts ein.

e-fundresearch: Gibt es für Sie Vorbilder?

Karre: Ich bewundere bestimmte Leistungen und Fähigkeiten von Menschen. Vorbilder insgesamt habe ich nicht, aber es gibt viele Menschen in meinem Leben, die ich schätze.

e-fundresearch: Was motiviert Sie als Fondsmanager in Ihrem Job?

Karre: Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeiten; die Abwechslung; die Möglichkeit die Entwicklung von Unternehmen und Volkswirtschaften über einen längeren Zeitraum zu verfolgen (gilt besonders für den osteuropäischen Reform- und Konvergenzprozess).

e-fundresearch: Was wollen Sie noch erreichen bzw. was sind Ihre weiteren Ziele als Fondsmanager?

Karre: Ich könnte mir gut vorstellen, weitere Länderfonds (z.B. Russland und Türkei) oder einen Rohstoff-Fonds zu managen. Ein stärkerer Fokus auf Absolute Return wäre wünschenswert. Auch die Themen Global Emerging Markets, BRIC und Pensionsvorsorge / Sovereign Wealth interessieren mich. Die BAWAG P.S.K. INVEST zeichnet sich unter anderem im Bereich Aktien Osteuropa und Österreich durch überdurchschnittliche Leistungen aus. Ziel ist es, weitere institutionelle Investoren und Privatanleger für längerfristige Veranlagungen zu gewinnen.

e-fundresearch: Welchen Beruf würden Sie gerne ausüben, wenn Sie nicht Fondsmanager wären?

Karre: Meteorologe und Klimatologe.

e-fundresearch: Vielen Dank für das Interview!


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