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DJE Vorstandsmitglied Kaffarnik: "Geschwundene Reformbereitschaft bereitet mir große Sorgen"

Im Interview mit e-fundresearch.com wirft Dr. Ulrich Kaffarnik einen Blick zurück auf mehr als 10 Jahre als Vorstandsmitglied der DJE Kapital AG, erklärt warum es im aktuellen Umfeld nach wie vor an strukturellen Reformen mangelt und wieso "Liquid Alternatives" & Co. nicht als bahnbrechende Innovationen, sondern viel eher als Weiterentwicklung der Mischfondskonzepte zu sehen sind. Managers | 18.04.2016 13:00 Uhr
Dr. Ulrich Kaffarnik, Mitglied des Vorstands, DJE Kapital AG / ©  DJE Kapital
Dr. Ulrich Kaffarnik, Mitglied des Vorstands, DJE Kapital AG / © DJE Kapital
e-fundresearch.com: Herr Kaffarnik, in Ihrer Rolle als Vorstandsmitglied begleiten Sie die DJE Kapital AG nun bereits seit mehr als 10 Jahren: Was waren Ihre ganz persönlichen Highlights, auf die Sie immer wieder gerne zurückblicken? 
"Generell fällt in diese Zeit auch die Tendenz zu immer höheren Staatsschulden und die abnehmende Bereitschaft der Politik dieses Thema anzugehen."
Dr. Ulrich Kaffarnik: Besonders spannend waren für mich die turbulenten Zeiten: Die Subprime- und Bankenkrise 2008, die Staatsschuldenkrise in der Eurozone 2011/2012 oder das Rettungsmanöver für Griechenland im letzten Jahr waren in dieser Hinsicht besonders aufregend. Generell fällt in diese Zeit auch die Tendenz zu immer höheren Staatsschulden und die abnehmende Bereitschaft der Politik dieses Thema anzugehen. Überhaupt bereitet mir die geschwundene Reformbereitschaft große Sorgen.

e-fundresearch.com: DJE gilt als eine der Pionier-Gesellschaften im Bereich der Vermögensverwaltenden Fonds – wie hat sich die Investmentphilosophie seit der Gründung im Jahr 1974 verändert und inwieweit sind die ursprünglichen Anlagekonzepte auch im heutigen Umfeld noch konkurrenzfähig? 

"Wir trauen uns, auch gegen den Börsenmainstream zu schwimmen"

Dr. Ulrich Kaffarnik: Die Investmentphilosophie ist im Grunde gleich geblieben. Wir richten uns seit Gründung an fundamentalen, monetären und markttechnischen Faktoren und deren Auswirkungen auf den Kapitalmarkt aus. Dieser Kern unserer Anlagestrategie hat sich bewährt – sowohl in Krisen- als auch in Boomzeiten an der Börse. Allerdings ist eines interessant:  in den vergangenen vier Jahrzehnten gab es immer wieder Phasen, in denen einer der drei Faktoren stärker dominiert hat. So hat sich in den letzten Jahren der Fokus aufgrund der Nullzinspolitik und der Auflegung von Wertpapieraufkaufprogrammen durch die Notenbanken stark in Richtung der monetären Komponente verschoben. Ein entscheidender Punkt, warum wir seit 40 Jahren erfolgreich am Markt sind: wir haben unser Research – quasi unsere Herzkammer – über die Jahre weiterentwickelt, aber immer unsere Grundüberzeugungen und Unabhängigkeit beibehalten. Das ist unser Erfolgsrezept. Wir trauen uns, auch gegen den Börsenmainstream zu schwimmen.

e-fundresearch.com: Die DJE Anlagestrategie liegt in erster Linie der FMM-Methode zugrunde: Was kann man sich darunter im Detail vorstellen?

Dr. Ulrich Kaffarnik: Der FMM-Methode liegt – und das hat sich seit über 40 Jahren im Grunde nicht verändert –  eine systematische Auswertung fundamentaler, monetärer und markttechnischer Indikatoren zugrunde. Allerdings haben wir diese Methode in den letzten Jahren mit unserem 13-köfpigen Research-Team erheblich ausgebaut und vollständig digitalisiert.

