Am 23. Februar 2026 traf die e-fundresearch.com Redaktion Richard Geller, Spezialist für Alternative Investments bei Loomis Sayles (einem Affiliate von Natixis Investment Managers), zu einem Hintergrundgespräch in der Wiener Innenstadt. Geller verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Analyse liquider Alternatives und arbeitet eng mit CIO Aziz Hamzaogullari zusammen. Inmitten einer Serie von Ausverkäufen im Software- und IT-Sicherheitsbereich erläutert er, warum das Haus an seinem langfristigen, wertorientierten Ansatz festhält und kurzfristige Marktschwankungen als Chance begreift.
e-fundresearch.com: Herr Geller, der Sektor für Unternehmenssoftware und IT-Sicherheit reagierte zuletzt extrem empfindlich auf neue KI-Modelle wie jene von Anthropic. Wie ordnet Ihr Team diese plötzlichen Kursverluste ein?
Richard Geller: Der Markt funktioniert grundsätzlich wie eine Art „Clearinghaus für menschliche Emotionen“. In Phasen, in denen neue Technologien – wie etwa im Bereich automatisierter Programmierung oder IT-Sicherheit – vorgestellt werden, werden dort kollektive Verhaltensfehler gematcht: Angst mit Gier, der „Recency Bias“, also die Überbewertung aktueller Ereignisse, mit der Überbewertung der Geschichte. Im Moment wird jede neue Vorschau auf ein KI-Tool sofort als existenzielle Bedrohung für etablierte Geschäftsmodelle interpretiert. Diese emotionale Überreaktion führt...