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BLOG - Sündenfall bei ETFs?

In der vergangenen Woche brachte ein Artikel zum Thema Retrozessionen in der Financial Times fm (FTfm) wieder mal Unruhe in die ETF Industrie. Wurden doch in diesem Artikel und in einem folgenden auf igniteseurope.com unterstellt das einige ETF Produzenten ihren Kunden Provisionen zahlen. Funds | 05.02.2010 11:50 Uhr

Nun ist diese Tatsache an sich auch für den deutschen Markt nichts Neues, hatte doch SGAM bei ihrem Markteintritt damit geworben für ihre Produkte Bestandspflegevergütungen zu zahlen. Allerdings ging es in den oben genannten Artikeln nicht um offene Zahlungen von ETF Anbietern, sondern um versteckte Zahlungen an einzelne Kunden. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, könnte aus meiner Sicht die gesamte ETF Branche an Glaubwürdigkeit verlieren, da ein solches Verhalten der Anbieter zu einer weiteren Verunsicherung der Anleger führen würde. Schließlich möchte kein Investor ein Kunde zweiter Klasse sein und auf Rabatte verzichten.

In den oben genannten Artikeln kam jedoch auch klar zum Ausdruck, das die ETF Anbieter, wie bei aktiven Fonds, von einzelnen Vermögensverwaltern, Abwicklungsplattformen und Vertriebsgesellschaften aktiv auf Retrozessionen angesprochen werden. Bei den aktiven Fonds hat dieses Verhalten in den letzten Jahren zu stetig steigenden Vergütungen und somit zu höheren Kosten bei den Investoren geführt. Dies ist insbesondere deshalb bedenklich, da gerade die oben angesprochenen Gruppen zusätzlich noch von ihren Kunden, den Anlegern, bezahlt werden. Diese müssen ständig steigende Kosten, die die Rendite in ihren Portfolios schmälern, hinnehmen, während die Schnittstellen zwischen Anleger und Produktanbieter einen stetig steigenden Anteil der von ihnen betreuten Vermögen als Provisionen vereinnahmen. Das diese Praxis auch vom Gesetzgeber nicht ohne weiteres mehr hingenommen wird, zeigt die MiFiD-Richtlinie, deren Umsetzung zwar noch nicht zu einer perfekten Transparenz führt, aber dennoch als erster Schritt der Regulatoren in die richtige Richtung gewertet werden kann.

Klar ist das die ETF Branche sich mit versteckt gezahlten Vergütungen, auch wenn diese von einigen Marktteilnehmern gefordert werden, nur selbst schadet. Insbesondere dann, wenn irgendwann herauskommen sollte, das ein Anbieter, der sich deutlich von der Zahlung von Provisionen distanziert, doch Rückvergütungen gezahlt haben sollte. Vielleicht sollten die Produktanbieter statt über Provisionszahlungen über die Möglichkeit der Senkung der Verwaltungsgebühren nachdenken. Ein solches Umdenken könnte den europäischen Anlegern dann vielleicht bald Gebühren wie in den USA bescheren, wo ETFs auf Standardindizes zum teil deutlich weniger als zehn Basispunkte an Verwaltungsvergütung kosten. Das es bei diesen Gebühren noch Raum nach unten gibt hat die db x-trackers gezeigt, in dem Sie die Verwaltungsvergütung für den DJ Eurostoxx 50 ETF auf null senkte, Auch die Ankündigung von CASAM mit den Preisen für ihre Produkte 20 Prozent unter dem Marktdurchschnitt bleiben zu wollen, zeugt davon das es bei den Managementgebühren noch reichlich Spielraum nach unten gibt. Da eine solche Preissenkung allen Anlegern zugute kommt, würde ein solcher Schritt die Attraktivität von ETFs sicherlich noch weiter erhöhen.

Allerdings sollten Anleger, wie bei allen anderen Produkten, auch bei ETFs nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf die die Produktqualität in Bezug auf die Abbildung des unterliegenden Index achten. Was nützt es einem Anleger wenn er den günstigsten ETF im Portfolio hat, welcher aber gleichzeitig seinen Index am ungenauesten abbildet. Dies bedeutet das sich der Markt nicht nur über den Preis, sondern auch über die Produktqualität für oder gegen einen ETF entscheiden wird. Somit sollten alle Anbieter versuchen die Gesamtkosten für die Verwaltung und den Handel eines ETF möglichst niedrig zu halten, während Sie die Produktqualität insbesondere im Bezug auf die Abbildung des unterliegenden Index wenn möglich gleichzeitig weiter verbessern sollten.

 


 

Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

 


Über den Autor Detlef Glow, MBA (UoW):

Detlef Glow begann im Jahr 2005 als Leiter der Fondsanalyse für Deutschland und Österreich bei Thomson Reuters - Lipper. Seit Anfang 2007 ist er dort Leiter der Fondsanalyse für Zentral-, Nord- und Osteuropa. Zuvor war er als Direktor Portfoliomanagement bei der Feri Wealth Management GmbH in Bad Homburg als Portfoliomanger für vermögende Privatkunden tätig. Seine Karriere begann Glow neun Jahre zuvor bei der tecis Holding AG in Hamburg, wo er zuletzt als Leiter der Fondsanalyse sowohl für das quantitative als auch das qualitative Fondsresearch der tecis Asset Management AG verantwortlich war.

 


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