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UCITS IV als weiterer Meilenstein

Welche Vorteile die Umsetzung der UCITS IV Richtlinie für Fondsgesellschaften und der neue ´Beipackzettel´ (KID) für Investoren bringen wird, beschreibt der Vorsitzende der Geschäftsführung der ERSTE-SPARINVEST und CEO der Erste Asset Management Heinz Bednar. Funds | 20.07.2011 04:45 Uhr

Im Interview mit e-fundresearch.com geht er auch auf die aktuelle Schuldenkrise sowie Steuer- und Produktfragen ein.

e-fundresearch.com: "Die Fondsbranche ist derzeit mit der Umsetzung der UCITS IV Richtlinie beschäftigt. Welche Vorteile sehen Sie?"

Heinz Bednar: "Zum Unterschied von UCITS III bedeutet UCITS IV einen weiteren Meilenstein und eine weitergehende Standardisierung wie dem European Passport für Fonds und auch einheitliche Transparenzvorschriften in Europa durch die Schaffung des KID (Kundeninformationsdokument bzw. Key Investor Document). Die Einführung des Management Company Passport ist ein Meilenstein im Investmentfondsrecht. Es entsteht ein Binnenmarkt für Investmentfonds, der Vorteile bei der Registrierung und Auflage von Fonds in den EU-Mitgliedsstaaten mit sich bringt. Es entsteht damit auch eine neue grenzüberschreitende Dimension in der Verwaltung von Investmentfonds. Wir erwarten auch eine Effizienzsteigerung der Fondsindustrie unter Beibehaltung des hohen Anlegerschutzniveaus, denn auch in Zukunft sind Stabilität, Zuverlässigkeit und Performance die Maßstäbe, an denen uns die Investoren messen werden."

e-fundresearch.com: "Was erwartet sich die Fondsbranche von der Einführung des KID?"

Bednar: "Mit dem KID, in Österreich auch Beipackzettel genannt, wird ganz genau bestimmt und geklärt, welche Informationen als Mindestanforderung geliefert werden müssen. In Deutschland wurde bereits per 1. Juli ein eigener Beipackzettel geschaffen, womit Fondsanbieter nun entweder KID oder diese deutsche Version des Beipackzettels erfüllen müssen. Die Schaffung des KID ist absolut im Interesse der Kunden und Investoren und man kann schon davon ausgehen, dass dieses Dokument auch gelesen und genutzt wird und auf jeden Fall ein gutes Tool darstellt. Wichtig ist einerseits die Qualität des KID und die Standardisierung. Es sollte keinen Unterschied mehr machen, wo der Fonds produziert wird und wo der Beipackzettel erstellt wird. Der KID gehört zum Pflichtprogramm nach UCITS IV. Inwieweit dieses Dokument auch in der Kommunikation eingesetzt wird, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich."

e-fundresearch.com: "Wo werden die Vorteile gegenüber dem vereinfachten Prospekt liegen, der im Rahmen der UCITS III Richtlinie geschaffen, wurde?"

Bednar: "Die Schwierigkeit beim vereinfachten Prospekt war vor allem auch, dass sich in Europa kein einheitliches Format entwickelt hatte, er oftmals unterschiedlich aufgebaut war und nicht immer leicht verständlich formuliert war. KID sollte in diesen Bereich eindeutige Verbesserungen bringen."

e-fundresearch.com: "Mit welchen Themen hatte sich die Fondsindustrie im Zusammenhang mit der Novelle des österreichischen Investmentfondsgesetzes beschäftigt?"

Bednar: "Im Wesentlichen war uns wichtig, dass keine Punkte beschlossen werden, die von den europäischen Standards abweichen. Man muss jetzt auch abwarten, wie die entsprechenden Regelungen in anderen Ländern ausfallen werden. Danach wird man sehen, welche Vorteile sich ergeben werden. Die Chancen liegen bei uns als ERSTE-SPARINVEST und Erste Asset Management eher im Marktzugang und weniger im Bereich der Regulierung."

e-fundresearch.com: "Welche weiteren Neuerungen bringt das Gesetz mit sich?"

Bednar: "Beispielsweise wird jetzt im Risikomanagement mehr geregelt und es werden neue Standards geschaffen, deren Erfüllung auch durchaus für die eine oder andere KAG zusätzliche Investitionen mit sich bringen wird oder bereits gebracht hatte und man kann davon ausgehen, dass alle Marktteilnehmer diese neuen Vorgaben in vollem Umfang umsetzen können."

e-fundresearch.com: "Gibt es im Zusammenhang mit den Besteuerungsregeln für Fonds noch Hoffnung auf eine Optimierung des Systems?"

