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Steffen Gruschka: Der russische Aktienmarkt ist günstig

Russland ist einer der Erfolgsmärkte der vergangenen Jahre - dank seiner Rohstoffvorkommen. Doch wie geht es weiter? Kommen die Reformen unter Putin voran, die das Land auf westliches Niveau hieven sollen? Oder bleibt Russland nur ein Rohstoffland? Aspekte, die e-fundresearch mit Steffen A. Gruschka diskutierte, Head of Emerging European Equities bei der DWS. Managers |

"Bei den Öl-Firmen ist ein Preis von etwa 20 bis 25 Dollar eingepreist"

e-fundresearch: Herr Gruschka, die russische Börse hat sich zuletzt aufgrund des höhen Ölpreises gut behauptet. Was passiert, wenn der Ölpreis fällt? Gruschka: Öl-Aktien haben in letzter Zeit nicht zugelegt. Bei den Öl-Firmen ist ein Preis von etwa 20 bis 25 Dollar eingepreist. Ein gewisses Nachgeben des Ölpreises hätte daher keine Konsequenzen.

"Das Potenzial Russlands liegt im Restrukturierungsprozess"

e-fundresearch: Woher kommt dann aber die Kursphantasie, wenn der angestrebte Preis der Opec von 22 bis 28 Dollar in den Aktienkursen bereits berücksichtigt ist?

Gruschka: Das Potenzial Russlands liegt nicht in erster Linie in steigenden Rohstoffpreisen, sondern im Restrukturierungsprozess. Damit meine ich den Transformationsprozess vom Sozialismus zur Marktwirtschaft.

"Der russische Aktienmarkt ist einer der günstigsten weltweit"

e-fundresearch: Können Sie erläutern, wie dieser Prozess den Unternehmenswert russischer Firmen steigern kann?

Gruschka: Beispielsweise sind die russischen Öl-Reserven nur mit drei bis fünf Prozent der westlichen Öl-Reserven bewertet. Zudem ist der russische Aktienmarkt einer der günstigsten weltweit. Dieser Bewertungsabschlag sollte sich bei den voranschreitenden Reformen verringern.

"Das Steuersystem muss modernisiert werden"

e-fundresearch: Und was ist dazu notwendig?

Gruschka: Vor allem müssen das Steuersystem modernisiert und die Transportsysteme auf den neuesten Stand gebracht werden. Ein ganz wichtiger Punkt ist zudem der immer noch staatlich regulierte Energiemarkt. In Russland wird nur ein Drittel der Weltmarktpreise für Energie bezahlt.

"Die russische Wirtschaft ist inzwischen ungeheuer wettbewerbsfähig geworden"

e-fundresearch: Reicht das schon?

Gruschka: Natürlich nicht. Die russische Wirtschaft ist nach der Abwertung des Rubel als Folge der Russlandkrise im Jahr 1998 inzwischen ungeheuer wettbewerbsfähig geworden. Die Weltbank geht sogar davon aus, dass die russische Währung um bis zu 75 Prozent unterbewertet ist.

"Viel Potenzial haben vor allem  Mobilfunkwerte und Banken"

e-fundresearch: Welche interessanten Unternehmen gibt es neben Rohstoffwerten?

Gruschka: Viel Potenzial haben vor allem  Mobilfunkwerte und Banken. Die Penetration beim Mobilfunk liegt weit unter zehn Prozent. Und in den großen Städten sind die Bürger sehr konsumfreudig. Beim Konsum sind zum Beispiel die Moskowiter auf westlichem Niveau angelangt. Der Finanzsektor ist noch völlig unterentwickelt. Das Kreditwesen ist in Russland so gut wie unbekannt, so dass eine Öffnung einen unglaublichen Schub bringen würde.

"Der Wohlstand wird sich verbreitern, aber nicht von heute auf morgen"

e-fundresearch: Für Städte wie Moskau oder St. Petersburg mag das zutreffen. Aber die meisten Russen haben doch gar nicht das nötige Geld für Handy und westlichen Konsum.

Gruschka: Ja, das ist sicherlich richtig. Aber ich gehe davon aus, dass es mit der Zeit zu einer Verbreiterung des Wohlstands kommt. Das passiert aber sicher nicht von heute auf morgen.

"Was ist nur eine Frage der Zeit, bis mehr ausländisches Kapital nach Russland fließt"

e-fundresearch: Sie schildern die Lage durchaus positiv. Warum erhält Russland aber nur etwa die Hälfte der ausländischen Direktinvestitionen, die in die tschechische Republik gehen?

Gruschka: Das ist ganz einfach. Der Reformprozess ist in Russland einfach noch nicht so weit fortgeschritten. Daher gibt es für Investoren viel weniger Planungssicherheit. Zudem steht Tschechien schon vor dem Tor zur EU. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis mehr ausländisches Kapital nach Russland fließt. 

"Oligarchen gab es Anfang des 20. Jahrhundert auch in den USA"

e-fundresearch: Kann es nicht auch an den allmächtigen Oligarchen liegen, dass so wenig Geld nach Russland fließt?

Gruschka: Oligarchen gab es Anfang des 20. Jahrhundert auch in den USA. Das war nicht unbedingt nachteilig für die Entwicklung dort.

"Die Privatisierung muss endlich voran kommen"

e-fundresearch: Was muss der russische Staat tun, damit es weiter aufwärts geht?

Gruschka: Russland hat durch die unerwartet hohen Einnahmen aus der Öl-Förderung eine einmalige Chance. Zum einen kann damit die Staatsverschuldung drastisch zurückgefahren werden. Zum anderen ist jetzt genügend Geld da, um mit Infrastrukturmaßnahmen den Grundstein für die Zukunft zu legen. Auch muss endlich die Privatisierung voran kommen. Das ist unheimlich wichtig für die Zukunft Russlands.

"Durch Privatisierungen kommt Geld und Know-How von Außen herein"

e-fundresearch: Was erhoffen Sie sich von der Privatisierung?

Gruschka: Vor allem für die Produktionsunternehmen ist es wichtig, dass durch Privatisierungen Geld und Know-How von Außen herein kommt. Was dann möglich ist, hat man bei Skoda in Tschechien gesehen. Aber auch dort hat es gedauert, bis sich die Erfolge eingestellt haben.

"Wichtig ist die Wiederwahl Putins 2004"

e-fundresearch: Wie lange wird es in Russland dauern, bis sich derartige Erfolge einstellen?

Gruschka: Fünf bis zehn Jahre sicherlich. Das hängt von vielen Faktoren ab. Einer der wichtigsten ist sicherlich die Wiederwahl Putins 2004.

"Ich würde einen Russland-Fonds bevorzugen"

e-fundresearch: Sollte ein Anleger lieber einen breiten Osteuropa- oder einen reinen Russland-Fonds kaufen?

Gruschka: Die Korrelation Russlands zu den Westbörsen ist viel geringer als die der Konvergenzstaaten. Daher würde ich einen Russland-Fonds bevorzugen.


Zur Person: Steffen A. Gruschka, 31, leitet den Bereich Emerging European Equities bei der DWS. Er ist in Breslau geboren, lebt aber schon seit seinem sechsten Lebensjahr in Deutschland. Seit 1998 ist Gruschka Fondsmanager und zuständig für verschiedene DWS-Fonds. Darunter der DWS Osteuropa, der DWS Russia sowie einige Spezialfonds der DeAM.

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