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Chinesische Onshore-Anleihen: "Genau das, was Investoren immer suchen"

Innerhalb kürzester Zeit konnte der Markt für chinesische Onshore-Anleihen zum zweitgrößten Rentenmarkt der Welt avancieren: Was dahinter steckt und warum auch hierzulande Investoren einen genaueren Blick auf den Anleihe-Export aus Fernost werfen sollten, diskutierte e-fundresearch.com im Interview mit Uta Fehm, Senior Fixed Income Strategist bei UBS Asset Management. Managers | 30.03.2021 11:00 Uhr
Uta Fehm, Senior Fixed Income Strategist bei UBS Asset Management / © UBS Asset Management
Uta Fehm, Senior Fixed Income Strategist bei UBS Asset Management / © UBS Asset Management

e-fundresearch.com: Frau Fehm, UBS hat kürzlich die Greater China Conference 2021 als Hybrid-Event (online und offline) veranstaltet. Wie lauten Ihre Key-Takeaways und welches Investorenfeedback haben Sie zu diesem Konferenzformat bislang erhalten?

Uta Fehm: Auch in diesem Jahr fand unsere Greater China Conference statt, wenn auch in einem angepassten Format. Das Interesse war überwältigend: wir konnten 2500 Gäste direkt vor Ort begrüßen. Unsere Kunden haben die Konferenz als auch das neue Online-Format sehr begrüßt, hat es doch trotz der aktuellen Einschränkungen eine Teilnahme überhaupt ermöglicht und darüber hinaus das Thema China einem noch breiteren Publikum zugänglich gemacht: es nahmen ca. 25.000 Gäste Online an diesem Kongress teil!

Für Chinesische Anleihen haben wir folgende Key-take-aways definiert: 

  • Die Veränderungen in der Weltwirtschaft bedeuten, dass es für Anleger an der Zeit ist, ihre Portfoliostrukturen zu überdenken 
  • Zu Beginn des Jahres 2021 sind sowohl China als auch Asien für festverzinsliche Anlagen attraktiv 
  • Chinesische Anleihen können als sicherer Hafen bezeichnet werden, und die Entwicklungen im Jahr 2020 unterstützen dies. 
  • Neue politische Maßnahmen - die 3 Red Lines – könnten den Anleihemarkt besonders im chinesischen Immobiliensektor weiter unterstützen und für Investoren 2021 und darüber hinaus attraktive Renditemöglichkeiten bieten.

e-fundresearch.com: Gerade im Krisenjahr 2020 konnte die chinesische Volkswirtschaft auf sich aufmerksam machen und als einzige Wirtschaftsmacht ein positives BIP-Wachstum erzielen.  Wie beurteilen Sie die aktuelle makroökonomische Situation Chinas und die Wachstumsziele, die beim nationalen Volkskongress verkündet wurden?

Uta Fehm: In der Tat ist China die einzige wichtige Volkswirtschaft weltweit, die ein positives Wachstum in 2020 erreicht hat, trotz der Pandemie und dem starken Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten in den ersten Wochen des Jahres. Damit hat China wieder einmal eindrücklich bewiesen, dass das Land inzwischen ein starkes und stabiles Wirtschaftssystem hat und auch relativ unabhängig von der globalen Entwicklung agieren kann. Auch wenn der Exportsektor immer noch einen wichtigen Teil der Wirtschaftsleistung bestimmt, nimmt der Inlandssektor, Konsum und Investitionen, schnell an Bedeutung zu. Die wachsende Mittelschicht, sich verbessernde Lebensbedingungen und technische Entwicklung als auch Urbanisierung sind nur einige Gründe dafür. Und letztlich ist das natürlich auch ein wesentlicher Bereich, der durch die Monetär- und Fiskalpolitik beeinflusst werden kann. 

Die erwarteten 6% Wachstum sind aus meiner Sicht allerdings eher auf der konservativ Seite gesetzt.