Bednar: "Die Frage ist vor allem, wie man von der aktuellen Situation zu einer besseren Lösung kommt. Interessant wäre, wenn man im Bereich der privaten Altsvorsorge ganz allgemein auf die steuerbegünstigte Förderung von Lösungen und weniger auf neue Produkte setzen könnte. Zu berücksichtigen ist auch, dass Änderungen im Steuerbereich immer sehr hohe Umstellungsinvestitonen mit sich bringen, deren Ausmaß und Komplexität für die Behörden oft nicht erkennbar scheint. Die Grundfrage ist auch, ob im Bereich der privaten Vorsorge zeitgemäße Kapitalmarktlösungen überhaupt gewünscht sind und es entsteht auch der Eindruck, dass hier zumeist ein obrigkeitsstaatliches Denken vorherrscht. Ein Blick nach Polen zeigt, dass in den letzten Jahren enorme Mittel im Pensionssystem aufgebaut werden konnten, die der Bevölkerung zugute kommen können."

e-fundresearch.com: "Das Fondsvolumen in Österreich war im Juni gegenüber Mai mit -1,6 Mrd. Euro leicht rückläufig und liegt aktuell bei 142,4 Mrd. Euro. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?"

Bednar: "Unter Berücksichtigung der aktuellen Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten hat sich der Markt gut gehalten. Die Probleme im Zusammenhang mit Griechenland müssen nachhaltig gelöst werden. Es ist schlichtweg das Euro-Thema an sich. Die Frage ist, wie man dieses Problem löst und man bewegt sich immer zwischen dem Konzept einer Solidarhaftung und ´jeder für sich´.

e-fundresearch.com: "Wie könnte ein Lösung aussehen?"

Bednar: "Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil hier sehr viele Faktoren berücksichtigt werden müssen und ein Ausgleich der Interessen von EZB, Staaten und Investoren stattfinden muss. Ausgehen muß die Lösung in jedem Fall von einer gemeinsamen Lösungsorientierung der einzelnen Staaten. Erst wenn auch ein Basiskonsens in der Fiskalpolitik gefunden ist, dessen Nichteinhaltung auch sanktioniert werden kann, ist ein nachhaltig glaubhaftes Fortbestehen eines starken Euroraumes sicherbar. Am Ende einer solchen Entwicklung können auch gemeinsame Anleihenemissionen stehen."

e-fundresearch.com: "Die ERSTE Bankengruppe ist ja einer der wichtigsten Marktteilnehmer in Zentral- und Osteuropa. Wie schätzen Sie die aktuelle Geschäftsentwicklung und das Zukunftspotenzial in den östlichen Nachbarländern ein?"

Bednar: "Die Entwicklung in der einzelnen Länder muss sehr differenziert betrachtet werden. Für uns nicht unwichtig ist, dass sich die wichtigsten Länder in der europäischen Union befindet, weil Regelungen wie UCITS IV dann zur Anwendung kommen. Für uns ist primär der Markt an sich von Bedeutung und nicht unbedingt die Währung selbst, weil diese Komponente im Rahmen des Fondsmanagements berücksichtigt werden kann. Die Bedeutung der einzelnen Fondsmärkte hängt auch stark von der allgemeinen Entwicklung des Kapitalmarktes in diesen Ländern ab. Während Österreich ein Fondsvolumen von 144 Mrd. Euro repräsentiert, liegt das Volumen in Ungarn bei etwas mehr als 14 Mrd. Euro, in Tschechien bei rund 10 Mrd. Euro und in der Slowakei bei 4,5 Mrd. Euro. Wachstumspotenzial gab es zuletzt vor allem auch in Rumänien, jedoch von einer relativ niedrigen Basis ausgehend."

e-fundresearch.com: "Noch eine Frage zum Wachstum der ETFs. Wie wichtig sind ETFs aus der Sicht der ESPA?"

Bednar: "ETFs sind für intra-day Trader wichtig, wobei viele dieser Anleger auch oft direkt in Einzeltitel investieren. Bei institutionellen Investoren, die aktive Asset Allocation Strategien verfolen, sind ETFs auch ein möglicher Baustein - wie auch im Bereich der Vermögensverwaltung. Der Hauptgrund, der für ETFs spricht, ist die Handelbarkeit. In Österreich ist die ETF-Welle jedoch deutlich schwächer als beispielsweise in Deutschland und ich gehe davon aus, dass die Bedeutung vielleicht noch geringfügig zulegt, jedoch nicht überbewertet werden sollte."

e-fundresearch.com: "Welche Bedeutung haben Fonds heute im Vertrieb in den Bankfilialen?"

Bednar: "Der Fokus auf Liquidität aus der Sicht der Banken im Zusammenhang mit Basel III, Inflationsängste der Anleger zu Beginn des Jahres und die damit verbundene Präferenz für Floater und Eigenemissionen der Banken und auch die Diskussion rundum die neue Steuerregelungen haben den Fondsabsatz zuletzt nicht unterstützt. Trotzdem hatte sich das Gesamtvolumen in diesem Jahr sehr gut gehalten und man kann davon ausgehen, dass mit der Rückkehr in ein ruhigeres Fahrwasser auf den Märkten die Absatzzahlen im Fondsgeschäft wieder anziehen werden."

e-fundresearch.com: "Herzlichen Dank für das Gespräch!"

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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