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AllianceBernstein-Fondsmanager Thapar: „Noch in meinem Leben wird man Krebs per Bluttests erkennen können“

Welche langfristigen Trends aktuell im Portfolio des AllianceBernstein Healthcare-Fondsmanagers Vinay Thapar zu finden sind und weshalb er Abstand davon nimmt, selbst die richtigen Forschungserfolge zu prognostizieren und sich stattdessen lieber auf gründliche Unternehmensanalyse fokussiert, konnte e-fundresearch.com in einem persönlichen Gespräch erfahren. Managers | 23.05.2019 11:50 Uhr
Vinay Thapar, Portfoliomanager, AB - International Health Care Portfolio / © AllianceBernstein
Vinay Thapar, Portfoliomanager, AB - International Health Care Portfolio / © AllianceBernstein

In Zeiten wie diesen, in denen sich Marktstrategen von den Auswirkungen der Handelsstreitigkeiten bis hin zu einer möglichen Eskalation des Iran-Konflikts mit allerhand sich laufend änderndem Newsflow auseinandersetzen müssen, wird AllianceBernstein-Fondsmanager Vinay Thapar um sein auf Langfristigkeit fokussiertes Investmentmandat wohl besonders beneidet: Kurzfristige Volatilitätsspitzen sieht er nicht als Anlass zur Panik, sondern vielmehr als willkommene Gelegenheit, um vom Markt temporär abgestrafte Positionen zu erhöhen.

„Wir sind in Unternehmen investiert, die sich nicht auf die Optimierung von Quartalszahlen fokussieren, sondern langfristige Strategien verfolgen und kapitaleffizient agieren“, fasst der Portfoliomanager, der übrigens innerhalb der AllianceBernstein-Aktienteams auch als Senior Research Analyst fungiert, seinen Fokus gleich zu Beginn seines Face-to-Face Interviews mit e-fundresearch.com zusammen.

Krebsrisiko in Zukunft möglicherweise genauso leicht wie Cholesterinspiegel zu bestimmen

Konkret sieht Thapar aktuell drei große Bewegungen innerhalb des Healthcare-Sektors, denen sich Investoren seiner Meinung nach bewusst sein sollten. Als ersten Trend nennt der AllianceBernstein-Fondsmanager die Diagnostik: Er gehe fest davon aus, dass wir noch zu seinen Lebzeiten einen Bluttest erleben werden, der das Risiko auf Krebserkrankungen prognostizieren kann. Entwicklungen, die laut Thapar einen gewaltigen Game-Changer darstellen werden, wenn man bedenkt, wie aufwendig und wie spät Krebserkrankungen heutzutage identifiziert werden. „Wenn Sie Ihr Risiko auf Krebserkrankungen genauso leicht wie Ihren Cholesterinspiegel bestimmen können, ersparen Sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit komplizierte chirurgische Eingriffe und langzeitige Krankenhausaufenthalte. Ein Szenario, das für das gesamte Gesundheitssystem enorme Effizienzsteigerungen bedeuten würde“, so der Experte im Gespräch mit e-fundresearch.com.

Allzu utopisch sei ein solches Szenario übrigens nicht: Bereits jetzt seien aufgrund des technologischen Fortschritts und der immer genaueren DNA-Sequenzierung ermutigende Entwicklungen zu beobachten. Thapar nennt hier das Unternehmen „Illumina“ als konkretes Beispiel für eine aktuelle Portfolio-Positionierung, die inmitten der Marktvolatilität des vierten Quartals 2018 initiiert wurde. „Wir gehen davon aus, dass die Technologien dieses Unternehmens diese neuen Diagnostik-Trends und die damit verbundene Disruption ermöglichen werden.“

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Keine Utopie: Der Roboter-Chirurg ist bereits Realität

Als zweiten nennenswerten Trend innerhalb der Gesundheitssektors erwähnt der Fondsmanager die Robotik: „Viele Personen denken hier direkt an Industrie-Robotik oder selbstfahrende Autos. In unserem Kontext sind aber allen voran chirurgische Eingriffe, die mit Robotersystemen durchgeführt werden, also Roboterchirurgie, von Interesse. Jene Systeme haben bereits heute einen nachhaltigen Effekt auf den Patienten: Sie erhöhen die chirurgische Genauigkeit, verringern Komplikationsrisiken und machen es dadurch möglich, viel rascher wieder in den Alltag zurückkehren zu können“, erklärt Vinay Thapar. In diesem Bezug gibt der Experte „Intuitive Surgical“ als konkretes Unternehmensbeispiel an – das Unternehmen ist in seinem Bereich marktführend und beschäftigt sich bereits seit knapp 25 Jahren mit Roboterchirurgie. Trotz der Erfolge, die Intuitive Surgical bereits verzeichnen konnte, sieht Thapar weiterhin viel Wachstumspotenzial: „Von einer Marktsättigung kann im Bereich der Roboterchirurgie keine Rede sein.“

„Immer noch ein sehr ineffizienter Sektor“ | Technologie schafft spannende Chancen

Als dritten attraktiven und strukturellen Trend gibt der Manager des AllianceBernstein International Healthcare Fonds den Übergangsbereich zwischen Healthcare und Technologie an: „Der Gesundheitsbereich ist ein Sektor, der technologische Innovationen bislang in einem vergleichsweise langsamen Tempo umgesetzt hat. Vieles von dem, was andere Branchen bereits grundlegend verändert und effizienter gestaltet hat, findet erst jetzt nach und nach auch in der Healthcare-Industrie Anwendung.“ Auch im administrativen Bereich soll es laut Thapar zu beachtlichen Technologie-gestützten Effizienzsteigerungen kommen: Unter anderem etwa auch durch die Anwendung von Blockchain-Technologien bei der Kommunikation und der Abrechnung zwischen Krankenversicherungen, Krankenhäusern und Patienten.

