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Ein Branchenplayer über die Goldentwicklung

Dr. Joachim Berlenbach, Manager des Earth Gold Fund UI, im Gespräch mit e-fundresearch über die Entwicklung des Goldpreises, die aktuelle M&A-Tätigkeit in der Branche und den Mangel an gut ausgebildeten Geologen und Ingenieuren. Funds | 13.04.2010 04:30 Uhr

Berlenbach managet neben dem Earth Gold Fund UI auch den Earth Exploration Fund UI sowie den Earth Energy Fund UI. Der promovierte Bergbaugeologe ist mehrfach ausgezeichneter Rohstoffexperte und war lange Jahre in der Bergbauindustrie tätig.

e-fundresearch: "Herr Dr. Berlenbach, wie schätzen Sie das kurz- bis mittelfristige Entwicklungspotenzial des Goldpreises ein?"

Berlenbach: "Grundsätzlich gebe ich nicht gerne Prognosen für den Goldpreis ab. Besonders nach oben hin ist es wahnsinnig schwierig die tatsächliche Entwicklung einzuschätzen. Denn dabei spielen sehr viele Faktoren – wie etwa Psychologie – eine Rolle. Was ich allerdings beobachte ist, dass der Break-Even-Preis der Produktion zuletzt stark gestiegen ist. 2003 lag er noch bei 450 USD pro Unze Gold, derzeit bei einem durchschnittlichen Wert von 750 bis 800 USD. Nach dem Stand der Dinge wird bald die 1.000 USD-Grenze durchbrochen werden."

e-fundresearch: "Worauf ist diese Entwicklung zurückzuführen?"

Berlenbach: "Die Ursachen dafür sind einleuchtend: Einerseits ist der Ölpreis zuletzt wieder gestiegen. Das stellt eine enorme Belastung für die Unternehmen dar, da rund 30 Prozent der Kosten einer Tagebaumine durch den Ölbedarf entstehen. Das gleiche gilt auch für den Stahlpreis. Man muss sich nur vor Augen führen wie viel Stahl etwa für eine südafrikanische Mine benötigt wird. Dazu kommen auch noch steigende Lohnkosten."

e-fundresearch: "Was für eine Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Dollarkurs?"

Berlenbach: "Der starke Dollar hält derzeit den Goldpreis zurück. Allerdings halte ich den Dollar aus einer Reihe von Gründen nicht für eine strukturell starke Währung. Dass die Fed die Notenpresse anwirft wird den Dollar meiner Meinung nach wieder unter Druck setzen und den Goldpreis unterstützen. Was darüber hinaus für einen steigenden Goldpreis spricht ist die Nachfrage aus China, die von einer ganz neuen Seite entsteht – nämlich von Privatanlegern. Sie werden auch von der Regierung unterstützt. Ich wäre nicht überrascht, wenn viele Zentralbanken, die ihre Dollarreserven abbauen wollen, im Gegenzug ihre Goldbestände kräftig aufstocken werden. Diese Investoren werden ihre Absichten jedenfalls nicht auf die große Glocke hängen. Alles in allem bin ich optimistisch, dass der Goldpreis weiter steigen wird – ob nun auf 1.500 oder 2.000 USD pro Unze ist allerdings schwer zu sagen."

e-fundresearch: "Was für ein Goldpreisszenario würde für den Earth Gold Fund UI sprechen?"

Berlenbach: "Gut für den Fonds wäre entweder ein steigender oder stagnierender Goldpreis. Ist letzteres der Fall können wir im Small-Cap-Bereich immer noch Unternehmen finden, die deutlich unterbewertet sind und somit zur Wertentwicklung des Fonds beitragen. Keinesfalls gut wäre ein Szenario wie wir es 2008 gesehen haben. Bekanntlich kam es damals zu Panikverkäufen ohne Berücksichtigung der tatsächlichen fundamentalen Situation eines Unternehmens."

e-fundresearch: "Wie wird heuer Ihrer Meinung nach die M&A-Tätigkeit ausfallen?"

