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Gürtel enger schnallen ist angesagt

John Greenwood, Chief Economist von Invesco Ltd. erwartet für das laufende Jahr weiterhin niedrige Zinsen und niedrige Inflationsraten. In diesem Umfeld erscheinen Aktieninvestments mit attraktiven Dividendenrenditen sehr sinnvoll. Funds | 19.01.2011 04:45 Uhr

Greenwood sieht auch einen Ausweg aus der Finanzkrise und skizziert dafür fünf mögliche Szenarien, die sich aus der Analyse von 35 Finanzkrisen der Vergangenheit ergeben.

Eine Analyse der Kredit- und Finanzkrise der letzten Jahre erfordert auch einen genauen Blick auf das Zusammenspiel zwischen Privatsektor und öffentlichem Sektor - vor allem hinsichtlich des Verschuldungsgrades. Dabei können zumeist drei Phasen unterschieden werden. In der ersten Phase kann als Folge - oder auch als Basis - eines starken Anstiegs von Vermögenswerten und Preisen für Wertpapiere ("bubble") ein Anstieg des Verschuldungsgrades des Privatsektors (inkl. Bankensektor) beobachtet werden. Wird dann ein Niveau erreicht, das keinen weiteren Anstieg mehr erlaubt und die Blase platzt, erfolgt der Übergang in eine zweite Phase, die dadurch gekennzeichnet ist, dass in der Regel der öffentliche Sektor bzw. der Staat beginnt, einen Teil der Schulden des Privatsektors zu übernehmen und selbst den Verschuldungsgrad deutlich erhöht, während der Privatsektor mit dem Abbau der Schulden beginnt. In der dritten Phase kämpft dann der öffentliche Sektor mit dem Problem der hohen Verschuldung und baut diese auf verschiedene Art und Weise ab.

Staat als Retter

John Greenwood, Chief Economist, Invesco Ltd.: "Wenn der Staat mit der Übernahme von Schulden des Privatsektors beginnt, kann dies auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Entweder durch erhöhte Ausgaben um die aggregierte Nachfrage in der Volkswirtschaft nicht schrumpfen zu lassen oder durch die Übernahme von Aktien der Banken oder auch durch Übernahme von Unternehmen. Beispiele dafür haben wir u. a. auch in den USA gesehen, wo sich der Staat bei GM oder auch AIG beteiligt hatte. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der öffentliche Sektor einspringen kann."

Nicht vergessen sollte jedoch werden, dass der öffentliche Sektor sich nur auf eine Einkommensquelle stützen kann - und zwar die Steuereinnahmen. Greenwood: "Wenn jedoch die Volkswirtschaft nach dem Platzen der Blase in eine Rezession schlittert und durch die Restrukturierung im Privatsektor die Gewinne und damit auch die Steuereinnahmen sinken, gibt es gleichzeitig eine höhere Belastung durch die Übernahme von zusätzlichen Schulden und die Finanzierung von Hilfsprogrammen durch den Staat."

Wo stehen wir?

In welcher Phase wir uns aktuell befinden, ist nicht exakt bestimmbar. Greenwood geht jedoch davon aus, dass wir uns derzeit wohl in der Mitte von Phase 2 befinden, wo eine sukzessive Reduktion des Verschuldungsgrades des Privatsektors und eine deutliche Erhöhung des Verschuldungsgrades des öffentlichen Sektors beobachtet werden kann. Greenwood: "Dies bedeutet, dass wir noch ein Stück des Weges vor uns haben und der Zeitpunkt noch nicht abschätzbar ist, ab dem der öffentliche Sektor die Spitze des Verschuldungsgrades überschreiten und nachfolgend mit dem Abbau der Schulden beginnen wird. Obwohl die Regierung in UK zu jenen zählt, die den Rotstift sehr engagiert ansetzen, erwartet man einen ausgeglichenen Haushalt nicht vor dem Jahr 2014 oder 2015." Die große Gefahr für die erfolgreiche Navigation der Volkswirtschaft durch alle drei Phasen ist ein neuerlicher Rückfall in eine wirtschaftliche Schwächephase. In einem halbjährlich von der Bank of England veröffentlichten "Finanzstabilitätsbericht" wird die Höhe die Entwicklung der Staatsverschuldung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts vom Jahr 2007 ausgehend über die Jahre 2007 bis 2011 dargestellt und die voraussichtliche Entwicklung bis in das Jahr 2015 skizziert. Dabei wird nicht nur die dramatische Erhöhung der Staatsverschuldung in den meisten westlichen Industrieländern über die letzten Jahre hinweg, sondern auch noch die Sensitivität hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung deutlich. Die Bank of England liefert in diesem Bericht sehr eindrucksvolle Zahlen für das Szenario der Erhöhung der Staatsverschuldung, sollte das Wirtschaftswachstum um ein Prozent unter den IWF Prognosen liegen. Im Falle von Italien würde dies beispielsweise die Verschuldung um knapp 20 Prozent von aktuell rund 120 auf knapp 140 Prozent erhöhen und auch in den USA würde dieser Wert um mehr als 10 Prozent auf dann über 120 Prozent ansteigen.

