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Pioneer Stratege Köck: "Wir sehen Rückenwind für europäische Aktien"

Im Interview mit e-fundresearch.com erklärt Hans Köck, Investmentstratege, Pioneer Investments Austria, warum insbesondere zyklische Sektoren in Europa 2016 positiv überraschen könnten und es sich in diesem Jahr wortwörtlich ausgezahlt hat, in volatilen Phasen die Nerven zu bewahren. Managers | 14.12.2015 15:15 Uhr
Hans Köck, Investmentstratege, Pioneer Investments Austria / ©  Pioneer Investments
Hans Köck, Investmentstratege, Pioneer Investments Austria / © Pioneer Investments
e-fundresearch.com: Welche persönlichen Lehren ziehen Sie aus den Marktentwicklungen 2015? Hans Köck: Das Jahr 2015 hat die von uns erwartete Steigerung der Volatiltäten gebracht. Es hat sich gezeigt, wie abhängig die Märkte von den Aktionen der Notenbanken und wie anfällig die Märkte für überraschende Ereignisse sind.

e-fundresearch.com: Fondsperformance 2015: Von welchen Trends konnten Sie im Jahresverlauf besonders profitieren und welche Entwicklungen haben Sie „auf dem falschen Fuß“ erwischt?

"Wichtig war, dass wir in der sehr volatilen Phase im August und September die Nerven behalten haben"

Hans Köck: Wir waren das ganze Jahr über in risky assets neutral bzw. übergewichtet, daher konnten wir bei gemischten Mandaten von der Outperformance von Aktien gegenüber Anleihen profitieren. Wir waren im Dollar übergewichtet und innerhalb des Aktiensegments in Europa und Japan. Wichtig war, dass wir in der sehr volatilen Phase im August und September die Nerven behalten haben und aufgrund des fundamental grundsätzlich positiven Wirtschaftsumfelds bei unserer positiven Haltung gegenüber Aktien geblieben sind.

Im Anleihensegment waren die Gewinnmitnahmen bei italienischen und spanischen Staatsanleihen zu früh und wir haben aufgrund der teuren Bewertung bei Staatsanleihen die Duration bei den meisten Rentenfonds unter der des Marktes gehalten.

e-fundresearch.com: Mögliche Leitzinswende in den USA – weiteres QE in Japan und Europa: Inwiefern beeinflussen die zunehmend divergierenden Notenbankpolitiken Ihre Investmentstrategie? 

Hans Köck: Die divergierenden Notenbanken – die Fed hat ihr quantitatives Easing beendet und steht vor der Zinswende und die EZB, die mit dem quantitativen Easing u.a. den Euro schwächen will – haben die Märkte massiv bewegt. Wir waren u.a. in europäischen und japanischen Aktien wegen der Unterstützung der Notenbanken übergewichtet sowie im US-Dollar gegenüber dem Euro übergewichtet. Das waren wesentliche Entscheidungen im Hinblick auf die unterschiedliche Notenbankpolitik.

e-fundresearch.com: In welchen Investmenthemen identifizieren Sie derzeit das vielversprechendste Wertpotenzial?

"Zyklische Sektoren, die bisher underperformed haben, könnten 2016 den Aufschwung der Aktien in Europa mittragen"

Hans Köck: Wir sehen Rückenwind für europäische Aktien und hier u.a. auch in zyklischen Sektoren. Der schwache Euro, die niedrigen Energie- und Rohstoffpreise, der sich stabilisierende Konsum in Europa, die gute Stimmung der Unternehmen, weniger Einsparungsmaßnahmen der Regierungen als in den letzten Jahren, die Erholung der Unternehmensgewinne. Viele Faktoren sprechen für Europa. Zyklische Sektoren, die bisher underperformed haben, könnten 2016 den Aufschwung der Aktien in Europa mittragen.

Die Suche nach Rendite sollte Emerging Markets-Anleihen unterstützen, wobei wir Hartwährungsanleihen (in Euro und US-Dollar) bevorzugen und neben Staatsanleihen auch in Unternehmensanleihen sowie als Beimischung in einzelnen Lokalwährungen Chancen sehen.

