Wir verwenden Cookies um Ihnen mehr Benutzerfreundlichkeit bieten zu können. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos

Zweimal pro Woche - Kostenlos per E-Mail.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

BLOG - Kritik an ETFs wird nicht schnell verstummen

Seit April 2011 stehen börsennotierte Indexfonds (ETFs) im Kreuzfeuer der Kritik. Der Finanzstabilitätsrat (FSB), die Bank für Intern. Zahlungsausgleich (BIZ) und der Intern. Währungsfonds (IWF) haben in untersch. Gutachten auf Gefahren für Investoren und das Finanzsystem hingewiesen, die von ETFs ausgehen könnten. Funds | 06.07.2011 09:45 Uhr

Seitdem springen verschiedene Kritiker immer wieder darauf an, so dass die Kritik nicht abreißt. Meiner Meinung nach wird das auf absehbare Zeit so bleiben. Und die Schuld daran trägt die Branche zu einem großen Teil selbst!

Die ETF-Anbieter reagierten auf die Kritik von FSB, BIZ und IMW eher verhalten. Offenbar hofften sie darauf, dass  sie von allein schnell wieder in den Hintergrund gerät. Doch daraus wurde nichts, wie man sieht: Erst vor wenigen Tagen schoss der Londoner Fondsmanager Terry Smith von Fundsmith in seinem Newsletter gegen ETFs und bezog sich dabei auf die Kritik der drei genannten Organisationen. Auch die britische Finanzpresse wird nicht müde, die Fonds in teilweise mehrseitigen Beiträgen zu kritisieren – unter Berufung auf FSB, BIZ und IWF.

Da zeigt sich, was schlechtes Krisenmanagement anrichten kann! Denn statt den Vorwürfen mit einer Stimme zu widersprechen, kämpften die wenigen Anbieter, die aktiv wurden, lieber für sich allein und schossen dabei gegen Wettbewerber, um sich zu profilieren. Die Mehrheit schwieg die Angelegenheit sowieso lieber tot. Denn dieses Verhalten hat in meinen Augen dazu geführt, dass die unterschiedlichen Blickwinkel und Argumente der Anbieter, die sich zu Wort gemeldet haben, die Investoren zusätzlich verwirrt statt aufgeklärt haben.

Damit wird sich die Branche meiner Meinung nach noch eine ganze Weile herumschlagen müssen. Warum? Die Kritik kommt von allen Seiten. Und sie geht von Medien, Experten beziehungsweise Organisationen aus, die in der Finanzbranche anerkannte Institutionen sind. Das verleiht ihnen enorme und lang anhaltende Durchschlagkraft. Zudem fehlt es Investoren an Fachwissen um ETFs, um die verschiedenen Argumente, die im Zuge der Diskussion auftauchen, einordnen und bewerten zu können.

Da die Kritik anhalten wird, ist es für die Branche noch immer nicht zu spät, zu reagieren. Aber wie? Sie sollte zeigen, dass die geäußerten Kritikpunkte zwar zum Teil richtig, aber aufgrund der Produktkonstruktionen und der gesetzlichen Regulierung von ETFs größtenteils unberechtigt sind. Ich habe an anderer Stelle bereits gesagt, dass die ETF-Branche dringend einen gemeinsamen Verband braucht, um auf künftige Krisen einstimmung und professionell reagieren zu können. Aber mir ist klar, dass sich so eine Organisation nicht innerhalb weniger Wochen einrichten lässt.

Was bleibt der Branche also übrig? Anbieten würde sich eine unternehmensübergreifende Arbeitsgruppe, die der Branche als Sprachrohr dient. Sie könnte meiner Ansicht nach sehr schnell aktiv werden. Denn die unterschiedlichen Anbieter verfügen ja bereits über reichlich Markt- und Produktanalysen, die nur noch zusammengefasst und einheitlich aufbereitet werden müssten. Aber um es klar zu sagen: Eine solche Arbeitsgruppe ist keine Alternative zu einem Verband, sondern nur eine vorübergehende Lösung – quasi eine schnelle Eingreiftruppe.

Zudem muss die Branche etwas dafür tun, dass die Investoren aufkommende Kritik besser verstehen, einordnen und bewerten können. Denn wer die verschiedenen Argumente selbst durchdenken kann, nimmt Kritik nicht nur auf und hilft, sie zu verbreiten. Daher muss die Ausbildung der Investoren ganz oben auf den Agendas der ETF-Anbieter und -Dienstleister stehen. Entsprechende Maßnahmen wirken zwar eher langfristig und helfen der Industrie bei der aktuellen Diskussion nicht weiter. Sie werden sich aber in der Zukunft auszahlen. Denn die Branche wird – wie jede andere Branche auch – immer mal wieder Kritik erleben.

 


Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

 


Über den Autor Detlef Glow, MBA (UoW):
 
Glow begann im Jahr 2005 als Leiter der Fondsanalyse für Deutschland und Österreich bei Thomson Reuters - Lipper. Seit Anfang 2007 war er dort Leiter der Fondsanalyse für Zentral-, Nord- und Osteuropa. Seit Herbst 2010 ist Herr Glow Head of Lipper EMEA Research und damit Leiter der Fondsanalyse Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Zuvor war er als Direktor Portfoliomanagement bei der Feri Wealth Management GmbH in Bad Homburg als Portfoliomanger für vermögende Privatkunden tätig. Seine Karriere begann Glow neun Jahre zuvor bei der tecis Holding AG in Hamburg, wo er zuletzt als Leiter der Fondsanalyse sowohl für das quantitative als auch das qualitative Fondsresearch der tecis Asset Management AG verantwortlich war.

 


Hier gelangen Sie zur Community-Page (nur für professionelle Investoren!).

 


Gastkommentare werden von anerkannten Experten verfasst, deren Meinungen nicht mit jener der e-fundresearch.com Redaktion übereinstimmen müssen.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Für diesen Suchebgriff konnten wir leider keine Ergebnisse finden!
Fonds auf e-fundresearch.com

Weitere Informationen zu diesem Fonds Kennzahlen per 31.10.2019 / © Morningstar Direct
Bereiche auf e-fundresearch.com
NewsCenter auf e-fundresearch.com
Kontakte auf e-fundresearch.com

{{ contact.email }}

{{ contact.phonenumber }}

{{ contact.secondary_phonenumber }}

{{ contact.address }}

Weitere Informationen im {{ contact.newscenter.title }} Newscenter
Artikel auf e-fundresearch.com