Die entscheidenen drei Elemente bei der Bewältigung der Folgen der Finanzkrise sind einerseits die Banken, die Höhe der Staatsverschuldung und das Wirtschaftswachstum. Diese drei Elemente sind eng miteinander verbunden.

Fünf mögliche Auswege aus Krisen

Greenwood: "Ich habe die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung von einer Reihe von Finanzkrisen in der Vergangenheit untersucht und analysiert - rund 35 Fallbeispiele - und daraus konnte man fünf mögliche Endstadien von Krisen identifizieren. Erstens können sich Staaten durch die Schaffung von Inflation ihrer Schulden leichter entledigen. Die zukünftige Kreditaufnahme und Finanzierung wird jedoch deutlich schwieriger. Zweitens könnten Staaten sich weigern, ihre Schulden zum Teil nicht zurückzuzahlen - mit entsprechend negativen Effekten für die Bonität. Drittens wäre eine positive Sonderkonjunktur eine Möglichkeit zum Entkommen aus der Krise. Das vierte Szenario wäre das Hineinfallen in eine Schuldenfalle, die sehr negativ wäre und weitere Schritte zur Folge hätte. Als fünfte Möglichkeit sei das ´Gürtel enger schnallen´ angeführt, wo Staaten mühsam und durch große Anstrengungen von allen Seiten den Weg aus der Krise schaffen. Dieses Szenario möchte ich als das wahrscheinlichste für den weiteren Verlauf in Europa bezeichnen."

Mit Bezug auf die oben genannten drei Phasen geht Greenwood davon aus, dass sich der Privatsektor und der öffentliche Sektor in der Mitte von Phase 2 befinden und der Ausweg über Sparen, Restrukturieren und ´Gürtel enger schnallen´ möglich sei. Die Bewältigung der Finanzkrise bedeutet auch eine Schrumpfung des Nichtbanken-Sektors im Finanzbereich.

Geringe Inflation und niedrige Zinsen

Greenwood geht auch davon aus, dass aufgrund der Sparbemühungen der Staaten und des Privatsektors die wirtschaftliche Aktivität gebremst bleibt und dadurch auch Inflation und Zinsen niedrig bleiben werden. Für die USA erwartet Greenwood für 2011 ein reales Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent (2,7 Prozent Konsensusschätzung) und eine Inflationsrate von 0,8 Prozent (1,4 Prozent). Für die EU-16 liegen die Werte bei 1,6 Prozent (1,4 Prozent) und 1,7 Prozent (1,6 Prozent).

Gibt es echtes Wachstum?

Auf der Suche nach Indikatoren für den Nachweis von wirtschaftlichen Aktivitäten wird oft auch das Kreditwachstum sowie die Ausleihungen von Banken herangezogen. Greenwood warnt jedoch auch davor, die Daten aus den USA für bare Münze zu nehmen, da in den letzten 2-3 Jahren auch Anpassungen der Zeitreihen vorgenommen wurden und beispielsweise große Volumina von verbrieften Wertpapieren als Kredite und Ausleihungen klassifiziert wurden, ohne dass eine reale Kreditnachfrage feststellbar wäre. Auch in Europa könnten sich die zuletzt beobachteten BIP-Wachstumsraten als Basiseffekte und nicht echtes Wachstum entpuppen.

Während in Europa und in den USA die Zinsen niedrig bleiben sollten, sind in Asien bereits Zinsanstiege zu beobachten. Zudem kämpfen diese Länder auch mit hohen Kapitalzuflüssen, die Aufwertungsdruck auf die Währungen ausüben, wodurch die Exportindustrie benachteiligt wird.

Das Wirtschaftswachstum in Asien im laufenden Jahr 2011 wird wie folgt eingeschätzt: China +9,1 Prozent Wachstum und 4 Prozent Inflation, Indien 8,4 Prozent Wachstum und 7,1 Prozent, Asien ex-Japan 7,4 Prozent Wachstum und 4,2 Prozent Inflation.

Aktien mit Dividendenrendite gesucht

Greenwood: "Auf Basis des skizzierten makroökonomischen Szenarios mit niedrigen Zinsen und niedrigen Inflationsraten erscheinen Investments in Aktien mit attraktiven Dividendenrenditen eine sehr sinnvolle Strategie zu sein."

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