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BLOG - Auch bei ETFs ist Wissen gleich Macht

In den vergangenen Tagen überkam mich ein leichtes Erstaunen. Denn wie verschiedene Umfragen gezeigt haben, verzichten viele institutionelle Anleger auf Grund eines fehlenden Verständnisses für börsennotierte Indexfonds (ETFs) auf Investments in diese Produkte. Funds | 22.06.2010 12:09 Uhr

Dies ist deshalb so erstaunlich, weil die ETF-Anbieter und Market Maker großen Wert auf die sogenannte "Client Education" - also die Ausbildung ihrer Kunden - legen.

Die US-Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) überprüft gerade die Auswirkungen von Derivaten in Fonds. Bis sie damit fertig ist, wird sie keine Fonds, die Derivate einsetzen wollen, zulassen. Davon sind auch ETFs betroffen, die Hebel- oder Short-Strategien verfolgen. Zudem hat die SEC diese Produkte auf Grund ihrer Komplexität als institutionelle Anlageprodukte eingestuft. Doch selbst diese Zielgruppe weiß offenbar nicht, was hinter diesen ETFs steckt: Nach den Ergebnissen einer Studien von Greenwich Associates verstehen viele institutionelle Investoren in den USA die Strukturen und Wirkungsweisen von Short-ETFs nicht.

Auch in Europa erlebe ich bei Gesprächen nach Produktpräsentationen und auf Konferenzen immer wieder, dass viele Investoren noch einen erheblichen Informationsbedarf in Bezug auf ETFs haben. Das fängt bereits beim Basiswissen an. Vor diesem Hintergrund erscheint es fast befremdlich, welche akademischen Diskussionen über ETFs in der Öffentlichkeit geführt werden - zum Beispiel über die Kosten von Index-Swaps. Solche Diskussionen dürften neue Investoren und insbesondere Privatanleger eher abschrecken, anstatt ihnen ETFs näher zu bringen. Natürlich sollten alle Aspekte von ETFs öffentlich in der gebotenen Breite und Tiefe diskutiert werden. Allerdings gilt dabei: Die Dosis macht das Gift. Daher sollte sich jeder, der mit der Kommunikation gegenüber Investoren betraut, ist überlegen, wie viel Fachwissen sein Publikum verkraftet.

Auf der anderen Seite erlebe ich immer wieder sehr produktlastige Präsentationen. Diese erinnern trotz vielversprechender Titel eher an überlange Werbespot, als dass sie nützliche Informationen über neue Anlagemöglichkeiten bieten. Sicher, am Ende des Tages sollen die Investoren die Produkte kaufen. Aber werden Sie das tun, wenn die Informationen, die sie erhalten haben, zu oberflächlich oder verwirrend waren? Von daher sollten Produktanbieter, Berater und Medien nicht müde werden, auch immer wieder Basiswissen zu vermitteln. Dadurch können sie neue Kundengruppen erreichen, ohne erfahrene Investoren zu langweilen.

Dass die Kommunikation zwischen Produktanbietern, Beratern und bestehenden ETF-Investoren im Allgemeinen zu funktionieren scheint, zeigen die Ergebnisse der neuesten EDHEC Studie: Darin gaben 90 Prozent der Teilnehmer an, dass die Wertentwicklungen der von Ihnen gekauften Aktien-, Renten- und Infrastruktur-ETFs im Jahr 2009 ihren Erwartungen entsprachen. Allerdings zeigt die Studie auch: Bei rund zwei Dritteln der Anleger entsprachen die Performances der von ihnen gehaltenen ETFs auf alternative Indizes nicht ihren Erwartungen. Das zeigt, dass bei diesen doch sehr komplexen Produkten ein Kommunikationsdefizit besteht.

In den Medien wird oft die Frage nach den weiteren Wachstumsmöglichkeiten der ETF-Industrie laut. Aus meiner Sicht sind die Perspektiven sehr rosig. Dazu muss es den Anbietern aber gelingen, ihre Kommunikation so auf die entsprechenden Zielgruppen abzustimmen. Alle bestehenden und neuen Investoren müssen die Potenziale von ETFs verstehen. Nur dann werden sie diese einfachen, transparenten und flexiblen Produkte entsprechend ihren Anlagebedürfnissen einsetzen.

 


Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

 


Über den Autor Detlef Glow, MBA (UoW):
 
Glow begann im Jahr 2005 als Leiter der Fondsanalyse für Deutschland und Österreich bei Thomson Reuters - Lipper. Seit Anfang 2007 ist er dort Leiter der Fondsanalyse für Zentral-, Nord- und Osteuropa. Zuvor war er als Direktor Portfoliomanagement bei der Feri Wealth Management GmbH in Bad Homburg als Portfoliomanger für vermögende Privatkunden tätig. Seine Karriere begann Glow neun Jahre zuvor bei der tecis Holding AG in Hamburg, wo er zuletzt als Leiter der Fondsanalyse sowohl für das quantitative als auch das qualitative Fondsresearch der tecis Asset Management AG verantwortlich war.

 


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