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DJE: Börsenaussichten für 2010 - Teil 2

Dr. Jens Ehrhardt, CEO der DJE Kapital AG präsentierte im Rahmen der 25. Kapitalanleger-Tagung in Zürich-Regensdorf kürzlich seine Einschätzungen zur US Volkswirtschaft, zu China und den wichtigsten Märkten. Der Aufschwung ist noch nicht in Sicht. Funds | 08.02.2010 08:53 Uhr

Im Folgenden wird der zweite Teil der "Börsenaussichten für 2010" von Dr. Jens Ehrhardt dargestellt (siehe auch Teil 1).

Positive Einschätzung für China

Dr. Jens Ehrhardt: "China sieht gut aus. Die Bautätigkeit ist in zuletzt in die Höhe geschossen. Man sollte jedoch auch nicht vergessen, dass es im letzten Jahr ein Minus gab. Aus dem Investitionsblickwinkel ist China bereits das weltweit bedeutendste Wirtschaftsland geworden. Obwohl einige Beobachter im letzten Jahr noch negativ waren, konnte man bereits sehen, dass die Entwicklung in China positiv sein wird. Der chinesische Aktienmarkt hatte auch bereits im Herbst 2008 gedreht - und nicht erst im März 2009. Das Wachstum war über die gesamte Zeit doch verhältnismäßig gut und der Immobilienmarkt eher schlecht. Deswegen haben die Chinesen dann ziemlich Gas gegeben und die Ausweitung der Liquidität zugelassen - weil eben hier ein Rückstand da war."

China: Der Motor der Weltkonjunktur

Für Dr. Jens Ehrhardt ist China bereits der wichtigste Antriebsfaktor für die Weltkonjunktur geworden: "Wenn man dagegen die USA betrachtet, wo man meint, dass die Unternehmen aktuell wieder gut verdienen und investieren sollten, wird man enttäuscht. Die Investitionen liegen weiterhin auf ganz niedrigem Niveau und bei geringer Kapazitätsauslastung wird man auch nicht so schnell wieder investieren. Die USA sind also kein Konjunkturmotor mehr. Auf der anderen Seite sieht man die Investitionen in China auf hohem Niveau. Aktuell sind die Anlageinvestitionen in China so hoch wie in Europa und in den USA. China ist auf Sicht einer 5-Jahresprognose meiner Einschätzung nach ein guter Markt - kurzfristig evt. etwas überhitzt."

Bevölkerungsstruktur als Pluspunkt

China wird sich auch deshalb sehr positiv entwickeln, weil auch eine große Zahl von Hochschulabsolventen in die Wirtschaft drängen. Dr. Jens Ehrhardt: "In Davos wurde zuletzt von einem Tagungsteilnehmer gesagt, dass die US Arbeitnehmer wieder neu ausgebildet werden müssen um wieder neue Fertigkeiten zu besitzen und damit wieder mehr produzieren bzw. exportieren zu können. Es fehlen einfach die Fachleute. In China gab es im Jahr 2009 6 Millionen Hochschulabsolventen, die nun der Volkswirtschaft zur Verfügung stehen. In China wohnt nur ein Viertel der Bevölkerung in Städten und drei Viertel am Land. In Amerika war das in den Pionierzeiten auch genau so. Damals waren 98 Prozent Farmer und zwei Prozent wohnten in der Stadt. Heute ist es umgekehrt. Und auch in China wird es noch sehr stark in diese Richtung gehen. Die Ein-Kind-Politik ist demographisch gesehen kein Grund Angst zu bekommen, weil soviele Leute vom Land in die Stadt ziehen können und in den Fabriken beschäftigt werden können. Beim Einstieg in den Produktionsprozess wird auch sehr viel gelernt. Und mit der Eingliederung in die Wirtschaft steigt auch das Konsumpotenzial."

Das Volumen der Importe der BRIC Staaten liegt heute bereits höher als die Gesamtimporte der USA. Gemessen an der Weltaktienkapitalisierung sind die Schwellenländer jedoch mit rund 13 Prozent immer noch deutlich geringer bewertet, obwohl 80 Prozent der Weltbevölkerung in den Schwellenländern leben. Im Jahr 2002 betrug dieser Anteil nur vier Prozent und im Jahr 2006 acht Prozent. 

