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BLOG - ETF-Analysen sind mit Vorsicht zu genießen

In der vergangenen Woche sorgte eine Studie der niederländischen Fondsgesellschaft Robeco für Aufregung in der ETF-Branche. Denn sie zeigte einige Schwächen der ansonsten viel gelobten börsennotierten Indexfonds auf. Funds | 16.08.2010 13:11 Uhr

Diese Studie ist ein gutes Beispiel dafür, dass solche Untersuchungen generell mit Vorsicht zu genießen sind. Der geneigte Leser sollte immer darauf achten, wer sie auf welcher Datenbasis erstellt hat, um die Ergebnisse einordnen zu können.

Die Robeco-Analyse kam zu dem Ergebnis, das ETFs auf Unternehmensanleihen aus dem Investmentgrade- und High-Yield-Bereich ähnliche Kosten wie aktiv gemanagte Fonds haben. Zudem wichen sie bei den Wertentwicklungen ähnlich stark von ihren Vergleichsindizes ab. Damit widerlegt Robeco nach eigenen Angaben zwei Eigenschaften, mit denen ETF-Anbieter für ihre Produkte werben: niedrige Kosten und möglichst genaue Indexabbildungen. Daher kommt die Studie zu dem Schluss, dass Anleger statt eines Anleihen-ETFs lieber einen entsprechenden aktiv gemanagten Fonds aus dem Hause Robeco kaufen sollten.

Fakt ist, dass die Robeco-Studie Schwächen von ETFs auf Randmärkte aufdeckt, zu denen Unternehmensanleihen gehören. Allerdings ist das Ergebnis nicht verwunderlich. Denn Indizes auf Unternehmensanleihen unterliegen einigen Besonderheiten.

Beispielsweise verschwinden viele der Indexpapiere oftmals komplett in den Portfolios institutioneller Investoren, die diese bis zu den Endfälligkeiten halten, und sind somit nicht mehr am Markt verfügbar. Außerdem lässt die Liquidität in älteren Anleihen nach, da sich viele Anleger auf die neu emittierten Produkte konzentrieren. Diese zwei Faktoren machen es schwer, Anleihenindizes in Form von ETFs nachzubilden.

Außerdem kam es bei Unternehmensanleihen in dem untersuchten Zeitraum von 2002 bis 2010 zu starken Verwerfungen bei der Preisbildung. Einige Anleihen waren im Zuge der Finanzkrise zeitweise sogar illiquide. Solche Marktverwerfungen betreffen theoretisch zwar aktiv gemanagte Fonds und ETFs. Allerdings müssen ETFs die entsprechenden Wertpapiere bei Indexumstellungen verkaufen oder kaufen. Dabei werden sie von den mangels Liquidität höheren Transaktionskosten getroffen, was in der Folge zu einer schlechteren Wertentwicklung als beim Index führt. Aktive Fonds müssen in solchen Situationen nicht handeln, sondern können entsprechende Marktphasen aussitzen.

Grundsätzlich ist der Betrachtungszeitraum der Robeco-Studie, aufgrund der Auswirkungen der Finanzkrise auf das Segment der Unternehmensanleihen in der untersuchten Periode in meinen Augen zu kurz. Das ist allerdings gezwungenermaßen so, weil ETFs auf Unternehmensanleihen erst seit wenigen Jahren auf dem Markt sind.

Insgesamt zeigt dieses Beispiel: Wer sich mit Marktstudien beschäftigt, sollte genau auf die zugrundeliegenden Datensätze und das jeweilige Marktumfeld schauen. Nur so lassen sich die Ergebnisse möglichst objektiv beurteilen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, wem das Ergebnis der Studie hilft. Denn es ist fraglich, ob Robeco die Studie auch dann veröffentlicht hätte, wenn das Ergebnis zugunsten von ETFs ausgefallen wäre.

 


Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

 


Über den Autor Detlef Glow, MBA (UoW):
 
Glow begann im Jahr 2005 als Leiter der Fondsanalyse für Deutschland und Österreich bei Thomson Reuters - Lipper. Seit Anfang 2007 ist er dort Leiter der Fondsanalyse für Zentral-, Nord- und Osteuropa. Zuvor war er als Direktor Portfoliomanagement bei der Feri Wealth Management GmbH in Bad Homburg als Portfoliomanger für vermögende Privatkunden tätig. Seine Karriere begann Glow neun Jahre zuvor bei der tecis Holding AG in Hamburg, wo er zuletzt als Leiter der Fondsanalyse sowohl für das quantitative als auch das qualitative Fondsresearch der tecis Asset Management AG verantwortlich war.

 


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