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ESG-Ansätze als Spaßfaktor und Risiko für Nachhaltigkeit

Welche Gefahren für die Nachhaltigkeitsentwicklung ein nicht gut überlegter SRI Ansatz birgt und mit welchem Zugang die APK dagegen steuert, erklärt Dipl.-Ing. Thomas Keplinger, Mitglied des Vorstands von der APK Vorsorgekasse, im Gespräch mit e-fundresearch.com. Managers | 28.05.2018 14:04 Uhr
Dipl.-Ing. Thomas Keplinger, Mitglied des Vorstands von der APK Vorsorgekasse / © APK Vorsorgekasse
Dipl.-Ing. Thomas Keplinger, Mitglied des Vorstands von der APK Vorsorgekasse / © APK Vorsorgekasse
e-fundresearch.com: Im Rahmen des Impact Forum 2017 haben Sie vor gezielter Exklusion von Industrien abgeraten, da dadurch der Nachhaltigkeitsgrad nur rein statistisch ohne tatsächliche qualitative Änderung gesteigert wird. Wie spiegelt sich das im ESG-Konzept der APK (SIGMA) wider?  Thomas Keplinger: Das ist korrekt. Man kann sehr einfach das CO2 Ranking verbessern indem man gewisse CO2 getriebene Branchen kategorisch ausschließt. Bei uns ist im Portfolio das Unternehmen mit den meisten CO2 Emissionen ein Zement produzierendes Unternehmen. Wenn ich dieses Unternehmen aus dem Portfolio herauswerfe, kann ich meine Kennzahl betreffend CO2 auf einen Schlag um 20% verbessern, aber habe ich mir wirklich Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit gemacht? Die Realität ist - wir brauchen gewisse Materialien. Ich sollte eine Branche, die ich brauche, nicht generell ausschließen, sondern daran denken, dass es in der Branche bessere und schlechtere Unternehmen gibt.

e-fundresearch.com: Viele Investoren auf der Suche nach Staatsanleihen mussten bereits feststellen, dass auf Grund der Nachhaltigkeitskriterien das Globale Universum gar nicht mehr so global ist. Ist der ‚Best-in-Class’ Ansatz sinnvoll, wenn damit die ESG-Aufsteiger ausgeschlossen werden?

Thomas Keplinger: Wir verwenden ein externes Ranking von einem ESG Anbieter zum Screenen unserer Staatsanleihen quartalsweise und verfolgen die Entwicklung des ESG-Scores mit. Alles im Portfolio wird gescreent, mit einer Ausnahme: für supranationale Schuldner haben wir einfachheitshalber einen geeigneten Mittelwert genommen. Seit 2015 ist unser ESG-Score nach unten gegangen, da durch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken man als Investor mehr oder weniger gezwungen wird, auf Länder zuzugreifen, die einen vernünftigen Ertrag zur Verfügung stellen, gleichzeitig aber im ESG-Score schlechter sind. Der Rückschluss eines naiven Investors wäre: man investiert 100% im Staatsanleihenbereich in den Ranking-Leader Schweden. Ist es ein sinnvoller Ansatz? Weder ESG-, noch ertragsseitig, da wir in diesem Fall keine Impact-Investoren wären. Es macht keinen Sinn, Schweden mit Geld zuzuschütten und andere Länder, die dringend Unterstützung brauchen, austrocknen zu lassen. Wenn die Entwicklung positiv ist und ich den Staat dabei unterstützen kann, ist das aktuelle ESG-Rating irrelevant.

e-fundresearch.com: EIOPA und UN PRI sind eher zurückhaltend bzgl. Nachhaltigkeitsbewertung für Derivate. Wieso hat auch APK beschlossen, sie in SIGMA nicht zu berücksichtigen? Hat es mit der Sorge zu tun, dass die ESG-Faktoren die Rendite negativ beeinflussen könnten und Derivate deswegen als nachhaltigkeitsrisikobefreite Absicherung zu sehen sind? Sind auch gesellschaftliche Vorurteile relevant?

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Thomas Keplinger: Wir brauchen die Derivate in so geringem Ausmaß, dass es nicht notwendig ist, sie speziell im Nachhaltigkeitskonzept herauszuarbeiten. Wir haben sie primär eingesetzt, einerseits um Währungshedges zu machen, auf der anderen Seite haben wir aktiv gesteuerte Aktienmandate, wo wir mit einem Overlay das Risiko ganz bewusst aktiv steuern. Hier sind eigentlich nur hochliquide, handelbare Derivate im Einsatz. Ich sage aber nicht, dass aus Nachhaltigkeitssicht Derivate gut oder schlecht sind.

e-fundresearch.com: Ist Mitarbeiterbeteiligung ein bewusster Teil Ihres SRI Ansatzes oder nur eine zufällig ESG-kompatible Mitarbeiterpolitik?

Thomas Keplinger: Wir machen es, nicht weil uns ESG heilig wäre, sondern weil es langfristig von Vorteil ist. Wenn wir unseren Ansatz mit einer ESG-Ausrichtung verbessern können, dann machen wir das. ESG ist keine Belastung für uns. Es macht Spaß, diese Komponente mitzudenken, solange auch das Ergebnis und die Kosten stimmen.

e-fundresearch.com: In der SIGMA-Beurteilung sind Negative Screening, Positive Screening und methodische Elemente integriert. Welche Rolle in diesem Beurteilungsprozess spielen externe Zertifizierungen?

Thomas Keplinger: Im Wesentlichen funktioniert es folgendermaßen: man hat auf der Ausschlussseite gewisse Kriterien definiert, auf der Positiv-Seite organisiert man sich ein Ranking in der jeweiligen Asset Class und verpflichtet sich dann, einen bestimmten Prozentsatz im obersten Viertel oder der Hälfte zu wählen. Das gilt einerseits im Staatsanleihenbereich, aber genauso im Unternehmensbereich. Das Wichtige und Komplexe dabei ist - man muss ein Ranking über die Unternehmen haben, die im investierbarem Universum enthalten sind. Da müssen wir uns auf externe Anbieter verlassen.

e-fundresearch.com: Zum Beispiel auf yourSRI?

Thomas Keplinger: yourSRI ist ein Anbieter, der hochgradig effektiv und sehr kosteneffizient eine fundierte Analyse betreffend CO2 zur Verfügung stellt, und das auf Einzeltitelebene. Es ist CO2-Austoß betreffend einer der besten Anbieter, die im europäischen Raum tätig sind. 

e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Interview, Herr Keplinger!

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