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Wenn die Bankenreform gelingt, ist Japan ein strong buy

Die 80er Jahre erleben gerade eine Renaissance. Nena singt eine neue Version ihrer 99 Luftballons und wird dafür gefeiert. Heute 30-jährige erinnern sich an ihren ersten Walkman von Sony. Damals nur eine von vielen japanischen Kult-Marken. Im Gegensatz zu Nena feiert Japan heute kein Comeback. Vor allem nicht japanische Aktien. Seit mehr als einem Jahrzehnt fällt der Nikkei Index. Wie kann das Land seine Probleme lösen? Welche Chancen bieten japanische Aktien? e-fundresearch fragte nach bei Lilian Haag, Fondsmanagerin des DWS Japan. Managers |
e-fundresearch: Der Japan-Experte Prof. Helmut Becker sagt, dass Japans Wirtschaft vor einem Aufschwung steht. Was halten Sie von dieser Meinung? Haag: Die japanische Wirtschaft steht vor einer Stabilisierung, ist aber weit entfernt von einem nachhaltigem Aufschwung. Der Motor ist der Export, weil der Yen schwach ist.

"Japans Banken sind kapitalschwach"

e-fundresearch: Wie beurteilen Sie die Anstrengungen der Regierung, den krisengeschüttlelten Bankensektor zu reformieren?

Haag: Der Abschreibungsbedarf auf Problem-Kredite und Überkreuzbeteiligungen ist hoch. Das heißt, Japans Banken sind kapitalschwach. Gleichzeitig vergeben sie überflüssige Kredite vergeben. Das ist nicht rational. So haben wir ein Problem aus einer ineffizienten Kapitalallokation und einer Unterkapitalisierung der Banken.

e-fundresearch: Wie könnte eine Lösung der Probleme aussehen?

Haag: Es führt kein Weg daran vorbei, dass einzelne Banken eine wahrscheinlich aus Steuergeld finanzierte Kapitalspritze erhalten. Bis es soweit ist, wird es aber noch dauern. Dafür sind die Interessengruppen zu stark. Das ist aber überall auf der Welt so, wo harte Einschnitte gemacht werden müssen.

"Neue Bilanzrichtlinien erhöhen den Druck auf die Banken"

e-fundresearch: Gibt es nicht Reformschritte, die kurzfristig wirken?

Haag: Durch eine Reihe neuer Bilanzrichtlinien wird der Druck auf die Banken indirekt erhöht. Beispielsweise müssen Überkreuzbeteiligungen seit März 2002 zu Marktpreisen bewertet werden und Problem-Kredite ab März 2003 mit dem abdiskontierten Cash-Flow. Auf diese Weise werden Verluste sichtbar gemacht und irgendwann muss eine Bank Kapitalbedarf anmelden.

e-fundresearch: Deflation ist ein weiteres Krisensymptom, wenn auf man auf Japan zu sprechen kommt.

Haag: Richtig. Die Sparquote ist in den vergangenen Jahren von 13 auf etwa 18 Prozent gestiegen. Das heißt, es wird noch weniger  konsumiert. Das ist ein Problem, wenn der Konsum 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht.

"Für den Verbraucher ist die Deflation die beste aller Welten"

e-fundresearch: Wie kann man sich die Deflation in der Praxis vorstellen?

Haag: Ich war im Oktober in Japan. Ich habe mir einen Laptop angeschaut. Der Verkäufer sagte mir: "Der kostet 2500 Euro. In ein paar Wochen bekommen Sie ihn aber billiger". Das ist typisch für die Situation in Japan. Für den Verbraucher ist das die beste aller Welten.

e-fundresearch: Wie gehen die Unternehmen damit um?

Haag: Für binnenwirtschaftlich orientierte Unternehmen ist die Deflation ein großes Problem. Am stärksten leidet der gesamte Einzelhandel, wo die Margen schrumpfen.

"Global aktive Unternehmen stehen sehr gut da"

e-fundresearch: Und was ist mit Unternehmen, die nur viel exportieren?

Haag: Global aktive Unternehmen wie Honda, Canon oder Toyota stehen sehr gut da. Sie haben in den vergangenen Jahren an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. Dazu hat allerdings auch der schwache Yen beigetragen.

e-fundresearch: Inwiefern können japanische Unternehmen von der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China profitieren?

Haag: Viele Firmen betreiben bereits Outsourcing. Sony ist in Thailand vertreten und Canon in ganz Asien. Für die Unternehmen, die erst jetzt damit anfangen, könnte es aber fast zu spät sein.

Japan kann von Chinas Binnennachfrage profitieren

e-fundresearch: China kann billig produzieren. Sehen Sie das als Gefahr für Japan?

Haag: Von China geht eine deflationäre Gefahr aus, das ist richtig. Andererseits gibt es eine starke Binnennachfrage, von der japanische Unternehmen profitieren können. Das ist eine Chance für Japan. So zum  Beispiel für den japanischen Windelhersteller Uni-Charm, dessen Absatz in China explodiert.

e-fundresearch: Welche Aktien bevorzugen Sie derzeit für den DWS Japan?

Haag: Ich kaufe nur Blue Chips, die gute Track Records bei den Ergebnissen aufweisen und mit ihren Produkten hohe internationale Marktanteile halten.

"Honda und Nissan gehören zu profitabelsten Autobauern der Welt"

e-fundresearch: Können Sie uns Beispiel nennen?

Haag: Honda und Nissan. Beide gehören zu den profitabelsten Automobilherstellern der Welt und ihre KGVs sind immer noch günstig bewertet.

e-fundresearch: Und welche Werte meiden Sie?

Haag: Sony mag ich nicht wegen der starken Konkurrenz aus Korea.

Preisabschlag für japanische Aktien wegen der Bankenkrise

e-fundresearch: Der Nikkei notiert so tief wie Mitte der 80er Jahre nicht mehr. Sind japanische Aktien eigentlich billig?

Haag: Japanische Aktien weisen ein Preis-/Buchverhältnis von 1,2 auf. Bei US-Unternehmen liegt dieser Wert weit höher.

e-fundresearch: Woher rührt dieser Unterschied?

Haag: Japanische Unternehmen müssen diesen Preisabschlag aus zwei Gründen hinnehmen. Erstens: die unsichere Situation des Bankensystems. Das ist der schwerwiegendere Grund. Zweitens: Die Gewinne der Unternehmen werden durch Rationalisierungen erwirtschaftet. Die Frage ist, wie lange das noch anhält. Dagegen tut sich bei den Umsätzen nicht viel.

"Falls eine Bankenreform kommt, ist Japan ein strong, strong buy"

e-fundresearch: Das klingt pessismistisch.

Haag: Falls das Bankenproblem nicht behoben wird, wird der japanische Aktienmarkt immer weiter nachgeben. Mit Ausnahme von einigen international agierenden Unternehmen. Falls eine Bankenreform kommt, ist Japan jedoch ein strong, strong buy.

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