Wir setzen 2016 vermehrt auf flexible Strategien, bei denen es weniger um die Marktrichtung geht als vielmehr um Relative Value Strategien. Mit einem opportunistischen Ansatz sollen Asset Micpricings ausgenützt werden. Man sollte sich auch gegen sog. „Tail Risks“ absichern mit dem Ziel, Volatilitäten zu reduzieren.

e-fundresearch.com: Welche Konsensus-Trades bereiten Ihnen im aktuellen Umfeld die größten Sorgen?

"Man sieht, wie die Notenbanken die Märkte positiv beeinflussen können"

Hans Köck: Viele Marktteilnehmer halten Aktien speziell in den USA für überbewertet, der Markt hat sich aber in der jüngsten Krise eigentlich am besten gehalten. In der Korrekturphase im August/September konnten die Notenbanken die Märkte beruhigen: Draghi hat eine Erweiterung des quantitativen Easings in Aussicht gestellt, Yellen hat die Zinserhöhung verschoben, die Chinesen haben die Zinsen gesenkt. Man sieht, wie die Notenbanken die Märkte positiv beeinflussen können.

Es bleibt abzuwarten, wie es der Fed gelingt, die Balance zwischen notwendiger Erhöhung der Zinsen und Wachstum vs. Inflation zu finden. Im Endeffekt wird aber die Entwicklung der Unternehmensgewinne die Performance 2016 wesentlich beeinflussen.

Auch wenn viel für eine Veranlagung in Aktien und riskanten Assets spricht wird 2016 wieder höhere Volatilitäten bringen, die alle Marktteilnehmer vor große Herausforderungen stellen werden.

e-fundresearch.com: Wo lauern 2016 die größten Herausforderungen und welche generellen Volatilitätsniveaus erwarten Sie für das nächste Jahr?

"Der Schuldenabbau und demographische Entwicklungen werden uns über die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte begleiten" 

Hans Köck: Die größten Herausforderungen liegen sicher im geopolitischen Umfeld. Die Auswirkungen des Terrors im Nahen Osten, der sich jetzt auch auf Europa ausgebreitet hat, sind schwer abzuschätzen. Die Flüchtlingsthematik zeigt, wie gespalten Europa ist, wenn es unvorbereitet mit einer Krisensituation umgehen muss.

Wesentlich wird auch sein, wie China, die Emerging Markets, aber auch Europa im Hinblick auf notwendige Reformen in Zukunft agieren. Vor allem die Emerging Markets kämpfen mit einem zu raschen Anstieg der Verschuldung des privaten Sektors in den vergangenen Jahren.

Aufgrund der deutlich reduzierten Handelsbücher der Banken und Investmentbanken könnte das Thema Liquidität v.a. bei High Yield-Anleihen aber auch bei anderen Anleihensektoren für Marktverwerfungen sorgen, wenn es zu einem raschen Ausverkauf auf breiter Basis kommen sollte. Eine jüngst veröffentlichte Studie von PwC, aber auch die EZB, widmet sich bereits sehr ausführlich diesem Thema. Ein Blick auf das liquideste Instrument US-Treasuries zeigt, dass vor der Finanzkrise das durchschnittliche Handelsvolumen bei ca. 12% des ausstehenden Volumens lag, jetzt sind es ca. 4% und die durchschnittliche Trading-Einheit hat sich ebenfalls auf ca. 1,5 Mio. USD mehr als halbiert. In der Finanzkrise explodierte die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskursen, speziell in weniger liquiden Marktsektoren wie High Yield, weil auf einmal deutlich mehr Investoren in Panik verkaufen wollten. 

Der Schuldenabbau und demographische Entwicklungen werden uns über die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte begleiten und für erhöhte Volatilität sorgen. Die Bandbreiten der Volatilität werden sich 2016 unserer Ansicht nach auf einem deutlich höheren Niveau einpendeln.

e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch!

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