Wichtige monetäre Indikatoren

Dr. Jens Ehrhardt: "Ich stehe auf dem Standpunkt, dass die Konjunktur sich nicht positiv entwickeln kann, wenn das monetäre Umfeld nicht stimmt und wenn die Kredite nicht steigen. Bei den kleineren Unternehmen in den USA herrscht eher noch die Kreditklemme. Die großen Unternehmen können ja auch Anleihen emittieren. Im letzten Jahr gab es Rekordvolumina bei Unternehmensanleihen. Dies kann dazu führen, dass Investoren zu stark in Unternehmensanleihen investiert sind. Da muß man auch aufpassen, dass hier keine Blase entsteht. Die Rentenmärkte haben durch die monetäre Aufblähung natürlich bereits Blasencharakter. Aber die Geschäftsbanken würden eine Unterstützung darstellen, da sie die Anleihen aufkaufen würden und die Notenbanken die Zinsen niedrig halten werden bzw. nicht anheben können. Die größte Blase aller Zeiten könnte an den Bondmärkten entstehen."

Die aktuellen Daten zeigen, dass Kredite in den USA außerhalb des Finanzsektors auf sehr niedrigem Nivau sind - also hier sieht man die Stimulierung auch nicht. Auch in Europa gibt es eine kontraktive Entwicklung, die sich noch gar nicht umgekehrt hat. Außerhalb von China gibt es keinen richtigen Aufschwung auf der monetären Seite. Dr. Jens Ehrhardt: "Interessant ist, dass die Geldmenge M1 aufgrund der Offenmarktpolitik steigt und dass die Notenbanken Geld drucken. In UK wurde mehr Geld gedruckt als das gesamte Staatsdefizit war. Das gabe es überhaupt noch nie, dass das Staatsdefizit mit neuem Geld bezahlt wurde. Die Bank of England hat ein Drittel aller Staatsanleihen aufgekauft um den Zins zu stabilisieren. Wenn die Bank of England das nicht gemacht hätte, wären die Anleihenrenditen vielleicht bei 8 Prozent, jetzt sind sie bei 4 Prozent. Was es allerdings noch nie gab: zum Unterschied von M1 geht M3 als breites Geldmengenmaß runter. Früher stieg M3 an, weil Konsumenten und Unternehmen Kredite aufgenommen und investiert hatten. Heute steigt die Geldmenge weil die Notenbank Geld druckt." Der Aktienmarkt wurde dadurch kurzfristig hochgerissen. Die Frage ist natürlich jetzt, welchem Geldmengenaggregat sich der Aktienmarkt anschließen wird - der künstlichen Geldmenge oder der echten Wirtschaft."

Die Geldmenge M2 ist in China aktuell höher als in den USA. Interessant ist auch die Gegenüberstellung der Geldmenge und der Inflation. Der Konsumentenpreisindex in China ist noch relativ tief bei 1,9 Prozent, die Lebensmittelpreise lagen schon bei 5 Prozent. Dr. Jens Ehrhardt betont auch, dass der Anstieg der Lebensmittelpreise auch schon einmal bei 25 Prozent lag. Nachdem dies jedoch auch eine sehr politische Frage ist, könne man davon ausgehen, dass der Anstieg gebremst wird.

China braucht Wachstum und Expansion der Wirtschaft

Dr. Jens Erhardt: "China hatte auch zuletzt gelernt, dass die Geldmenge zu stark reduziert wurde. Aus diesem Grund hatte man sie jetzt wieder stark ausgeweitet um weiterhin Wachstum und Expansion zu ermöglichen. China benötigt Wachstum um die zahlreichen Arbeitslosen und Wanderarbeiter zu beschäftigen. Derzeit liegt das Wachstum bei 10-11 Prozent und ich erwarte nicht, dass China so schnell überproportional bremsen wird. Deswegen glaube ich, dass sie die Zinsen nicht anheben, weil sonst noch mehr heißes Geld aus dem Ausland nach China strömt. Die Zentralbank wird evt. die Mindestreserven etwas erhöhen, was grundsätzlich keine schlechte Methode ist. Bislang wurden USD 25 Mrd. abgeschöpft. Aber soviel Geld kommt monatlich ins Land, weil auf den Renminbi spekuliert wird. Das ist somit also keine Bremse."

