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Philippe Hérault: Deutsche Aktien sind derzeit nicht attraktiv

Im September verließen alle Europa-Fondsmanager die britisch-asiatische Fondsgesellschaft HSBC. Darunter auch Steve Cordell, der den HSBC Pan-European Equities mit Erfolg managte. Sein Nachfolger ist der Franzose Philippe Hérault. e-fundresearch sprach mit ihm über seinen Anlagestil und seinen Ausblick für 2003. Managers |
e-fundresearch: Monsieur Hérault, seit September sind Sie Fondsmanager des HSBC Pan-European Equity. Was machen Sie anders als Ihr Vorgänger Steve Cordell? Hérault: Ich gehöre bereits seit zwei Jahren zum Team des Fonds. Es wird also keine großen Unterschiede zwischen mir und Steve Cordell geben. Zumal wir an unserem Investmentprozess festhalten.

Investmentprozess orientiert sich am Konjunkturzyklus

e-fundresearch: Wie sieht der aus?

Hérault: Wir orientieren uns am Konjunkturzyklus. Das heißt, wir beurteilen eine Aktie danach, wie gut sie in den Konjunkturzyklus passt.

e-fundresearch: Was kann man sich darunter vorstellen?

Hérault: Wir achten zum Beispiel darauf, ob Lagerhaltung oder Investionen zunehmen oder abgebaut werden.

Billig-Fluglinien ein Beispiel für strukturelle Veränderungen

e-fundresearch: Und wie finden Sie dabei attraktive Titel?

Hérault: Wir suchen nach strukturellen Veränderungen, die zu einem Gewinnwachstum führen. Das ist zum Beispiel das Aufkommen von Billig-Fluglinien wie Ryanair. Im nächsten Schritt achten wir auf Unternehmen mit einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil.

e-fundresearch: Was spielt noch eine Rolle?

Hérault: Das Management und seine Strategie. Das sagt einem der gesunde Menschenverstand. Hier geht es darum, wie das Management mit den nicht-materiellen Werten wie dem Image des Unternehmens umgeht.

"Der Cash-Flow kann in die Irre führen"

e-fundresearch: Spielt die Bewertung einer Aktie keine Rolle?

Hérault: Natürlich spielt ein fairer Aktienkurs eine wichtige Rolle. Wir achten hier vor allem auf den Cash-Flow. Man muss aber aufpassen: Der Cash-Flow führt einen in die Irre, wenn ein Unternehmen seine Investitionen zurückfährt, wie wir das jetzt vielfach beobachten können.

e-fundresearch: Sie arbeiten mit einem Modellportfolio von 65 bis 120 Aktien. Welche Rolle bleibt Ihnen noch als Fondsmanager?

Hérault: Zum einem bin ich beteiligt an der Konstruktion des Modellportfolios – mein Spezialgebiet sind Titel aus den Sektoren Banken, Versicherungen und Versorger. Vor allem aber steuere ich das Risikoprofil des Fonds. Denn der HSBC Pan-European Equity ist ein so genannter High-Alpha-Fonds. Das heißt, wir gehen bewusst ein höheres Risiko ein, um eine Outperformance zu erreichen.

"Der Bewertungsvorteil von Mid-Caps gegenüber Large-Caps ist geschrumpft"

e-fundresearch: Was heißt das konkret?

Hérault: Wir streben eine Outperformance von zwei bis drei Prozent gegenüber der Benchmark an. Dafür weichen wir bisweilen stärker von der Benchmark ab.

e-fundresearch: Wie wirkt sich das in der Praxis aus?

Hérault: In dem wir etwa in Mid-Caps investieren. Dort halten wir rund 20 Prozent. Steve Cordell hat im Frühsommer angefangen, das Gewicht zu reduzieren. Und ich habe damit weitergemacht. Dieser Sektor hat in den vergangenen zwei Jahren outperformt. Doch nun ist der Bewertungsvorteil von Mid-Caps gegenüber Large-Caps geschrumpft.

"Es nicht interessant, Geld in deutsche Aktien anzulegen"

e-fundresearch: Sie halten kaum deutsche Aktien. Warum?

Hérault: Wir betreiben keine aktive Ländergewichtung. Darum machen deutsche Titel nur fünf Prozent vom Portfolio aus. Wir halten beispielsweise keine deutschen Banken, Deutsche Telekom, Siemens und Versicherer haben wir untergewichtet. Es ist nicht interessant, Geld in deutschen Aktien anzulegen. Die Bewertungen sind unattraktiv. Auch bei der Rally im Oktober und November haben wir keine deutschen Aktien gekauft. Wir mögen lediglich Nebenwerte wie Heidelberger Zement oder Beru.

e-fundresearch: Welche Aktien bevorzugen Sie derzeit statt dessen?

Hérault: Ende September, als die Aktienmärkte stark gefallen sind, haben wir das Risiko hochgefahren. In größerem Umfang zugekauft haben wir zyklische Wachstumstitel. Also beispielsweise Technologie-Titel.

"Technologie-Aktien sind derzeit günstig bewertet"

e-fundresearch: Warum gerade Technologie-Werte?

Hérault: Diese Titel sind derzeit günstig bewertet. Zudem ist die Risikoaversion der Anleger zurückgegangen. Wenn es zu einer Erholung an den Aktienmärkten kommt, könnten Technologie-Titel überproportional profitieren. Natürlich sind wir uns darüber im klaren, dass diese Strategie Risiken beinhaltet.

e-fundresearch: Wie bewerten Sie die Gewinnaussichten europäischer Unternehmen in 2003?

Hérault: Wenn wir auf den Konjunkturzyklus schauen, müssen wir 2003 mit einem geringen Wirtschaftswachstum rechnen. Deshalb halten wir die Gewinnprognosen der Unternehmen für 2003 für zu optimistisch. Anfang des Jahres könnten sie nach unten korrigiert werden. Erst gegen Ende des Jahres könnte die Wirtschaft zum durchschnittlichen Trendwachstum der vergangenen Jahre zurückkehren.

"Große Kurssprünge sind 2003 unwahrscheinlich"

e-fundresearch: Und was heißt das für die Aktienkurse?

Hérault: In den ersten Monaten werden wir sicher noch eine Seitwärtsbewegung erleben. Danach sind steigende Kurse möglich. Auch deshalb, weil Aktien im Vergleich zu Bonds sehr günstig bewertet sind. Große Kurssprünge sind aber unwahrscheinlich.


Zur Person: Philippe Hérault arbeitet bereits seit 1971 in der Fondsbranche. 1978 trat er bei HSBC ein und managt dort seit 1986 europäische Aktienfonds. Seit September dieses Jahres verantwortet er von Paris aus auch den Note-2-Fonds HSBC Pan-European Equities. Hérault hält einen Abschluss in Recht und Ökonomie der Pariser Sorbonne.

 

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