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Aktienmärkte in der Gefährdungszone

"Bei den vielen Tipps für die Anleger zu Einzelthemen in meinen Wochenkommentaren werde ich immer wieder nach dem Gesamtbild gefragt", meint im folgenden Gastkommentar Dr. Martin Hüfner, volkswirtschaftlicher Berater der direktanlage.at: Funds | 06.03.2012 16:07 Uhr
  • Die extrem hohe Liquidität sowie die sich bessernde Konjunktur werden sich in den kommenden Monaten positiv auf die Entwicklung der Aktienmärkte auswirken.
  • Negativ sind die schlechteren Aussichten für die Inflation, die zunehmenden weltpolitischen Spannungen und ungelöste Probleme in der Eurokrise.
  • Insgesamt überwiegen aus meiner Sicht die Chancen, wobei es aber zu erheblichen Schwankungen kommen wird.
  Bei den vielen Tipps für die Anleger zu Einzelthemen in meinen Wochenkommentaren werde ich immer wieder nach dem Gesamtbild gefragt.

Wird sich die furiose Entwicklung der Aktienmärkte in den ersten zwei Monaten des Jahres fortsetzen, oder ist mit einer Pause oder einem Rückschlag zu rechnen?

Bisher gab es drei starke Säulen, die die Entwicklung der Märkte getragen haben. Eine hat sich zuletzt noch verstärkt, eine ist inzwischen brüchiger geworden. Die stärkste Säule ist die extrem hohe Liquidität auf den Märkten. So viel Geld, wie im Augenblick gedruckt wird, hat es meines Wissens in der Welt noch nie gegeben. Die Graphik zeigt die Entwicklung in den USA in den letzten 100 Jahren. Was sich da abgespielt, ist ein Strukturbruch, man könnte auch von einem Kulturschock sprechen.

Die Banken schwimmen in Geld. Sie nutzen es zum Teil, um Staatsanleihen zu kaufen. Das hat geholfen, dass sich die Eurokrise in 16 der 17 Mitgliedsländer entspannte. Zum Teil geht die Liquidität aber auch in andere Bereiche der Finanzmärkte. Es müsste schon ganz starke Gründe geben, wenn nicht auch in Aktien davon profitieren. Dieser Effekt wird angesichts des Volumens, um das es geht, noch geraume Zeit andauern.

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Manche Händler haben Angst, dass die positiven Effekte bald verpufft sein könnten, weil es jetzt keine Phantasie für neue Programme gibt. Das ist nicht richtig. Erstens hat die EZB noch weiteres Pulver im Köcher. Sie kann zum Beispiel die Zinsen senken. Zweitens – und wichtiger - kommt es nicht nur auf die Erwartungen an. Jetzt muss erst einmal der „Brocken“ von 330 Mrd Euro (der Nettoeffekt des letzten Tenders) verdaut werden. Das führt zu höheren Kursen.

Der zweite positive Effekt ist die bessere Konjunktur. In den meisten großen Industrieländern sind die Befürchtungen einer Wachstumsabschwächung Anfang 2012 nicht eingetreten. Noch ist eine Reihe von Unternehmen mit ihren Prognosen vorsichtig. Die Zurückhaltung wird sich jedoch lösen. Am besten sieht es in den USA aus, wo die Wirtschaft in diesem Jahr um 2 ½ bis 3% wachsen wird. In Japan hellen sich die Perspektiven auf. Vielleicht kann dort eine Rezession vermieden werden. Im Euroraum gibt es eine zweitgeteilte Konjunktur: In den Kernländern rund um Deutschland sieht es ordentlich aus (Wachstum über 1%), in Südeuropa wird es freilich einen Rückgang der Wirtschaftsleistung geben.

Unter diesen Umständen werden die Unternehmensgewinne weiter steigen. Das befördert die Aktienkurse und untermauert die Liquiditätshausse von der fundamentalen Seite.

Die dritte Säule war bisher die Preisstabilität. Man ging davon aus, dass sich die Inflation welt-weit verlangsamen würde. Das hätte die Kaufkraft der Verbraucher erhöht, sich positiv auf die Unternehmensgewinne ausgewirkt (durch niedrigere Kosten) und es den Notenbanken erleichtert, weitere expansive Impulse zu geben. Der Anstieg der Notierungen für Öl (+ 13% seit Jahresbeginn) hat einen Strich durch diese Rechnung gemacht. In Europa ist die Geldentwertung im März wieder leicht angestiegen. Ob das so anhalten wird, ist schwer abzuschätzen.

Den drei Säulen des Aufschwungs stehen drei Risikofaktoren gegenüber. Der wichtigste aus meiner Sicht sind die weltpolitischen Spannungen. Sie nehmen in beängstigender Weise zu. 2010 gab es nach einer Statistik des Heidelberger Instituts für Internationale Konflikte 6 Kriege. 2011 waren es 20. In diesem Jahr könnten es noch mehr werden angesichts des absehbaren Konfliktpotenzials, von Iran über Afghanistan/Pakistan bis zu Syrien und Nordafrika und der Subsahara in Afrika. Wenn hier etwas passieren sollte, könnte sich die gute Stimmung in der Welt schnell ändern, von den negativen Auswirkungen auf die Rohstoffpreise ganz zu schweigen.

Das zweite Risiko ist die drohende Abschwächung der chinesischen Wirtschaft. Der chinesische Ministerpräsident sprach vor dem Volkskongress in dieser Woche nur noch von einem Wachstum von 7,5% in diesem Jahr. Das wäre sehr wenig. Andererseits haben sich die Umfragen der Einkaufsmanager im Reich der Mitte zuletzt etwas verbessert. Zudem wird die Politik alles tun, um gegenzusteuern. Solange sich die Expansion im Bereich von 8% hält (2011 waren es noch 9,5%), ist das kein Beinbruch. Sollten es jedoch weniger werden, was angesichts der vielen Probleme in dem Land (und der Befürchtungen mancher dort tätigen Unternehmen) durchaus möglich ist, dann gibt es Probleme.

Schließlich sind die strukturellen Schwierigkeiten der letzten Jahren, vor allem die Eurokrise, noch nicht gelöst. Sie sind nur von der Liquidität zugedeckt. Sie werden wieder hochkommen, und vor allem: Sie müssen irgendwann gelöst werden. Nach dem Brüsseler Gipfel in der letzten Woche hatte ich den Eindruck, als seien die Politiker ein wenig zu entspannt, so als könnten sie die Krise jetzt abhaken. Für den Anleger: Bei drei positiven und drei negativen Faktoren müsste es eigentlich Unentschieden stehen. Ich bewerte die hohe Liquidität und die Konjunktur jedoch stärker und bin daher für die Aussichten der Märkte optimistischer. Dies auch, weil noch viel Geld in den Vorhöfen des Kapitalmarkts wartet. Andererseits ist die Entwicklung in den letzten Wochen zu schnell gegangen, so dass eine „technische Reaktion“ fällig ist. Zudem sind Indexstände beim DAX von knapp 7 000 schon wieder gefährlich nahe an den bisherigen Höchstständen von 8 000. Dies begrenzt den Anstieg der Aktienkurse und spricht für hohe Volatilität.

Dr. Martin HüfnerVolkswirtschaftlicher Beraterdirektanlage.at

 


 

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