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BLOG - Vorsicht bei Fonds & Derivaten auf Schiffsindizes

Die Deutsche Zweitmarkt AG bietet seit einigen Tagen den Deutschen Zweitmarktindex Schiff als Basiswert für Fonds und Derivate an. Dieser bildet die Kurse der 50 meistgehandelten Schiffsfonds im Zweitmarkt ab. Damit könnten Anbieter von ETFs und Zertifikaten Investoren bald eine ganz neue Anlageklasse erschließen. Funds | 24.05.2010 04:15 Uhr

Doch die Euphorie darüber sollte nicht über die Mängel von Schiffsindizes als Basiswerte für Anlageprodukte hinwegtäuschen.

Bei Schiffsfonds handelt es sich in der Regel um Beteilungen in Form von Kommanditgesellschaften (KG), die für eine bestimmte Laufzeit gegründet werden. Die Bewertung der Gesellschaft erfolgt einmal jährlich auf Basis des Geschäftsberichts und der Beurteilung der bestehenden Charterverträge sowie des allgemeinen wirtschaftlichen Klimas.

Schiffsfonds korrelieren - ähnlich wie Kunstgegenstände - scheinbar weniger mit anderen  Anlageklassen als beispielsweise Aktien oder Anleihen. Das liegt zum Einen an der eingeschränkten Transparenz der einzelnen Schiffsfonds, zum Anderen an den selteneren Kursfeststellungen. Bei einer genaueren Betrachtung bewegen sich Anlagegüter wie Schiffe oder Kunst aber sehr wohl im Gleichklang mit der allgemeinen Wirtschaftslage. Zudem fehlt ihnen im Gegenteil zu den liquiden Anlageformen gerade in Krisenzeiten oftmals die benötigte Liquidität.

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OFFENE IMMOBILIENFONDS SIND EIN MAHNENDES BEISPIEL

Grundsätzlich spricht nichts gegen die Idee, dem Zweitmarkt für Schiffe durch die Bereitstellung eines handelbaren Index und die folgende Emission von Indexfonds und Zertifikaten weitere Liquidität zuzuführen. Ob dies jedoch mit hochliquiden Anlageprodukten erfolgen sollte, ist fraglich - wie die derzeitige Krise bei den offenen Immobilienfonds zeigt. Auch dort hat die Finanzbranche versucht, eine illiquide Anlageklasse mit Hilfe eines Fondsmantels täglich handelbar zu machen. Doch als institutionelle Anleger mit großen Handelsvolumina in den Markt eintraten und dann im Laufe der Finanzkrise begannen, große Mengen an Immobilienfondsanteilen zu verkaufen, wurden die offenen Immobilienfonds zum Opfer ihres eigenen Erfolges.

Ein ähnlicher Effekt könnte auch bei den Schiffsfonds eintreten. Denn wie immer in engen Marktsegmenten gibt es für Kapital auf der Nachfrageseite immer, bei gleichzeitig steigenden Preisen, ein Angebot. Aber was passiert, wenn ein oder mehrere Anbieter aufgrund von Anteilscheinrückgaben eine größere Menge an Beteiligungen abstoßen müssen? In solchen Fällen können Anteile in der Regel nur zu deutlich niedrigeren Preisen veräußert werden, was in einem engen Markt zu fallenden Indexpreisen führen kann. Die fallenden Kurse können dann als eine Art sich selbst erfüllende Prophezeiung einen Dominoeffekt auslösen, der in einer Krise in dem gesamten Marktsegment enden kann.

Für die Auswahl der einzelnen Komponenten im DZX spielen nur Handels- und Liquiditätskriterien eine Rolle. Mögliche andere Risiken werden nicht beachtet. Eines dieser Risiken bei Schiffsbeteiligungen ist zum Beispiel die Nachschusspflicht. Diese Pflicht der Anteilseigner führt dazu, dass diese im Falle einer wirtschaftlichen Schieflage ihres Schiffes zusätzliches Kapital in den Fonds einbringen müssen, um eine mögliche Insolvenz zu verhindern.

Zusätzlich ist zu beachten, dass Schiffsbeteiligungen normalerweise zu einem großen Teil fremdfinanziert sind, um so die Eigenkapitalrendite zu erhöhen. Allerdings nimmt die Verschuldungsquote eines Schiffsfonds mit der Zeit ab - wegen Rückführungen aus den Ausschüttungen. Dadurch ergeben sich bei den einzelnen Beteiligungen ständig neue Bewertungseigenschaften, die Anleger berücksichtigen müssen. Zudem werden bei der Berechnung des DZX die Ausschüttungen der Fonds im Index wiederangelegt, was nicht ganz der Realität entspricht. Denn normalerweise verwenden die Anleger diese für Zinszahlungen und Tilgungen.

Grundsätzlich handelt es sich bei Schiffsbeteiligungen um eine Anlageklasse, die sich gut zur Risikostreuung in breit aufgestellten Portfolios eignet. Allerdings sind die einzelnen Beteiligungen - ebenso wie Immobilien - nicht liquide. Aufgrund dieser Eigenschaften gilt: Derjenige, der eine Beteiligung schnell verkaufen will oder muss, wird in der Regel nicht den besten Preis für seine Beteiligung erhalten. Zwar führt eine höhere Liquidität in einem Markt zu einer besseren Preisbildung. Aber sie kann, wenn sich die Vorzeichen ändern, auch in den Abgrund führen. Von daher stellt sich die Frage, ob sich Anleger und Emittenten tatsächlich auf das Experiment Schiffe in liquiden Hüllen wie Fonds oder Zertifikate einlassen sollten. Denn schließlich kann man am Kapitalmarkt mehr verlieren als seinen guten Ruf.

 


Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

 


Über den Autor Detlef Glow, MBA (UoW):

Glow begann im Jahr 2005 als Leiter der Fondsanalyse für Deutschland und Österreich bei Thomson Reuters - Lipper. Seit Anfang 2007 ist er dort Leiter der Fondsanalyse für Zentral-, Nord- und Osteuropa. Zuvor war er als Direktor Portfoliomanagement bei der Feri Wealth Management GmbH in Bad Homburg als Portfoliomanger für vermögende Privatkunden tätig. Seine Karriere begann Glow neun Jahre zuvor bei der tecis Holding AG in Hamburg, wo er zuletzt als Leiter der Fondsanalyse sowohl für das quantitative als auch das qualitative Fondsresearch der tecis Asset Management AG verantwortlich war.

 


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