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Matthew Haynes rüttelt am Baum

Mittlerweile haben Anleger gelernt, dass es zwei Investmentstile gibt: Growth und Value, wachstums- oder substanzorientiert. Der Fonds Franklin Mutual European geht noch einen Schritt weiter und praktiziert den Deep-Value-Stil. Der Fonds ist im laufenden Jahr Nummer 1 unter den europäischen Aktienfonds. Managers |

e-fundresearch: Herr Haynes, der DAX hat seinen tiefsten Stand seit fünf Jahren erreicht. Sind Aktien jetzt wieder günstig?

Haynes: Leider ist es nicht so, dass Aktien automatisch billiger werden, nur weil ein Index seinen Stand von vor fünf Jahren erreicht hat. Das Abwärtspotenzial ist allerdings geringer als noch vor zwei Jahren.

e-fundresearch: Sie bezeichnen Ihren Anlagestil als Deep Value. Wie muss ein Unternehmen bewertet sein, damit Sie einsteigen?

Haynes: Wir investieren in Unternehmen, die 40 bis 50 Prozent unter ihrem inneren Wert gehandelt werden. Sicherlich kann man sich darüber streiten, was genau der innere Wert einer Firma ist. Aber zusammengefasst kann man es als den Betrag definieren, den ein Kaufmann für die Vermögensgegenstände des Unternehmens zahlen würde. Wir suchen Aktien, die viel Aufwärts- und wenig Abwärtspotenzial haben.

Haynes sieht Software AG als Value-Titel

e-fundresearch: Aus Deutschland ist etwa die Software AG in Ihrem Fonds. Statt Value kommt einem da doch eher überbewerteter Technologie-Titel in den Sinn.

Haynes: Nicht unbedingt. Software AG hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen hohen Kapitalzufluss gehabt. Die Bilanz weist eine Menge liquider Mittel aus. Bewertet nach den üblichen Kennzahlen, ist die Aktie wirklich günstig.

e-fundresearch: Sind Kennzahlen alles?

Haynes: Nein. Die Unternehmen müssen in ihrem Sektor einen starken Wettbewerbsvorteil haben. Der Kapitalfluss muss stimmen und gut planbar sein. Viel Wert haben wir schon immer auf klare Bilanzen gelegt. Das Management muss ehrlich sein – nach Enron und Worldcom ein viel diskutiertes Thema.

e-fundresearch: Trauen Sie den Bilanzen der europäischen Unternehmen?

Haynes: Als Anleger kann man sich nicht allein auf die Bilanz verlassen. Deshalb nehmen wir jedes Unternehmen genauestens unter die Lupe. Wir können erst Vertrauen haben, wenn wir das Management kennen. Und dazu gehört auch, sich die Büroräume und die Fabrikhallen anzuschauen.

e-fundresearch: Achten Sie auf Studien von Analysten und deren Empfehlungen?

Haynes: Wir schauen uns Studien an, um einen Überblick über das Umfeld einer Branche zu bekommen. Die Empfehlung selbst interesssiert uns nicht.

Wie Haynes den Markt vom wahren Wert einer Aktie überzeugt

e-fundresearch: Nun ist es zwar schön, eine niedrig bewertete Aktie zu besitzen. Was aber, wenn der Markt den wahren Wert einfach nicht entdecken will?

Haynes: Wir versuchen, Einfluss auf das Management zu nehmen, damit es aktionärsfreundliche Maßnahmen ergreift. Denn erst, wenn der wahre Wert zum Vorschein kommt, steigt auch der Aktienkurs. Diesen Prozess wollen wir beschleunigen. So können wir zum Beispiel ein Unternehmen, das hohe liquide Mittel in der Bilanz ausweist, dazu bringen, das Geld an die Aktionäre auszuzahlen. Wenn die Firma nicht weiß, wo sie das Geld profitabel anlegen soll, dann sicher der Aktionär. Mit anderen Worten: Wir rütteln am Baum, um die Früchte zu ernten.

e-fundresearch: Und welche Unternehmen werfen derzeit Früchte ab?

Haynes: Spanische Bauaktien zum Beispiel. Rund acht Prozent des Fondsvolumens haben wir in solche Titel investiert. Das ist deutlich mehr, als im Index MSCI Europe enthalten sind. Telekom-Titel haben wir dagegen gar nicht.

e-fundresearch: Machen Sie Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern in Europa?

Haynes: Wir schauen nicht auf Europa, als wären es die Vereinigten Staaten von Europa. Jedes Land ist unterschiedlich und hat damit auch eine andere Unternehmenskultur. Wir schauen aber auch nicht auf die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Länder. Für uns zählt nur das Unternehmen und seine Position im Markt.

e-fundresearch: Ist Ihr Kassenanteil im Fonds so hoch, weil Sie im Augenblick keine interessanten Investments sehen?

Haynes: Unsere Kasse macht 30 Prozent des Fonds aus. Das hat seinen guten Grund: Wir wollen vor allem Kapital erhalten und investieren nur, wenn wir von einem Unternehmen voll überzeugt sind. Anders als andere Manager sind wir nicht gezwungen, irgendwie dem Index hinterherzulaufen. In der aktuellen Situation ist es aber eine gute Sache, eine volle Kasse zu haben. Denn die Kaufgelegenheiten werden kommen.


Zur Person: Matthew Haynes ist Fondsmanager bei Franklin
Mutual Advisers, einer Tochter der US-Gesellschaft Franklin Templeton.
Haynes – seit mehr als zwölf Jahren im Geschäft – ist unter anderem für den Franklin Mutual European zuständig. Er ist Mitglied mehrerer Analysten-Vereinigungen.

(Quelle: Euro am Sonntag)

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