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BLOG - Einen Königsweg gibt es nicht

Investoren und Analysten fragen aus aktuellem Anlass immer wieder, ob Börsenindizes nach der Marktkapitalisierung ihrer Einzeltitel konstruiert sein sollten. Gerade vor dem Hintergrund möglicher Staatspleiten erscheint es ihnen ungeeignet, Staaten mit hohen Schulden mit hohen Gewichtungen in Anleihenindizes zu belohnen. Funds | 28.06.2010 16:49 Uhr

Denn hohe Indexgewichtungen führen einer höheren Nachfrage bei den Anlegern.

Diese Diskussion ist nicht neu. Bevor Argentinien 2002 zahlungsunfähig wurde, war der Staat der größte Schuldner unter den Schwellenländern. Daher machten argentinische Papiere in vielen Indizes rund 40 Prozent aus - nach dem Default waren es weniger als zehn. Doch obwohl sich viele Anleger damals die Finger verbrannt haben, reagierte kaum einer. Pimco war einer der wenigen Vermögensverwalter, die ihre hausinternen Vergleichsindizes danach nicht mehr nur anhand der ausstehenden Schuldenvolumina, sondern zum Beispiel auch anhand der Bruttoinlandsprodukte gewichteten.

Warum werden die meisten Indizes bis heute trotz schlechter Erfahrungen auf Grund der Marktgewichte ihrer Einzelwerte berechnet? Dabei hilft ein Blick in die Finanzmarkttheorie, genauer gesagt in das Captial-Asset-Pricing-Model (CAPM). Dieses ist unter den Vermögensverwaltern mit Abstand am weitesten verbreitet. Es geht davon aus, dass der Markt die optimalen Preise für seine Güter kennt, also effizient ist. Ob das in der Praxis tatsächlich so ist, ist umstritten. Zudem sollte jedem Investor klar sein, dass ein Index, der im Verhältnis zum Gesamtmarkt eine kleine Anzahl von Titeln enthält, nur eine Annäherung an das Marktportfolio sein kann.

Neben dem kapitalisierungsgewichteten Ansatz gibt es sowohl bei Aktien als auch Anleihen alternative Gewichtungsmethoden. Dazu gehört im Aktiensegment der Rafi-Ansatz, der auf einer fundamentalen Bewertung der Indexkomponenten beruht. Auch im Anleihenbereich gibt es fundamental orientierte Ansätze. Diese bestimmen die Gewichtungen der einzelnen Länder zum Beispiel auf Basis der Staatsschulden im Verhältnis zu den Wirtschaftsleistungen. Allerdings macht das die Indizes oft schwerer investierbar - zum Beispiel, wenn ein Land mit hoher Wirtschaftsleistung nur ein geringes Schuldenvolumen hat.

Für Anleger ist die Frage, wie die Indexkomponenten gewichtet sind, mehr als eine Glaubensfrage. Denn schließlich bestimmt die Zusammensetzung der Indizes auch deren Rendite-Risiko-Profile und somit die Erträge in den Portfolien der Investoren. Daher sollte sich jeder Investor mit den Indizes, die seinen Investments zugrunde liegenden, genau auseinandersetzen. Dadurch können sie die potenziellen Risiken in ihren Portfolios besser einschätzen. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Schuldenkrise in Europa.

Einen Königsweg gibt es bei der Indexmethode grundsätzlich nicht.

 


Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

 


Über den Autor Detlef Glow, MBA (UoW):
 
Glow begann im Jahr 2005 als Leiter der Fondsanalyse für Deutschland und Österreich bei Thomson Reuters - Lipper. Seit Anfang 2007 ist er dort Leiter der Fondsanalyse für Zentral-, Nord- und Osteuropa. Zuvor war er als Direktor Portfoliomanagement bei der Feri Wealth Management GmbH in Bad Homburg als Portfoliomanger für vermögende Privatkunden tätig. Seine Karriere begann Glow neun Jahre zuvor bei der tecis Holding AG in Hamburg, wo er zuletzt als Leiter der Fondsanalyse sowohl für das quantitative als auch das qualitative Fondsresearch der tecis Asset Management AG verantwortlich war.

 


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