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Die besten globalen Anleihenfonds

Die Manager der besten Global Bond-Fonds erwarten auf kurze Sicht ein anhaltend stabiles Umfeld für die Assetklasse. Sie begründen ihre Einschätzung mit der niedrigen Inflationsrate, steigender Arbeitslosigkeit und einer dementsprechend schwachen Konsumentwicklung. Funds | 12.10.2009 04:30 Uhr
Die Top Global Bonds Bester Fonds im aktuellen e-fundresearch-Ranking auf Basis der risikoadjustierten Rendite (Sharpe Ratio) der letzten fünf Jahre ist der Allianz Invest Defensiv T. Fondsmanager Michael Molzar, hat derzeit nach eigenen Angaben im Portfolio Unternehmensanleihen und Emerging Markets Anleihen über- und Staatsanleihen untergewichtet. „Regional sind wir derzeit weder im Euroland noch in den USA übergewichtet“, erklärt Molzar gegenüber e-fundresearch.

In den letzten fünf Jahren hat der aktuelle Spitzenreiter eine durchschnittliche jährliche Performance von +4,59 Prozent, auf Dreijahressicht sind es +5,11 Prozent. Seit Jahresbeginn brachte er Anlegern eine Wertentwicklung von +6,15 Prozent. Beeindruckend entwickelte sich in den ersten neun Monaten des Jahres mit einem Performanceplus von 20,07 Prozent der Zweitplatzierte Templeton Global Total Return A Mdis USD.

Noch eine stärkere Performance lieferte im laufenden Jahr der STARCAP – Argos A – EUR. Mit einem Plus von 25,15 Prozent wird er über diesem Zeitraum nur von einem weiteren Fonds aus dem Hause StarCapital – dem StarCapital Bondvalue UI (+29,21 Prozent) – geschlagen. Trotz der zuletzt starken Performance stellt sich StarCapital-Vorstand Lars Kolbe wieder auf kärgere Zeiten ein – er erwartet eine Renaissance des „Brot-und-Butter-Geschäfts“. „Es wird schwer werden auf Sicht von zwölf bis acht Monaten eine Performance zwischen fünf und sieben Prozent zu erzielen“, so der Experte nüchtern.

Rege Emissionstätigkeit im Herbst erwartet

Angesichts einer voraussichtlich schwachen konjunkturellen Dynamik, verhaltener Investitionstätigkeit und Konsumfreude und einer sich stetig verschlechternden Lage am Arbeitsmarkt sehen Experten die Chancen für einen weiterhin festen Rentenmarkt intakt. Dennoch könne der Anleihenmarkt kurzfristig unter Druck geraten. „Nach einer Verschnaufpause im Sommer beginnt im Herbst am Primärmarkt wieder eine rege Emissionstätigkeit. Die hohe Liquidität im Markt stößt dann wieder auf reichlich Neuangebot an Anleihen, wodurch die Renditen von Staatsanleihen nach oben gedrückt werden können“, so Molzar.

Stabile Rentenmärkte in Sicht

Auch Detlev Kleis, Manager des UBS (D) Rent-International, rechnet auf kurze Sicht mit eher stabilen Rentenmärkten. „Auf etwas längere Sicht ist bei sich abzeichnenden höheren Zentralbankzinsen wieder mit einer flacheren Zinskurve und einem Anstieg des Zinsniveaus zu rechnen. In diesem Szenario werden sich vor allem Staatsanleihen schwächer entwickeln“, so Kleis. Ein besseres Ertragspotenzial sieht der Experte für Unternehmensanleihen von guter Kreditqualität.

Inflation ist kein Thema

Begünstigt wird der positive Ausblick für globale Anleihen nicht zuletzt dadurch, dass Inflation derzeit kein Thema ist. „Inflation ist nur möglich, wenn es Kapazitätsengpässe gibt. Diese sind für die nächsten zwei bis drei Jahre nicht zu erwarten“, bringt es Philipp Schubert, Manager des ERSTE-INTERBOND G1 A., auf den Punkt. Allerdings sei es durchaus möglich, dass es durch die Überflutung der Märkte mit Liquidität zu einer „Asset Price Inflation“ (niedrige Renditen mit hohen Bondpreisen, Anmerkung) kommt.

Deflation ein vorübergehendes Phänomen?

Deflation ist nach Angaben von Schubert wiederum ein vorübergehendes Phänomen, das auch durch Basiseffekte – wie etwa die wesentlich höheren Rohstoffpreise als im Vorjahr – bedingt ist. Alan Bridges, Senior Portfolio Manager Duration & Yield Curve bei Fortis, spricht trotz der vermeintlichen Kurzweiligkeit der deflationären Tendenzen von einem nicht zu unterschätzenden Risiko. „Dieses könnte zu einer Ausdehnung der Monetary Easing-Politik sowie zu weiteren unkonventionellen Maßnahmen führen“, so Bridges. Die Kombination aus Nullzinspolitik und unkonventionellen Maßnahmen würde wiederum die Preise anheizen.

Werden die Notenbanken die Zinsen anheben?

Zur aktuellen Politik der Fed und EZB sieht Kolbe kaum Alternativen. „Die globale Wirtschaftsverfassung ist derzeit noch zu labil, um auf die massiven Stimuli der Notenbanken verzichten zu können“, erklärt Kolbe. Mittelfristig würden die Notenbanken die Zinsen jedoch wieder anheben müssen, um eine erneute liquiditätsgetriebene Asset-Bubble zu verhindern. „Aufgrund des mittelfristig schwachen Wachstums und der niedrigen Inflationserwartungen bleibt den Zentralbanken reichlich Zeit um an der Zinsschraube zu drehen“, so Molzar.

Wirtschaftswachstum steht im Vordergrund

Zu den wichtigsten fundamentalen Faktoren für die Markteinschätzung von globalen Anleihen zählt Ralf Ackermann, Senior Vice President  von Nobis Asset Management, die den LiLux Umbrella Fund – LiLux Rent beratet, das Wachstum der Weltwirtschaft sowie der Konjunkturlokomotive Asien. „Auch die Reaktion der Notenbanken auf die ansteigende Konjunktur sind wichtig“, sagt Ackermann. „Klingt das weltweite Wirtschaftswachstum ab, haben die Zentralbanken nur mehr begrenzte Handlungsmöglichkeiten“, stellt Bridges in den Raum.


Alle Daten per 25.09.2009 in Euro:

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