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Mitarbeitervorsorge-Kassen im Vergleich

Die neun MV-Kassen verwalteten per Ende 2006 erstmals mehr als eine Milliarde Euro für immerhin 2,1 Millionen Personen. Das durchschnittliche Vermögen von 537 Euro wirft aber je nach Kasse andere Renditen ab. Die Unterschiede sind groß, weshalb sich ein Vergleich der Anbieter durchaus lohnt. Funds | 23.04.2007 06:08 Uhr

Zwei Drittel der Arbeitnehmer sind schon MVK-Kunden

Über zwei Millionen Arbeitnehmer, genau 2,099 Millionen haben per Ende 2006 Anwartschaftszeiten in der „Abfertigung Neu“ erworben, womit bereits rund zwei Drittel aller unselbständig Erwerbstätigen einer Mitarbeitervorsorgekasse angehören. Damit kamen im letzten Kalenderjahr rund 400.000 neue Personen (+20 Prozent) in das neue System der Mitarbeitervorsorgekassen.

Verwaltetes Vermögen steigt um 62 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro

Viel stärker wuchs aber das verwaltete Vermögen der neun am Markt agierenden MV-Kassen: Wurde Ende 2005 noch ein Abfertigungsvermögen von 697 Millionen Euro verwaltet, stieg dieses bis Ultimo 2006 auf 1,1 Milliarden Euro, also um 62 Prozent. Auf jeden Anwartschaftsberechtigten entfällt somit ein Vermögen von durchschnittlich 537 Euro.

Zwangszuteilung erhöhte Beitrittsverträge

2006 hat sich die Zahl der Beitrittsverträge auf 298.895 (2005: 233.545) erhöht. Aktuell sind es laut Auskunft der Plattform Mitarbeitervorsorgekassen bereits rund 350.000 Unternehmen. Hauptgrund dafür war und ist das durch den Gesetzgeber gestartete Zwangs-Zuweisungsverfahren. Im Zuge dessen bekamen Unternehmen eine Mitarbeitervorsorgekasse zugeteilt, wenn sie für ihre Mitarbeiter oder Gruppen ihrer Mitarbeiter noch keine ausgewählt hatten.

Die größten MV-Kassen, gemessen an den Beitragszahlungen 2006, (Quelle: Österreichischer Verband der Sozialversicherungsträger) sind:

  1. VBV Mitarbeitervorsorgekasse (135,2 Millionen Euro / 36,6% Marktanteil)
  2. ÖVK Vorsorgekasse (85,6 / 22,5%)
  3. BAWAG Allianz MVK (65,1 / 17,1%)
  4. Bonus MVK (28,6 / 7,5%)
  5. APK Mitarbeitervorsorgekasse (27 / 7,1%)
  6. Victoria Volksbanken MVK (12,9 / 3,4%)
  7. NÖ Vorsorgekasse (10,9 / 2,9%)
  8. Siemens MV-Kasse (8,2 / 2,2%)
  9. BUAG Mitarbeitervorsorgekasse (6,1 / 1,6%

In Summe erhielten die neun Kassen 379,7 Millionen Euro an Beiträgen, wobei über 75 Prozent auf die drei größten – VBV, ÖVK, BAWAG Allianz – entfielen.

Performance vor dem Hintergrund rechtlicher Einschränkungen

Das Veranlagungsergebnis von im Schnitt 3,58 Prozent (volumensgewichtet) für 2006 ist im Hinblick auf die strengen Risikovorgaben, insbesondere unter der gesetzlichen Vorgabe der jederzeitigen Kapitalgarantie zu sehen. Denn mehr als 80 Prozent des gesamten Abfertigungskapitals in Österreich muss im Hinblick auf die jederzeitige Kapitalgarantie defensiv (gemäß Klassifikation der Österreichischen Kontrollbank) veranlagt werden. Dies bedeutet, dass Aktien im Gesamtportfolio nur eine untergeordnete Bedeutung zukommt und überwiegend in Staatsanleihen und in Anleihen mit höchster Bonität investiert wird. Ein direkter Vergleich mit Pensionskassen-Erträgen ist somit nicht möglich.

Im Schnitt über alle MV-Kassen waren 2006 nur 15 Prozent in Aktien, 84 Prozent in Anleihen und der Rest am Geldmarkt bzw. in Immobilien veranlagt.

Dieses Faktum und das schwierige Zinsumfeld – der API Index für Staatsanleihen fiel 2006 um 0,6 Prozent - sind auch der Grund, warum die Mitarbeitervorsorgekassen die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen werden können. Zur Erklärung: Um auch in der Mitarbeitervorsorge auf den im alten System erzielten Höchstanspruch (ein Jahresgehalt nach 25 Jahren) zu kommen, wäre rund 35 Jahre lang eine Verzinsung von sechs Prozent nötig.

Die Anlageergebnisse im Vergleich

Diese Performance übertraf in den letzten drei Kalenderjahren allerdings nur eine MV-Kasse, die Siemens Mitarbeitervorsorgekasse. Mit einer jährlichen Performance von 6,6 Prozent liegt diese deutlich vor der zweitgereihten VBV mit 5 Prozent (siehe Tabelle). Als einzige betriebliche MV-Kasse, die anderen acht sind überbetrieblich, ist Siemens jedoch einen Sonderfall. Denn da die Beitragszahler zu einem großen Teil aus Siemens-Mitarbeitern bestehen kann die Fluktuation besser abgeschätzt werden kann und lässt damit eine riskantere Anlagestrategie zu. 