Die größere Gefahr sieht Dr. Ehrhardt darin, dass die USA durch die ständige Ausweitung der Geldmenge ihre Währung, den US Dollar, ruinieren. Das ist eine größere Gefahr als eine Blase in China, weil die Amerikaner voll auf das Tempo drücken. Es wäre seiner Ansicht nach kein Problem, die Geldmenge auszuweiten, wenn auch das Einkommen der Konsumenten steigen würde. Bei 15 Prozent mehr Einkommen könnten auch 15 Prozent mehr Häuser gekauft werden. In den USA stagnieren die Realeinkommen seit 20 Jahren und deswegen könnten diese Konsumenten eigentlich keine großen Kredite aufnehmen.

Dieses Mal anders?

Dr. Jens Ehrhardt: "Wenn man die kurz- und langfristigen Zinsen in den USA betrachtet, dann ist immer dann die Aktienbörse sehr stark gestiegen, wenn die kurzfristigen Zinsen niedrig waren und die langfristigen Zinsen hoch waren. Ich befürchte, dass es diesmal zum ersten Mal in der Nachkriegszeit anders sein könnte und dass der Konjunkturmotor trotz dieses Zinsunterschieds nicht anspringen wird. Die Notenbanken werden jedoch weiterhin massenweise die Staatsanleihen aufkaufen. Auch die Geschäftsbanken werden zu einem Viertel Prozent von der Notenbank Kredite aufnehmen und das Kapital in Staatsanleihen investieren - das macht derzeit drei Prozent pro Jahr aus. In den USA war das bereits einmal so. Danach wurde alles runtergefahren und der Bondmarkt fiel sehr stark. Wenn sich die Zinskurve wieder ändert, d. h. die kurzfristigen Zinsen wieder hochgehen, dann ´Gute Nacht´, dann möchte ich keine amerikanischen Anleihen haben, weil alle Geschäftsbanken diese Anleihen verkaufen würden."

In den Geldmarktfonds sind weiterhin Rekordsummen geparkt. Aktienfonds in den USA hatten sogar Abflüsse, viel wurde in Anleihenfonds investiert und ein wenig auch in Schwellenländer. Positiv wäre aktuell, dass Aktienfonds sehr wenig nachgefragt waren und somit Investoren derzeit nicht übergewichtet sind.

Spannend wird nach Einschätzung von Dr. Jens Ehrhardt auch die Frage wie stark US Staatsanleihen noch nachgefragt werden. Die Weltersparnis beträgt rund USD 2.000 Mrd. Die USA alleine legen in diesem Jahr noch Anleihen im Gesamtvolumen von USD 2.500 auf - plus weitere 1.000 Milliarden für Unternehmensanleihen, weitere Anleihen in Europa, etc. Insgesamt ergibt das ein Anleihenvolumen von USD 8.000 Mrd. bzw. dem Vierfachen der Ersparnis, d. h. es muß Geld gedruckt werden.

Die Barreserven amerikanischer Aktienfonds waren zuletzt geringer als in den Vorjahren. Dr. Jens Ehrhardt: "Diese Fonds hatten zwar keine Zuflüsse, jedoch haben sie - als eine der wenigen Gruppen - Aktien gekauft und die Barreserven verringert. Kurzfristig wird der Aktienmarkt also nicht laufen. Es ist auch genügend Angebot an Aktien und Anleihen auf dem Markt. In der letzten Woche wurden US Staatsanleihen in der Höhe von US Dollar 118 Mrd. ausgegeben. Die Verschuldung von UK im zweiten Weltkrieg lag bei US Dollar 27 Mrd. Dagegen erscheinen die US Dollar 118 Mrd. in einem anderen Licht. Diese Zahlen sind absolut wahnsinnig."

Mittelfristig ist China ein interessanter Markt mit den besten volkswirtschaftlichen Daten, Potenzial zum weiteren Ankurbeln der Wirtschaft, einer hohen Sparquote und der niedrigsten Staatsverschuldung. Die Verschuldungsprobleme des Westens gibt es in Asien. Kurzfristig ist etwas Vorsicht geboten, aber der Kauf in Schwächphasen wäre nach Einschätzung von Dr. Ehrhardt eine sehr gute Investmentidee.

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