Auch künstliche Intelligenz schaffe in der Gesundheitsbranche bereits praktischen Mehrwert: Beispielsweise können Big Data Modelle dabei helfen, Medikamente und Therapien zielgerichteter entwickeln und anwenden zu können. Einige von Thapars Portfolioholdings haben in diesen Bereichen bereits Investments getätigt, die über die nächsten 5-10 Jahre Früchte tragen sollten.

Ein roter Faden, der sich bei allen von Vinay Thapar angeführten Entwicklungen durchzieht, ist der Fokus auf Effizienzsteigerungen. „Nach wie vor handelt es sich beim Gesundheitssektor – zumindest in den USA, aber auch in vielen anderen Ländern – um einen der mit Abstand ineffizientesten Bereiche schlechthin“, konstatiert der Experte und führt aus: „Eine der großen Anomalien ist beispielsweise die Tatsache, dass man für eine Dienstleistung zahlt, ohne vorab zu wissen, wie hoch die Rechnung überhaupt ausfallen wird. Wir denken jedoch, dass sich an diesem Modell zeitnah etwas ändern wird. Um Kosten im Gesundheitssystem besser kontrollieren zu können, muss es zu verstärkter Transparenz kommen.“

Auf der Suche nach Unternehmen, die sich im „Virtous-Cycle“ befinden

Damit sich ein Healthcare-Unternehmen für Thapars Portfolio qualifiziert, setzt der Fondsmanager folgende Kriterien voraus: Das Unternehmen muss ein Produkt beziehungsweise Service anbieten, welches:

1) einen nachweislich positiven Effekt auf Patienten ausübt
2) die Gesamteffizienz des Gesundheits-Systems erhöht
3) profitabel hergestellt und angeboten werden kann

Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern geht Vinay Thapar übrigens nicht davon aus, dass er über ein herausragendes Wissen verfügt, was das prognostizieren von Forschungs-, Therapie- und Medikamenten-Erfolgen betrifft. „Eine derartige Argumentation kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die Idee, dass ein Portfoliomanager, der hinter seinem Bloomberg-Screen sitzt, die Erfolgswahrscheinlichkeiten einer Technologie oder Entwicklung besser prognostizieren kann, als ein Unternehmen, welches hunderte Forscher engagiert, die teilweise ihr gesamtes Lebenswerk dieser Organisation widmen, halte ich für absurd.“

Fokus auf Return on Invested Capital

Als Konsequenz fokussiert sich Thapar lieber auf die Auswahl guter Unternehmen: „Hier sind wir die Experten.“ In der Vergangenheit habe der Fondsmanager bereits mehrfach beweisen können, durch gezielte Stock-Selection die Gesamtvolatiltiät des Portfolios reduzieren zu können und eine attraktive Performance-Asymmetrie zu erzielen. „In Aufwärtsmärkten haben wir bislang 84% unserer Konkurrenten übertreffen können – in Abwärtsphasen waren es 82%.“

Um Healthcare-Unternehmen, die einem Lotterie-Ticket gleichen und deren gesamter Erfolg rein von einem binären Event, wie ein Forschungserfolg, abhängig ist, macht der Fondsmanager übrigens einen großen Bogen. Um „gute Unternehmen“ zu erkennen, fokussiert sich der Experte vor allem auf die Kennzahlen Return on Invested Capital (ROIC) und die Re-Investment Rate: „Wir suchen nach sehr kapitaleffizienten Geschäftsmodellen, die ihre Gewinne innerhalb des Unternehmens sinnvoll reinvestieren.“ Wachstum um jeden Preis und insbesondere anorganischem Wachstum steht der Fondsmanager kritisch gegenüber: Valeant Pharmaceuticals sei eines der besten Beispiele dafür, was bei einer derartigen Unternehmensstrategie schief gehen kann.

Auch wenn – wie eingangs erwähnt – viele von Thapars Portfoliopositionen viel in neue Geschäftsfelder investieren, ist es dem Portfoliomanager stets wichtig, dass das Gesamtunternehmen als solches profitabel ist: „98% unseres Portfolios besteht derzeit aus profitablen Unternehmen“, so der Fondsmanager abschließend.

Auf 5-Jahressicht vor Peer-Group-Durchschnitt und Index: Auch im herausfordernden 2018 positiv abgeschlossen

Weitere Details über das Risiko-Rendite-Profil, das Vinay Thapar mit seinem AB - International Health Care Portfolio (LU0058720904) bislang produzieren konnte, hat Ihnen e-fundresearch.com in nachfolgendem Chart-Export zusammengefasst (alle Daten auf 5-Jahressicht per 30.04.2019 und in USD).

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