Berlenbach: "Im Bereich M&A erkenne ich deutliche Aktivitäten, wie zuletzt der Übernahmeversuch von Lihir Gold durch Newcrest Mining gezeigt hat. Dazu kommt, dass viele Mid-Cap Unternehmen kleinere Firmen auf den Radar haben. Der Grund für die rege Übernahmetätigkeit liegt auf der Hand: Viele Minen müssen ihre Abbaureserven aufstocken. Für eine gewisse abgebaute Menge muss schließlich die gleiche Menge an Reserven vorhanden sein. Hohe Goldgehalte gibt es aber kaum noch. Vor ein paar Jahren lag er noch bei acht bis zehn Gramm pro Tonne Gestein, jetzt liegt er nur noch bei ein bis 1,5 Gramm pro Tonne. Es gibt aber auch noch sehr attraktive Lagerstätten wie etwa in Kolumbien. Ingesamt muss man allerdings von rückläufigen Reserven und auch von einer zurückgehenden Produktion sprechen."

e-fundresearch: "Wie sehen Sie derzeit die Bewertungen?"

Berlenbach: "Was die Bewertungen betrifft kann man nicht alle Unternehmen über den Kamm scheren, sondern muss sich jedes einzelne genau anschauen. Unterbewertete Firmen zu zu finden ist allerdings schwierig. Dafür muss man einen sehr guten Draht zur Industrie haben und auch die Sprache des Managements sprechen. Insgesamt mag es aber stimmen, dass die Small- und Mid-Caps eher unterbewertet sind – aber auch hier gibt es Ausnahmen."

e-fundresearch: "Viele Experten sprechen von einer regionalen Spezialisierung der Branchenplayer, wie sehen Sie diese Entwicklung?"

Berlenbach: "Festzustellen sind ebenso regionale Unterschiede. Viele nordamerikanische Firmen wollen etwa aus Risikoüberlegungen nicht nach Afrika. Andererseits sind viele „freundliche“ Länder wie Chile, Argentinien und Kolumbien für viele sehr interessant und attraktiv. Da spielen oft Präferenzen eine Rolle, grundsätzlich hängen diese Entscheidungen jedoch vom Risiko-Return-Profil der einzelnen Unternehmen ab."

e-fundresearch: "Wie gehen Sie bei der Titelselektion vor?"

Berlenbach: "Wir entwickeln für jede Firma ein eigenes Modell. Dabei gilt immer die Prämisse „der Goldgehalt ist König“. Neben dem Goldgehalt schauen wir uns auch das Produktionsprofil und die Recovery Rate (Ersatzreserven, Anmerkung) an. Wichtig ist es auch heraus zu finden wie viel Erfahrung das Management darin hat eine Mine zu bauen. Beim Übergang von der Exploration zur Produktion ist es oft wichtig das Management auszuwechseln. Schließlich rücken werden dann andere Themen in den Vordergrund. Insgesamt muss man im Lebenszyklus einer Rohstofffirma verschiedene Aspekte berücksichtigen."

e-fundresearch: "Wo liegen die größten Herausforderungen Ihrer Tätigkeit?"

Berlenbach: "Die Kardinaltugend im Analyseprozess besteht darin, Minen zu evaluieren, die noch keine veröffentlichten Reserven haben. Der Markt honoriert nämlich nur deklarierte Reserven. In so einem Fall wenden wir unser geologisches Wissen an und schauen uns die Stellen an wo bereits gebohrt wurde und vergleichen sie mit den noch nicht erforschten. Stellen wir einen homogenen Erzkörper fest, kann davon ausgegangen werden, dass auch der Goldgehalt gleich ist."

e-fundresearch: "Haben die Unternehmen genügend qualifizierten Nachwuchs?"

Berlenbach: "Ein zusätzliches Problem besteht im Mangel an gut ausgebildeten Ingenieuren und Geologen. Denn viele Lagerstätten sind sehr kompliziert - eine dreijährige Bachelor-Ausbildung reicht aus um sie entsprechend einschätzen zu können. Hinzu kommt, dass Unternehmen die Leute viel zu früh von den Universitäten abholen."

e-fundresearch: "Welche anderen Edelmetalle finden Sie derzeit interessant?"

Berlenbach: "Sehr interessant ist derzeit auch Platin, das noch eher ein Industrierohstoff ist als Gold. 95 Prozent der Produktion kommt aus Südafrika. Da das Land Probleme mit der Produktion hat, könnte der Platinpreis steigen."

e-fundresearch: "Herr Dr. Berlenbach wir danken für das Gespräch."

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