Ein tiefgreifender globaler Wandel, geprägt von geopolitischen Spannungen, Klimarisiken und wirtschaftspolitischen Umbrüchen, verändert die Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten. In diesem Umfeld gewinnt der Ausbau moderner Infrastruktur stark an Bedeutung. Für Volkswirtschaften wird er zunehmend zu einer Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz, für Investoren eröffnet er zugleich langfristige Perspektiven.
Der Investitionsbedarf ist enorm: Laut der Studie Global Infrastructure Outlook des Global Infrastructure Hub, erstellt in Zusammenarbeit mit Oxford Economics, beläuft sich der weltweite Infrastrukturbedarf zur Unterstützung des globalen Wachstums bis 2040 auf rund 94 Billionen US-Dollar. Gleichzeitig ist klar, dass die öffentliche Hand diese Summen angesichts begrenzter Budgets nicht allein aufbringen kann. Privates Kapital wird daher eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, die wirtschaftliche Transformation voranzutreiben, etwa in den Bereichen Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Das europäische Paradoxon
In einem exklusiven Hintergrundgespräch mit der e-fundresearch.com Redaktion verweist Hannes Cizek, CEO von Raiffeisen Capital Management, auf einen aus seiner Sicht zentralen Widerspruch: „Österreicher und Europäer investieren in Infrastruktur, aber zum Großteil außerhalb Europas.“
Gerade in Europa sei der Modernisierungsbedarf in vielen Bereichen hoch. Gleichzeitig fließe ein erheblicher Teil des Beteiligungskapitals in Projekte außerhalb des Kontinents. Aus Sicht von Raiffeisen Capital Management besteht hier Handlungsbedarf.
Cizek betont, dass...