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2010: Ein Aufschwung mit Handbremse

Reinhold Knaus, Senior European Economist bei Fortis Investments, hat angesichts des weiteren Konsolidierungsbedarfs einen verhaltenen Ausblick für Europa und USA. Wie er Marktentwicklungen für das kommende Jahr skizziert und welche Assetklasse die besten Chancen hat, erfahren Sie hier: Funds | 15.12.2009 04:45 Uhr

Besser schaue die Situation in den Emerging Markets aus. Bei Anlageentscheidungen sei es im kommenden Jahr wichtig Chancen und Risiken genau abzuwägen.

„Das Thema Nachhaltigkeit wird uns 2010 einholen. Die große Frage ist, ob der Aufschwung der in der zweiten Jahreshälfte 2009 eingesetzt hat auch wirklich selbst tragend ist“, so Knaus. Er geht jedenfalls nicht von einer Double-Dip-Rezession aus – vorausgesetzt es kommt zu keinen neuen Schocks an den Märkten. Wichtig sei es jetzt geduldig zu sein, da die Vergangenheit gezeigt hat, dass Heilungsprozesse Jahre und nicht Quartale dauern. Nach dem kreditfinanzierten Boom der letzten Jahre, würde jetzt das Trendwachstum in den Industriestaaten sinken.

Normales Konsumniveau in den USA erst 2012 in Sicht

„Wir erwarten in den USA keinen kräftigen und selbst tragenden Aufschwung, sondern eher einen Aufschwung mit Handbremse“, so Knaus weiter. Die wichtigste Nachfragekomponente – der private Konsum der für rund 70 Prozent des US-BIP verantwortlich zeichnet – würde allerdings nicht die traditionelle Rolle als nachhaltiger Wachstumsmotor übernehmen. Die Phase des sinkenden Konsums gehe zwar dem Ende zu, aber die Sparquote wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Erst 2012 könne wieder mit einem „normalen“ Konsumniveau gerechnet werden. „Eine Wende am Arbeitsmarkt rückt zwar näher, aber eine „jobless recovery“ ist wahrscheinlich“, so Knaus.

Kreditvergabe in Eurozone lässt zu wünschen übrig

Auch die Eurozone wird nach Angaben des Fortis-Experten 2010 nicht wie ein Phönix aus der Asche steigen. Stark wachstumsbremsend sei hier das Deleveraging des Finanzsektors. Die Kreditvergabe würde weiter zu wünschen lassen.  Dabei wäre es wichtig, dass die Unternehmen wieder damit beginnen Investitionen zu tätigen. „Investitionen schaffen die Arbeitsplätze von morgen“, so Knaus. Allerdings sei die Investitionstätigkeit der Unternehmen in der Eurozone nach wie vor rückläufig. Er rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit bis in das nächste Jahr hinein steigen wird.

Gute Aussichten in den Emerging Markets

Weitaus weniger gedämpft fällt der Ausblick des Experten für die Emerging Markets aus. „Einige Schwellenländer sind bereits jetzt deutlich über den Vorkrisenniveau beim BIP, während in den Industriestaaten die „Aufräumarbeiten“ 2010 noch andauern werden“, so Knaus. Allerdings müsse auch differenziert werden zwischen den pulsierenden asiatischen Staaten und der CEE-Region. Die Vorreiterrolle spricht er ganz eindeutig China zu – allerdings muss die Geldpolitik aufgrund der steigenden Inflationsgefahr wachsam sein. Insgesamt sei die Ankurbelung der Binnennachfrage in den Emerging Markets erfolgreich verlaufen.

Abhängigkeit der Emerging Markets löst sich langsam

Die Abhängigkeit der Emerging Markets sieht Knaus sukzessive sinken und die Handelsverflechtungen zwischen den einzelnen Ländern weiter zunehmen. Dass neue Handelsblöcke entstehen, würde sich auch in den Strukturen niederschlagen. So würden die Intra-Emerging Markets-Exporte bereits bei 30 Prozent liegen. Die Exporte in die USA wären hingegen auf 16 Prozent gesunken. „Diese Gewichtsverschiebung immunisiert die Emerging Markets zu einem gewissen Grade von Schwächetendenzen in den USA“, so Knaus. Nichtsdestotrotz würden die USA auch in Zukunft ein wichtiger Partner bleiben.

