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Es war einmal im Westen...

Während in den westlichen Industrieländern die großen Visionen und der Glaube an eine Rückkehr auf den dynamischen Wachstumspfad der letzten Jahre fehlt, entsteht in Asien aufgrund der Demographie und soldider Finanzen ein enormes Wachstumspotenzial. Funds | 21.10.2009 04:59 Uhr

Marino Valensise, Chief Investment Officer bei Baring Asset Management in London mit einem Ausblick und der aktuellen Asset Allocation.

Die Wirtschaft wird sich erholen - aber nicht sehr stark

Marino Valensise: "Nach einem starken Rückgang der Industrieproduktion und der Produktnachfrage auf den Märkten Ende letzten Jahres wurde der Rückgang gestoppt. Die globale Konjunktur wird sich wieder erholen - jedoch wird sie nicht mehr zur früheren Stärke zurückfinden. Die Unternehmen reagierten auf den Schock im Oktober 2008 mit aggressiven Kosteneinsparungen und einem massiven Lagerabbau. Zuletzt wurden die Lager wieder etwas erhöht. Wichtig ist jedoch die Nachfrage der Konsumenten. Wenn diese nicht zurückkehrt, wird es auch keine starke Erholung geben können."

Ein Faktor, der die Wirtschaftskraft dämpfen kann, ist die hohe Staatsverschuldung in zahlreichen Ländern, die abgebaut werden sollte. Am besten wäre dies über Wachstum möglich. Es gibt jedoch auch den Weg über Inflation, Währungsabwertungen oder letztendlich den Zahlungsausfall. Derzeit sind vor allem Pläne zur Erhöhung von Steuern und Gebühren und möglicherweise Inflation in den westlichen Industriestaaten eine Alternative. Doch nicht nur die öffentlichen Haushalte, sondern auch die privaten Haushalte stehen vor dem Problem des Schuldenabbaus. Haushalte in den USA werden laufend ärmer und können deshalb auch nicht mehr so viel konsumieren. Marino Valensise: "Schuldner erhalten derzeit noch Hilfe von den Zentralbanken, die die Zinsen auf extrem niedrigem Niveau halten." Nur wenn Haushalte wieder finanziellen Spielraum haben und Kredite aufnehmen können, wird sich die Nachfrage stärker erholen.

Demographie: kein guter Ausblick für den Westen

Marino Valensise: "Wenn man die demographische Entwicklung in den westlichen Industrieländern analysiert, dann zeigt sich für die Eurozone ein sehr negatives Bild." Während die Bevölkerungspyramide in den westlichen Industrieländern eher einem Zwiebelturm ähnelt, gleicht sie in den Schwellenländern noch einer richtigen Pyramide mit einem sehr großen Anteil der Bevölkerung unter 20 Jahren. "Langfristig gibt es für Schwellenländer aufgrund der Bevölkerungsstruktur eindeutig viel höhere Wachstumschancen", erklärt Valensise: "

Welches Bankensystem?

Die Finanzkrise im letzten Jahr wurde vor allem auch aufgrund des zu starken Wachstums der Banken und des Finanzsektors in einzelnen Regionen hervorgerufen. Marino Valensise: "Das Bankensystem von Island hatte die zehnfache Größe der gesamten Wirtschaftsleistung. Auch in der Schweiz und in UK war das Bankensystem eindeutig zu groß. Besonders zu beachten ist, dass sich dieser Umstand auch noch nicht sehr stark geändert hat."

Als Antwort auf die Fragen nach einer besseren Struktur für das Bankensystem schlägt Valensise folgendes Modell vor: "Einerseit sollte es ein sehr eng definiertes System mit Banken geben, die Einlagen entgegennehmen und Kredite vergeben. Diese Banken sollten grundsätzlich schon in privater Hand, jedoch sehr stark durch den Staat reguliert und kontrolliert sein. Vor allem sollte es eine Zielgröße für die Profitabilität und auch regulierte Preise geben - ähnlich wie bei Versorgern. Auf der anderen Seite sollte es völlig frei operierende Banken geben, die einer nur sehr geringen Regulierung unterliegen und auch das Prinzip der Gewinnmaximierung voll und ganz umsetzen können."