In 2020 haben wir eine schnelle und kräftige Erholung der Wirtschaft gesehen, die sich auch in 2021 noch auswirken wird, zumindest in den ersten Monaten. Betrachtet man das Kreditimpulswachstum, deutet sich allerdings eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums ab etwa Mitte des Jahres an. Das kommt sicher nicht überraschend, wenn man das De-leveraging der letzten Jahre nicht wieder komplett negieren will. Vor dem Hintergrund sind sicher auch die – wenn auch noch sehr moderaten – Restriktionen zu sehen, die der Nationale Volkskongress Anfang März beschlossen hat. Damit dürfte man auch langfristig etwas von der bisherigen Wachstumsstrategie abweichen und sich zunehmend auf Stabilität und Kontinuität konzentrieren. Die erwarteten 6% Wachstum sind aus meiner Sicht allerdings eher auf der konservativ Seite gesetzt. 

e-fundresearch.com: Auf der Aktienseite findet China langsam, aber sicher den Weg in die westlichen Anlageportfolios. Welche Rolle spielt China aktuell in den Fixed-Income Portfolios deutschsprachiger Investoren? Wie sollten Investoren den chinesischen Fixed-Income Markt Ihrer Meinung nach idealerweise berücksichtigen? Was gilt es zu beachten?

Uta Fehm: China Fixed Income war in der Vergangenheit – wenn überhaupt- dann eher ein Investment innerhalb der Emerging Market Anleihe Allokation und in diesem Zusammenhang war es eher uninteressant, weil die Spreads der USD Anleihen meist zu niedrig waren. DimSum Bonds (CNH) fanden ebenfalls kaum Beachtung. Mit der aktuellen Öffnung des On-shore Marktes in CNY hat sich das Bild wesentlich geändert und es steht ein komplett neuer, aber sehr wichtiger und interessanter Markt zur Verfügung. Mit 16 Billionen USD Volumen ist es in kürzester Zeit der 2-größte Anleihemarkt der Welt geworden, der neben einer attraktiven Verzinsung auch eine niedrige Korrelation bietet – damit bietet der Chinesische On-shore Markt genau das, was Investoren immer suchen: Rendite und Diversifizierung des Portfolios. 

Diese Shifts in Anleihemärkten finden nur selten statt und verändern das Universum komplett (...)

Einige große Indexprovider haben China bereits in die Indices aufgenommen, Bloomberg-Barclays, JP Morgen und im Oktober folgt FTSE Russell. Damit hat sich für Investoren, die diesen Indices folgen, automatisch auch das Universum verändert. Wir sind allerdings überzeugt, dass eine Allokation auch außerhalb der Indices sinnvoll ist, da die aktuellen Indexallokationen die Größe und Bedeutung des Marktes bei weitem noch nicht adäquat widerspiegeln. Wichtiger erscheint mir in dem Zusammenhang, dass durch die Indexanpassungen das Bewusstsein und die Beachtung des Marktes deutlich unterstützt wird. 

Global Bond Investoren sollten definitiv über eine stand-alone-Allokation nachdenken und nicht nur der – zu niedrigen – Indexallokation folgen. Diese Shifts in Anleihemärkten finden nur selten statt und verändern das Universum komplett, langfristig wird der Chinesische Anleihemarkt ein fester und wesentlicher Bestandteil in globalen Anleiheportfolios sein, genauso wie der Renmimbi zu einem diversifizierten Währungsportfolio gehören wird. Das heißt aber eben auch, dass die Investitionen in On-shore Bonds stattfinden sollten, um Exposure zu lokalen Zinsen/Zinspolitik als auch direkt zu CNY haben. 

e-fundresearch.com: Wie ist Ihr Haus in diesem Segment bereits aufgestellt? Wie sieht die Produktpalette aus und wo sehen Sie aktuell besonders hohe Nachfrage?

Uta Fehm: UBS ist seit langem in China vertreten und konnte diese Position eben auch nutzen, um frühzeitig Marktzugang für internationale Investoren durch Fonds für Aktien und Renten zu gewährleisten. Mit der Öffnung des On-shore Marktes war der Startschuss für das Management von Anleihestrategien gegeben, sowohl in Form von Fonds, ETFs oder Mandaten. Wir nutzen dabei unsere Expertise vor Ort und machen sie internationalen Investoren zugänglich. Natürlich waren die technischen Herausforderungen am Anfang größer als in etablierten Märkten, aber es war zu bewältigen, die Produkte sind aufgesetzt und wir sehen steigende Nachfrage. Anfangs stehen natürlich viele Gespräche zum Thema China ganz allgemein, im Zeitablauf werden die Investoren aber mit dem Umfeld vertraut und sehen die Chancen, die sich durch diesen neuen Markt ergeben.

Im Bereich der Anleihen managen wir natürlich Asienstrategien, die viele Länder, Währungen und Emittenten berücksichtigen (z.B. der UBS (Lux) Bond Fund - Full Cycle Asian Bond) als eben auch Strategien mit Fokus On-shore China, der (Lux) Bond SICAV - China Fixed Income (RMB). 

e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Fehm!

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