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"Qualitätsunternehmen in Krisenländern als Chance" | Q&A mit Barings EM-Debt Leiter Dr. Adrogué

Wie sich das heterogene Universum der Schwellenländer-Anleihen im ersten Quartal 2019 entwickeln konnte und welche drei Bereiche derzeit vielversprechende Chancen darstellen, diskutierte e-fundresearch.com im Q&A mit Dr. Ricardo Adrogué, Leiter Emerging Markets Debt bei Barings. Managers | 24.04.2019 13:00 Uhr
Dr. Ricardo Adrogué, Leiter Emerging Markets Debt, Barings / © Barings
Dr. Ricardo Adrogué, Leiter Emerging Markets Debt, Barings / © Barings

e-fundresearch.com: Wie ist es dem gesamten EMD-Universum nach einem ziemlich herausfordernden Jahr 2018 gelungen, das erste Quartal 2019 zu beenden? Was waren die Hauptfaktoren für diese Entwicklung?

Ricardo Adrogué: Es geht insbesondere um drei Hauptfaktoren:
  1. Harte Währungen starteten solide
    Das Q1 2019 brachte in allen EMD-Assetklassen gute Renditen. Am stärksten entwickelten sich Hartwährungsanleihen (+7,0% für Staaten, +5,2% für Unternehmen), da die US-Treasuries angesichts einer zunehmend nachgiebigen Fed um 27 Basispunkte zulegten. Die lokalen Währungen legten um +2,9% zu, was auf niedrigere Inflationszahlen, ein langsames Wachstum und eine expansive Zentralbankenpolitik zurückzuführen ist.
  2. Wahlen beeinflussten die Volatilität
    Geopolitische Ereignisse in den Schwellenländern führten zu einer gewissen Volatilität. Wie die Verschlechterung der politischen Situation in Venezuela. Die Türkei, die Ukraine und El Salvador durchliefen Wahlen, und Südafrika, Indonesien und Israel stehen kurz vor Wahlen. Der politische Lärm in Brasilien nahm zu, nachdem Präsident Bolsanaro‘s ehrgeiziger Vorschlag für eine Rentenreform und ein langes Gesetzgebungsverfahren vorgelegt wurde – um einige Beispiele zu nennen.
  3. Die monetären Bedingungen haben sich entspannt
    Im Laufe des Quartals machte die US-Notenbank keine Anstalten, die Zinsen zu erhöhen. Stattdessen wurden sie zwischen 2,25-2,5% belassen. Dies deutet darauf hin, dass sich die Wirtschaftsdynamik im Vergleich zu den soliden Werten im vierten Quartal 2018 verlangsamt hat. China ergriff auch Maßnahmen zur Lockerung der monetären Bedingungen, um das Wachstum anzukurbeln. Auch die Rohstoffpreise stiegen deutlich an, wobei Brent Crude um 27% und der Core Commodity CRB Index um 8% zulegten, was für EMD einen willkommenen Rückenwind darstellte.

    e-fundresearch.com: Abgesehen von einer zurückhaltenden Fed: Welche anderen Entwicklungen führen dazu, dass die Anleger dieser Anlageklasse wieder wohlgesonnener gegenüberstehen? Wie schätzen Sie das aktuelle Bewertungsniveau ein?

    Ricardo Adrogué: EM weisen ein stabiles Wachstum auf – nicht zuletzt dank positiveren makroökonomischen Bedingungen. Emerging Markets profitieren tendenziell von Phasen des stabilen Wachstums. Und trotz einer vom IWF für 2019 gesenkten Produktionsprognose bleibt das Wirtschaftswachstum recht positiv. Industrieländer legen Wachstumswerte in der Höhe von 2%, Schwellen- und Industrieländer in der Höhe von 4,5% an den Tag. Hürden wie die US Zinsraten, Kapitalabflüsse, sinkende Rohstoffpreise und angespannte Handelsbeziehungen sind nicht komplett aus der Welt geschafft, aber ihre Auswirkungen scheinen sich verringert zu haben.

    Aus Unternehmenssicht verlassen sich viele Emittenten auf eine reibungslose Liquiditätsversorgung und die einfache Verfügbarkeit von Krediten. Das ist manchmal einer der wichtigsten Faktoren für das Spreadniveau und die Performance in diesem Bereich. China ist ein gutes Beispiel dafür. Dort gab es 2018 wesentlich strengere Kreditauflagen, die sich auf das Spreadniveau auswirkten. Aber zu Beginn des Jahres 2019 konnten wir diesbezüglich eine gewisse Entspannung feststellen. Das hat dazu beigetragen, die Spreads zu drosseln. Die Anleger sollten aber immer selektiv vorgehen.

    e-fundresearch.com: Auf welche Teile dieses Anlageuniversums konzentrieren Sie sich derzeit? Wo sehen Sie besonders vielversprechende Möglichkeiten?