Aufkeimende Inflationsängste berechtigt?

Das Thema Deflation wird 2010 laut Knaus an „Sichtbarkeit“ verlieren, der Rückgang der Kerninflation hingegen anhalten. Für aufkeimende Inflationsängste sei es trotz der ausufernden Staatsverschuldung sowie der „quantitativen Lockerung“ allerdings noch zu früh. Wichtig sei es, dass die Europäische Zentralbank (EZB) von ihrer derzeitigen Politik nicht zu früh abkehrt ohne, dass sich der Aufschwung festigt. Dies könnte einen Schock auslösen, der in einer Double-Dip-Rezession mündet. Die Deflationsängste sieht Knaus als Zeichen für die große Unsicherheit, die nach wie vor vorherrscht.

Ausstiegsstrategien um neue Blasen zu verhindern

In den Emerging Markets wären hingegen Inflationsängste durchaus angebracht. „Reagiert die Politik nicht, kann es zu einem Inflationsproblem kommen“, so Knaus. Indien habe bereits eine Exit-Strategie eingeleitet, China müsse nun bald erste Schritte einleiten. Die Ausstiegsstrategien in den Emerging Markets wären auch eine Voraussetzung dafür, dass sich an den Finanzmärkten keine neue Blase bildet. Tatsache sei, dass die Emerging Markets – angesichts der anschwellenden Devisenreserven – um die eigenen Währungen zu schwächen billige Liquidität in die Industriestaaten zu pumpen. 2010 sei eine Rückkehr der Inflation allerdings unwahrscheinlich.

Schubumkehr der Finanzpolitik erwartet

Knaus erwartet, dass je weiter das Jahr 2010 voranschreitet, eine Schubumkehr bei der Finanzpolitik einsetzen wird und Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen wieder ein Thema sein werden. „Das wird das Wachstum hemmen. Allerdings ist die derzeitige Politik auch nicht länger durchzuhalten“, so der Experte. Die Haushaltsdynamik würde in den nächsten vier Jahren zu einem Anstieg der Verschuldungsquoten führen, bevor die Konsolidierung zu greifen beginnt. Besonders groß wären die Herausforderungen für Japan, Großbritannien, Irland und Griechenland.

Was 2010 bei Investments zu beachten ist

Besonders wichtig werde es 2010 sein bei der persönlichen Anlagepolitik zu differenzieren. „Die niedrigen Erträge auf der Gesamtebene machen eine genaue Beurteilung von einzelnen Unternehmen oder Assetklassen wichtiger. Risiken und Chancen müssen stärker abgewogen werden“, so Knaus. Trotz niedriger Erträge findet er Aktien weiter interessant. Wichtig sei es jedoch auf das Market Timing zu achten, da von mehr volatilen Marktphasen auszugehen ist. Alles in allem könne man weiterhin von einer „buy on dips“-Mentalität ausgehen.

Was Fortis als attraktiv bewertet

„Selbst wenn sich die Spreads von Unternehmensanleihen nur stabilisieren, ist der realisierte Zins im Umfeld einer anhaltenden Erholung attraktiv. Die Spreads werden besonders im High Yield-Bereich in den Blickpunkt der Anleger rücken“, so Knaus. Die beste Phase sei für Unternehmensanleihen jedoch vorbei. Emerging Markets Anleihen bezeichnet der Fortis-Experte als „attraktiv“. Im Fortis-Portfolio wären Rohstoffe leicht übergewichtet. Sie sollten vom kräftigen Wachstum in den Emerging Markets und von Befürchtungen einer „Monetarisierung“ der Staatsschulden in den USA und Europa profitieren.

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