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Widerstandsfähige Unternehmens-Anleihen

Andrew Milligan, Leiter der globalen Strategie von Standard Life Investments, analysiert die aktuelle Situation auf den Finanzmärkten. Aus seiner Sicht befinden sich viele Unternehmen trotz der anhaltenden Turbulenzen in erstaunlich gutem Zustand. Funds | 20.10.2011 15:52 Uhr

F. Aktien sind in den vergangenen Wochen weltweit stark gefallen. Staatsanleihen stehen in Teilen der Eurozone weiter unter Druck, und das Geld fließt an kreditwürdigere Länder wie Deutschland, Großbritannien und die USA. Sogar die bisher als sicher geltenden Rohstoffe Gold und Silber haben zuletzt gelitten. Wird der Verkauf noch länger anhalten?

  Andrew Milligan: Es ist klar, dass die Investoren in den vergangenen Wochen ihre Erwartungen erheblich zurückgeschraubt haben. Schließlich waren die jüngsten Rückgänge auf den Aktienmärkten die drittgrößten innerhalb einer Woche seit 1965 (berechnet auf der Grundlage der Kursentwicklung des S&P 500 Index‘). Ein Grund für diese volatilen Bewegungen sind die wachsenden Sorgen um das globale Wachstum – droht uns tatsächlich eine Rezession? Der Hauptantrieb der jüngsten Volatilität war jedoch die Unsicherheit über weniger greifbare Faktoren wie zum Beispiel Politik, Regierungsentscheidungen und Wahlen. Solange die Politiker nicht nur in Europa, sondern auch in den USA und China mit vernünftigen Verfahrensweisen reagieren, halten wir es für unwahrscheinlich, dass uns eine Rezession vom Ausmaß des Jahres 2008 bevorsteht. Dies ist die Grundlage, auf der Investoren überlegen sollten, was sie kaufen bzw. verkaufen sollten.

F. „Dieses Mal ist es anders“ klingt immer gefährlich…

Milligan: Sicherlich gibt es wichtige Lehren, die man aus dem Jahr 2008 ziehen muss. Aber man darf auch nicht vergessen, dass sich die Welt in vielen wichtigen Bereichen entwickelt hat. Die radikale Überholung der Geldpolitik, die verbesserte Lage des Wohnungsmarktes in vielen Ländern und ein stärkeres, besser reguliertes globales Bankensystem bedeuten, dass die Investoren mit mehr Zuversicht nach vorne schauen können als dies während der vorherigen Kreditkrise der Fall war. Was noch wichtiger ist: Im Vergleich zum Jahr 2008 gibt es viel bessere Nachrichten aus dem Unternehmenssektor. Er befindet sich in einer sehr vielversprechenden Position mit stabilen Cashflows und soliden Bilanzen. Eine gute Kostendisziplin in Verbindung mit einem Schwerpunkt auf die in den vergangenen Jahren schneller gewachsenen Schwellenländer hat dafür gesorgt, dass Firmen ihre Gewinne steigern können, im zweiten Quartal um durchschnittlich 15 Prozent p.a. Im Jahr 2012 wird für Unternehmen aus den USA und den EU-Ländern ein Wachstum von fünf bis zehn Prozent erwartet.

F. Das spricht also eher für Aktien – oder auch für Unternehmensanleihen?

Milligan: In unseren Portfolios ziehen wir aktuell Unternehmensanleihen Aktien vor. Beide profitieren zwar von verbesserten Cashflows, aber Anleihen sind weniger volatil. Investoren sollten hochverzinsliche Unternehmensanleihen (High Yields) berücksichtigen, sich dabei jedoch auf Firmen mit einer starken Bilanz konzentrieren: Denn es bleibt eine riskante Welt! Solange die Wirtschaft nicht in eine scharfe Rezession driftet, werden die Anleihenkurse stabil bleiben und Investoren immer noch von der hohen Rendite der Unternehmensanleihen profitieren. High Yields haben einige Vorteile: Ihr starker Unternehmens-Cashflow unterstützt den Kredit; sie haben im Allgemeinen relativ attraktive Bewertungen; und schließlich ist der Ausfallzyklus von Unternehmensanleihen besser, da sich die Erträge nach der Rezession erholt haben. Laut der Ratingagentur Moody’s beträgt die prognostizierte Ausfallrate für europäische Unternehmensanleihen in den nächsten zwölf Monaten nur zwei Prozent.

Ein Beispiel für eine High-Yield-Position in unserem Portfolio ist Kabel Baden-Württemberg (KBW). Wir mögen diese Gesellschaft aufgrund ihrer hohen Margen, stabilen Cashflows und geringen Empfindlichkeit hinsichtlich des Konjunkturzyklus‘. Kosteneinsparungen und der zunehmende Wunsch deutscher Verbraucher nach einer Hochgeschwindigkeits-Breitbandverbindung sorgen für Aufwärtspotenzial. Wir besitzen eine Reihe von Anleihen von KBW, die aktuell, je nach Laufzeit, zwischen 8,2 und 11,4 Prozent einbringen. Natürlich gab es in den letzten Monaten wie bei allen hochverzinslichen Anleihen erhebliche Verkäufe, wir investieren aber langfristig.

F. Was können Investoren von hochverzinslichen Anleihen erwarten?

Milligan: Nach dem jüngsten Verkauf von Vermögenswerten mit höherem Risiko bringt der europäische Markt für hochverzinsliche Anleihen zwischen 10 und 10,5 Prozent ein. Dies lässt Anleihen weiteren Spielraum, sich preislich zu erholen, sofern sich die Märkte stabilisieren und die Weltwirtschaft eine ernsthafte Rezession umgeht. Trotzdem werden hochverzinsliche Anleihen weiterhin sehr volatil bleiben. Dies gilt vor allem in den zyklischeren Branchen wie in der Bau- und der Chemie-Industrie. Daher können High Yields nur ein Teil eines ausgewogenen Portfolios sein.

 


 

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