Platz drei nimmt im 3-Jahres-Vergleich die BONUS-MVK mit 4,5 Prozent vor der NÖ Vorsorgekasse mit 4,4 Prozent ein. Dahinter folgt die ÖVK, die sich mit 4,6 Prozent als Top-Performer 2006 vom letzten auf den fünften Platz im 3-Jahres-Ranking verbessern konnte. Auf den hinteren Rängen folgen: APK (3,9), BUAK (3,8), BAWAG Allianz MVK (3,6 Prozent)  und Victoria Volksbanken mit 3,5 Prozent.

316 Basispunkte zwischen Platz 1 und 9

Im Schnitt erzielten alle neun MV-Kassen in den letzten drei Jahren eine p.a. Rendite von 4,4 Prozent. Der Unterschied zwischen der erstplatzierten Siemens und der letztgereihten ÖVK beträgt 3,16 Prozent. Und auch die Performance-Schere zwischen den acht überbetrieblichen Kassen (VBV: 5,01, Victoria Volksbanken 3,46) ist mit knapp 1,55 Prozent signifikant groß. Der prozentuale Unterschied beträgt dabei immerhin 45 Prozent. 

Kosten im Überblick

Dafür verantwortlich ist – neben dem erzielten Veranlagungserfolg – aber auch die Gebührenstruktur: So betragen die Verwaltungskosten, diese nehmen als Basis die laufenden Einzahlungen, je nach Kasse zwischen einem und 3,5 Prozent. Dazu kommen noch die Kosten der Vermögensverwaltungen, die zwischen 0,45 und 0,7 Prozent des gesamten Kapitals liegen. Die Inkassogebühr der Sozialversicherungsträger von 0,3 Prozent der laufenden Einzahlungen ist dabei allerdings noch gar nicht enthalten. Eine laufende Kostenbelastung von knapp einem Prozent pro Jahr ist deshalb durchaus nicht unrealistisch. 

Was sich zukünftig ändern sollte

Vor dem Hintergrund der absolut enttäuschenden Erträge der MV-Kassen, fordern diese von der Bundesregierung aber schon seit Jahren eine neue Regelung zur Steigerung der Veranlagungsdauer. „Denn erst wenn die absehbare Veranlagungsdauer gesteigert wird, sind höhere Renditen möglich“, so Andreas Csurda, Vorsitzender der Plattform Mitarbeitervorsorgekassen. Eine bessere Performance wäre im Wesentlichen durch eine höhere Aktienquote erzielbar (siehe Siemens MVK), die wiederum von der durch das erwartete Entnahmeverhalten beeinflussten Veranlagungsdauer abhängt. Allein im Jahr 2006 sei ein Vermögen von über 23 Millionen Euro ausbezahlt worden - „solche Auszahlungen in einer derart beträchtlichen Höhe sind derzeit nicht planbar. „Und in den ersten drei Monaten 2007 betrugen die Auszahlungen bereits das Niveau des gesamten Vorjahres, Tendenz steigend“, berichtet Csurda weiter.

Und aufgrund der kurzen Dauer der Dienstverhältnisse werden derzeit von den MV-Kassen mit einem Anteil von 54 Prozent mehr „beitragsfreie“ Konten, die nicht mehr durch laufende Beiträge gefüllt werden, als „aufrechte“ Konten, auf denen weiterhin ein Beitrag einlangt, geführt. Extrapoliert man die bisherigen Erfahrungen, so ist laut der APK davon auszugehen, dass in rund zwei Jahren die Anzahl der beitragsfreien Konten einen Anteil von rund 75 Prozent an allen geführten Konten ausmachen wird, ein Ausmaß, welches die Zweckmäßigkeit der bisherigen Regelungen überprüfungswürdig erscheinen lässt.

Girokonto oder zweite Säule?

Der Gesetzgeber müsste sich deswegen bald klar darüber werden, welche Funktion er der „Abfertigung Neu“ zukommen lässt. „Entweder es ist ein mit täglich fälliger Kapitalgarantie ausgestattetes zweites Girokonto oder eine vernünftige zweite Säule der Vorsorge“, bringt es Csurda auf den Punkt. Auch fordert der Vorsitzende der Plattform Mitarbeitervorsorgekassen eine offenere Diskussion mit den Sozialpartnern über diesen Sachverhalt: „Die Angst vor Beitragserhöhungen allein wäre dann nicht mehr begründet, wenn die Rahmenbedingungen für eine höhere Performance geschaffen werden“.

Schwacher Ausblick für 2007

Wie bereits 2006 wird sich der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit von der Akquisition zur Verwaltung der Verträge bewegen, wobei die Auszahlung von Abfertigungsansprüchen in den Vordergrund treten wird. Denn wie die bisherigen Erfahrungen gezeigt haben, werden die Abfertigungsansprüche gegenüber den Mitarbeitervorsorgekassen bei erster Gelegenheit abgerufen und keiner langfristigen Altersvorsorge zugeführt, was aufgrund der schwachen Erträge auch nicht verwundert. Und auch 2007 erwarten Experten keine Änderungen des Systems. Aufgrund des ähnlichen Kapitalmarktumfeldes sollte deswegen auch im laufenden Jahr keine höhere Performance als 2006 möglich sein. Keine guten Aussichten also für Anleger…

Alle Performancezahlen per 31.12.2006
Quelle: Angaben der MVKs, Plattform der MV-Kassen 

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