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Norbert Walter: Der Dollar kann noch einige Zeit fallen

US-Präsident George W. Bush will die US-Wirtschaft mit einem milliardenschweren Konjunkturprogramm ankurbeln. Vor allem Aktionäre sollen profitieren. Bush will die Steuer auf Dividenden abschaffen. e-fundresearch fragte Norbert Walter, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, nach den Auswirkungen auf Aktien, Anleihen und den Dollar. Managers |
e-fundresearch: Herr Professor Walter, macht das Konjunkturprogramm von US-Präsident Bush Sinn oder wird es verpuffen? Walter: Wir haben es hier mit einem gut durchdachten Programm zur Investitionsförderung zu tun, das ich uneingeschränkt begrüße. Meiner Meinung nach wird es sich sehr positiv auswirken – nicht nur auf die US-Konjunktur, sondern auf die gesamte Weltwirtschaft. Die Steuererleichterungen, insbesondere der Wegfall der Dividenden-Besteuerung, werden zwar nicht unmittelbar zum Kauf von mehr Autos oder Möbelstücken führen. Aber: Wenn die Börse und damit der Markt für Unternehmensfinanzierungen gestärkt wird, erhöht sich die Wachstumsdynamik. Dadurch steigt langfristig auch die Nachfrage nach Konsumgütern.

"Wer keine Steuern zahlt, kann natürlich nicht entlastet werden"

e-fundresearch: Die Opposition in den USA bemängelt, dass vor allem die Reichen profitierten.

Walter: Diese Gerechtigkeitsdiskussion halte ich für eine Farce. Wer keine Steuern zahlt, kann natürlich nicht entlastet werden. Und es ist nicht so, dass die Reichen etwas dazubekommen, ihnen wird nur weniger abgenommen. Davon abgesehen sind Aktien nicht der Oberschicht vorbehalten, sondern in den USA ein weit verbreitetes Anlage-Instrument  und ein wichtiger Teil der Altersversorgung. Insofern haben alle, auch die Arbeiterschicht, etwas davon.

"Ich kann mir eine Massenflucht aus US-Staatsanleihen nicht vorstellen"

e-fundresearch: Die Verlierer könnten sicherheitsbewusste Anleger sein, die ihr Geld in Anleihen investiert haben.

Walter: Ich kann mir nicht vorstellen, dass jetzt eine Massenflucht aus US-Staatsanleihen einsetzt. Nach drei Jahren Baisse am Aktienmarkt haben genügend Anleger eine Risiko-Aversion entwickelt und werden den Zinspapieren treu bleiben. Einen Crash am Rentenmarkt brauchen wir also nicht zu befürchten. Sicher ist aber auch, dass das derzeit niedrige Zinsniveau nicht bis in alle Ewigkeit Bestand haben wird – vor allem, wenn die Konjunktur tatsächlich an Fahrt gewinnt. Steigende Zinsen werden die Anleihen eines Tages belasten. Allerdings rechne ich damit frühestens 2004.

"Ich halte es für gefährlich, nur auf die Dividende zu achten"

e-fundresearch: Fest steht aber auch, dass Aktien mit hoher Dividendenrendite gegenüber Anleihen attraktiver werden. Sollen Anleger jetzt in Aktien von US-Unternehmen investieren, die traditionell großzügige Dividenden ausschütten?

Walter: Da zehnjährige Staatsanleihen derzeit nur vier Prozent Zinsen bringen, sind dividendenstarke Titel sicher eine interessante Alternative. Allerdings halte ich es für gefährlich, nur auf die Dividende zu achten. Denn der drohende Irak-Krieg und der damit einhergehende hohe Ölpreis könnten einige Branchen gehörig unter Druck bringen. Für Luftfahrt-Gesellschaften oder Autohersteller, deren Produktpalette schwerpunktmäßig aus Spritschluckern besteht, wäre ein Ölpreis von dauerhaft über 40 Dollar je Barrel brandgefährlich. Deutsche Anleger sollten bei Investments in US-Aktien zudem das Wechselkurs-Risiko bedenken.

"Die Zeiten der beinahe religiösen Verehrung des Dollar sind vorbei"

e-fundresearch: Das heißt: Ein fallender Dollar kann etwaige Kursgewinne wieder aufzehren. Aber stärkt Bushs Konjunkturprogramm nicht gerade die US-Währung?

Walter: In der Theorie: ja. Aber die Zeiten der beinahe religiösen Verehrung des Dollar sind vorbei. Das hohe Leistungsbilanzdefizit und der steigende Schuldenstand der USA werden nicht länger verdrängt. Obwohl ich erwarte, dass das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten in den nächsten zehn Jahren um durchschnittlich einen Prozentpunkt höher ausfallen wird als in der Euro-Zone, glaube ich, dass die Tendenz zum fallenden Dollar noch einige Zeit anhalten kann – wenn auch in abgeschwächter Form.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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