    Ricardo Adrogué: Das sind wiederum vor allem drei Bereiche. Zum einen harte Währungen. Wir halten Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährungen im aktuellen Umfeld für attraktiv. Sie profitieren von niedrigeren Zinserwartungen und einem immer noch starken Wirtschaftswachstum, weisen gleichzeitig aber ein reduziertes Währungsrisiko auf. Darüber hinaus deuten niedrigere Treasury-Renditen auf relativ attraktive Spreads hin, die sich unserer Meinung nach gegenüber dem derzeitigen Niveau weiter verringern dürften.

    Die zweite vielversprechende Möglichkeit stellen Qualitätsunternehmen in Krisenländern dar.

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    Wir sehen Potenzial bei Investments in Qualitätsunternehmen - mit nachhaltigen Geschäftsmodellen und stabilen Finanzkennzahlen – die innerhalb von einem anspruchsvollen Makroklima agieren. So können beispielsweise sowohl chinesische Immobilien als auch vorrangige Titel der türkischen Bank eine Rendite von 8-9% für eine Laufzeit von unter drei Jahren erzielen. Gewisse Länder sorgen für riskante Schlagzeilen - wenn man jedoch die Kernbereiche näher betrachtet, zahlen sie sich aus.

    Eine weitere Strategie ist jene der kurzen Laufzeit.

    Das Vorgehen der Fed oder die Zinsschwankungen des Finanzministeriums sind für gewisse Anleger maßgebend. Diese könnten die Short Duration-Strategie - mit niedriger Volatilität und dem Potenzial, 5%+ bei einer Laufzeit von weniger als zwei Jahren zu erzielen - in Betracht ziehen. In einem Umfeld mit hoher Volatilität, wie es 2018 der Fall war, erweist sich diese Vorgehensweise tendenziell als gut.

    e-fundresearch.com: Im Hinblick auf den Rest des Jahres 2019: Auf welche Schlüsselereignisse konzentrieren Sie sich am meisten und wie trennen Sie Störgeräusche von relevanten Informationen?

    Ricardo Adrogué: Gestützt auf die aktuelle Makropositionierung gehen wir davon aus, dass 2019 für die EMD als Anlageklasse im Vergleich zu 2018 vorteilhafter sein wird. Wir befinden uns noch in einer sehr unsicheren Zeit, welche nach wie vor Risiken birgt. Wir beobachten weiterhin die Gebiete der Schwellenmärkte, die Sorgen bereiten - dazu zählen auch die Maßnahmen der Zentralbank, geopolitische Ereignisse und Wahlen in Venezuela und Mexiko sowie Handelsentwicklungen in China. Je nachdem, in welche Richtung diese gehen, kann es in den Schwellenländern zu Dominoeffekten kommen.

    Die Inflationsraten in den Schwellenländern haben sich allmählich von der Währungsabwertung gelöst und sind in einigen Märkten auf niedrigem Niveau geblieben. Ohne Korrelation oder unkontrollierbare Inflation sehen die Zentralbanken keine Notwendigkeit, die lokalen Währungen zu stützen. Dies bedeutet, dass die Exporte des Landes auf dem Weltmarkt ansprechender sind und das Wirtschaftswachstum gestützt wird. Es bedeutet aber auch, dass Anlegern, die in Lokalwährungsanleihen investieren, das Potenzial für eine Währungsaufwertung fehlt.

    Obwohl wir erwarten, dass die Schlagzeilen im Zusammenhang mit diesen Bedenken auch im Jahr 2019 anhalten werden, sehen wir der Lage insgesamt optimistisch entgegen. Wir glauben, dass eine sorgfältige Sicherheitsauswahl, aktives Management und Risikominderung nach wie vor von größter Bedeutung sind.

    e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Adrogué!

    Über den Experten: Dr. Ricardo Adrogué ist Leiter der Global Sovereign Debt and Currencies Group von Barings. Er ist leitender Portfoliomanager für die Emerging Markets Local Debt Strategy und der Blended Total Return Debt Strategy zudem ist er Backup-Portfoliomanager für die Emerging Markets Sovereign Hard Currency Debt Strategy.

    Ricardo Adrogué ist seit 1992 in der Branche tätig und verfügt über Expertise in den Bereichen Portfoliomanagement, Wirtschaftsstrategie und Wissenschaft. Bevor er 2013 in das Unternehmen eintrat, war er bei der Cabezon Investment Group, LLC sowie bei der Wellington Management Company tätig, wo er erfolgreich ein Programm für das Emerging Markets Local Debt aufbaute und über 11 Milliarden Dollar verwaltete. Vor Wellington arbeitete Ricardo beim Internationalen Währungsfonds, wo er Inflationsmodellierungsarbeiten für Zentralbanken durchführte, und war Country Desk für Brasilien, Costa Rica sowie Trinidad und Tobago. Er arbeitete auch mit Salomon Smith Barney/Citigroup als Vizepräsident für Märkte und Wirtschaftsanalyse, als Seniorökonom und Stratege für Panama und Peru sowie mit der New York University als außerordentlicher Professor für Lateinamerika. Ricardo hat einen B.A. in Wirtschaftswissenschaften von der Universidad Católica Argentina, einen M.A. in Wirtschaftswissenschaften und einen PhD von der University of California, Los Angeles.

    Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com Data GmbH wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com Data GmbH lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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