China als Wachstumsmotor

Marino Valensise: "In China wird das umfangreiche Konjunkturprogramm in der Höhe von 4 Billionen RMB durch die Investition in Infrastruktur, den Wiederaufbau in den Erdbebengebieten sowie Ausbildung, Wohnimmobilienprojekte und innovative Technologien langfristig sehr positive Auswirkungen haben. In China wird in zukunftsträchtige Aktivitäten investiert anstelle nur Banken zu retten wie im Westen. Das Konjunkturprogramm wurde auch durch die lockere Geldpolitik unterstützt. Diese hatte auch den chinesischen Aktienmarkt unterstützt." Die Autoverkäufe in China hatten in den ersten sieben Monaten des Jahres jeweils die Marke von 1 Million verkaufter Neuwagen pro Monat überschritten.

Wenn man die globalen Konsumausgaben analysiert, dann betrug der Anteil der USA im Jahr 2008 noch 29,3 Prozent. Dieser Wert wird laut Schätzungen von Baring Asset Management auf Basis von OECD Daten und anderen Quellen im Jahr 2020 auf 20,8 Prozent sinken. Im gleichen Zeitraum wird der Anteil von Deutschland von 5,5 Prozent auf 3,8 Prozent sinken. Der Anteil von China an den globalen Konsumausgaben sollte von 6,4 Prozent im Jahr 2008 auf 21,1 Prozent im Jahr 2020 ansteigen. Damit hätten die chineschischen Konsumenten auch jene aus den USA überholt.

Gold und Kupfer

Seit einigen Wochen ist der Fokus der Investoren auch wieder auf Rohstoffe und Gold als möglicher Schutz gegen Inflation gelegt worden. In erster Linie ist Gold für EUR-Investoren eine gute Absicherung gegenüber dem US Dollar. Marino Valensise: "Man sollte jedoch auch über Gold hinaus einzelne Metalle genauer analysieren. Kupfer ist so ein Beispiel. Die Nachfrage nach Kupfer würde auch durch die Elektrifizierung des UK Bahnnetzes und dem Ausbau der Bahnnetze in den Schwellenländern ansteigen." Zusätzlich hat Kupfer offensichtlich auch noch wichtige Eigenschaften, die genützt werden können. Beispielsweise werden in Abwaschbecken aus Aluminium mit einem bestimmten Kupferanteil viele Bakterien und Keime neutralisiert oder getötet.

Baring Asset Allocation Portfolio

Marino Valensise: "Gegenüber Dezember 2008 hatten wir Ende des dritten Quartals 2009 vor allem Aktien höher gewichtet und Bonds deutlich reduziert." Ende letzten Jahres lag die Aktienquote bei 37,5 Prozent, davon 26,8 Prozent in entwickelten Märkten, 10,9 Prozent in Gold und 6,6 Prozent in China. Ende September lagen diese Quoten bei 29,6 Prozent für die entwickelten Märkte, 4,9 Prozent China und nur mehr 8,7 Prozent in Gold. Asien ex Japan wurde im gleichen Zeitraum von 0,9 Prozent auf 1,4 Prozent hochgestuft und der Agrarsektor ebenfalls von 2,9 Prozent auf 3,8 Prozent. Auf der Anleihenseite hatte Baring Ende des Jahres ein Gewicht von 40,8 Prozent in Anleihen (19,8 Prozent in Inflation-Linked Bonds, 11,2 Prozent in Corporate Bonds und 9,8 Prozent in anderen Anleihen). Diese Quote wurde per Ende des dritten Quartals 2009 auf nur mehr 32,4 Prozent reduziert (9,4 Prozent Inflation-Linked Bonds, 15,1 Prozent Corporate Bonds und 7,9 Prozent andere Anleihen).

Marino Valensise: "Japan Aktien haben wir tendenziell ebenfalls untergewichtet, dafür Kanada, UK und Singapur übergewichtet. Hinsichtlich der Sektoren sind wir bei diskretionären Konsumgütern, Finanzwerten, Health Care und Energieversorgern untergewichtet. Übergewichtet haben wir die Energieproduzenten selbst, Industriewerte, IT und noch stärker die Telekomaktien. Man könnte diese Asset Allocation auch als de-coupling Portfolio bezeichnen. Wir gehen von Wachstum in den Schwellenländern und von Gefahren einer inflationären Entwicklung in den westlichen Industrieländern aus."

Die besten Strategien des Baring Asset Allocation Teams in den letzten Monaten waren folgende: China Aktien, Agrarsektor, Unternehmensanleihen und Wandelanleihen, Inflationsstrategien in den USA und Japan sowie Mid-Cap Goldaktien, Öl und das britische Pfund.

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