Fundamentale Indikatoren werden regelmäßig mit Blick auf die wichtigsten konjunkturellen Entwicklungen der weltweiten Volkswirtschaften analysiert. Ziel sind Prognosen über Wirtschaftswachstum, Beschäftigungslage, Außenhandelsaktivitäten und die Entwicklung von Preisindizes. Mittels monetärer Indikatoren analysieren wir die vorhandene Liquidität an den Aktien- und Rentenmärkten. Auf mittlere Sicht ist die Liquiditätsversorgung eine notwendige Voraussetzung für die nachhaltige Nachfrage  nach Aktien. – Auf der dritten Ebene analysieren wir markttechnische Indikatoren für die international wichtigsten Aktien-, Währungs- und Rentenmärkte. Wesentliche Bedeutung hat hier die unternehmenseigene, über Jahrzehnte zurückreichende und selbst erhobene Datenbank von Stimmungsindikatoren. Markttechnische Faktoren werden in der DJE Kapital AG täglich ermittelt und sind Entscheidungsgrundlage im Investmentprozess. Die Markttechnik ist  die beste Möglichkeit, Aussagen über die kurzfristige Entwicklung an den Kapitalmärkten zu treffen. Je nach markttechnischer und monetärer Lage werden Entscheidungen zwischen Anlageformen (Kasse, Renten, Aktien, Branchen) getroffen. Die Markttechnik ist ferner wesentliche Entscheidungshilfe bei den Fragen zur Währungsabsicherung.

e-fundresearch.com: Multi-Strategy, Absolute Return, Liquid-Alternatives: Zahlreiche große Anbieter setzen abseits von Long-Only zunehmend auf alternative Mischfonds-Lösungen: Eine kurzfristige Modeerscheinung oder ein wichtiger Schlüssel, um dem aktuellen Nullzinsumfeld den Kampf ansagen zu können? 

"Insgesamt würde ich von einer Weiterentwicklung der Mischfonds sprechen. Dieser Trend dürfte uns erhalten bleiben."

Dr. Ulrich Kaffarnik: Mischfonds gehören neben Aktien- und Rentenprodukten zu den Klassikern der Fondsbranche. So existieren die ältesten Mischfonds in Deutschland fast schon seit vier Jahrzehnten. Unser FMM-Fonds, ein klassischer Mischfonds, feiert im nächsten Jahr sein 30-jähriges. Der Inhalt der Produktkategorie Mischfonds hat sich nicht dramatisch geändert. Nach wie vor geht es im Wesentlichen um eine geschickte Zusammensetzung von verzinslichen Papieren, Aktien und Geldmarktanlagen. Die aktuellen Produkte basieren ebenfalls auf diesem Prinzip. Allerdings spielen hier häufig auch Engagements in Währungen, bei Rohstoffen oder die Nutzung von Derivaten eine stärkere Rolle. Insgesamt würde ich von einer Weiterentwicklung der Mischfonds sprechen. Dieser Trend dürfte uns erhalten bleiben.

e-fundresearch.com: Abschließend: Wo lauern in den kommenden Monaten die größten Herausforderungen und welche generellen Volatilitätsniveaus erwarten Sie im restlichen Jahresverlauf? 

"Generell sind es (...) die „aus dem vermeintlichen Nichts“ kommenden Gefahren, die für besonders starke Kursrückschläge sorgen."

Dr. Ulrich Kaffarnik: Zu den „absehbaren Herausforderungen“ gehört eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in China, ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und ein Aufflammen der Schuldtragfähigkeit von Ländern der Eurozone, ausgelöst durch eine Abkehr vom Reformkurs und zu laxer Haushaltspolitik. Hier zeigt die Tendenzen aktuell besonders in Portugal und Frankreich in die falsche Richtung. Die genannten Faktoren würden die Unsicherheiten an den Märkten sehr schnell wieder erhöhen, was zu starker Volatilität führen dürfte.

Generell sind es aber die „aus dem vermeintlichen Nichts“ kommenden Gefahren, die für besonders starke Kursrückschläge sorgen. Die Vergangenheit zeigt jedoch: solche Rückschläge sind an den Börsen häufig gute Kaufgelegenheiten... 

e-fundresearch.com: Wir danken für das Gespräch!

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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