Der Bull-Case: Hohe Realrenditen, glaubwürdigere Notenbanken und selektive Chancen
Auf der Bullen-Seite verdichtet sich das Bild einer Anlageklasse, die 2026 nicht nur mit Rendite, sondern zunehmend auch mit verbesserter makroökonomischer Stabilität argumentieren kann. Ein zentrales Motiv ist dabei die Kombination aus attraktiven Realrenditen, unterbewerteten Währungen und einer in vielen Schwellenländern inzwischen glaubwürdigeren Geldpolitik. Dieses Narrativ wird unter anderem von Peter Becker (Capital Group), Emanuele Del Monte (Eurizon) und Lukasz Irisik (Amova Asset Management) gestützt, die vor allem bei Lokalwährungsanleihen Potenzial sehen. Del Monte verweist dabei auf Realrenditen von 300 bis 500 Basispunkten sowie auf unterbewertete Währungen wie den brasilianischen Real, den mexikanischen Peso und den südafrikanischen Rand. Becker betont zusätzlich, dass viele EM-Zentralbanken frühzeitig gestrafft hätten und daher nun über mehr Spielraum für Lockerungen verfügten. Ergänzt wird dieses Bild von Timm von Beuningen (Warburg Invest), der den strukturellen Wachstumsvorsprung der Schwellenländer, niedrigere Verschuldungsquoten und demografische Vorteile hervorhebt. Auch Uday Patnaik (L&G Asset Management) unterstreicht die verbesserte Widerstandskraft der Anlageklasse und verweist auf Wachstumsraten von über 4 Prozent sowie auf hohe Devisenreserven. Regional richtet sich der Blick besonders häufig auf Lateinamerika und Südafrika, während im Hartwährungsbereich selektive Chancen in reformorientierten oder durch IWF-Programme gestützten Märkten gesehen werden. In Summe entsteht das Bild einer Assetklasse, die 2026 von Fundamentaldaten, Carry und zunehmender Differenzierung profitieren könnte.
Der Bear-Case: Ölpreisschock, Dollarstärke und politische Verwundbarkeiten
Demgegenüber steht ein klar konturiertes Risikoprofil, das sich vor allem...