Nahostkonflikt als Stresstest: Warum Europas Energiewende strategischer und investierbarer wird

Ein Interview mit Hilde Jenssen, Co-Portfoliomanagerin der Nordea Empower Europe Strategie. Managers | 30.03.2026 10:48 Uhr
Hilde Jenssen, Head of Fundamental Equities bei Nordea Asset Management und Co-Portfoliomanagerin des Nordea 1 – Empower Europe Fund / © e-fundresearch.com / Nordea Asset Management
Hilde Jenssen, Head of Fundamental Equities bei Nordea Asset Management und Co-Portfoliomanagerin des Nordea 1 – Empower Europe Fund / © e-fundresearch.com / Nordea Asset Management

Advertorial

Energie-Resilienz ist ein zentraler Baustein der strategischen Neuausrichtung Europas. Der Investitionsbedarf – etwa für Elektrifizierung und Netzinfrastruktur – ist erheblich. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen rund um Iran und deren Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte ordnet Hilde Jenssen, Co-Portfoliomanagerin der Nordea AM Empower Europe Strategie, die kurz- und langfristigen Folgen für Europas strategischen Umbau ein.

Die russische Invasion in der Ukraine 2022 hatte massive Auswirkungen auf die Energiemärkte. Wird der Konflikt rund um Iran einen ähnlichen Effekt haben?

„Es gibt durchaus Parallelen: Beide Entwicklungen wirken als Katalysatoren für Investitionen in Energiesicherheit und treiben Staaten sowie Unternehmen dazu, ihre Ausgaben für Resilienz, Infrastruktur und Diversifizierung zu erhöhen.

Allerdings unterscheidet sich die aktuelle Situation in ihrer Ausprägung deutlich. Der Schock von 2022 war eine akute, stark europazentrierte Versorgungskrise insbesondere im Gasmarkt, mit unmittelbaren politischen Gegenmaßnahmen, extremen Preissprüngen und kurzfristigen Opportunitäten durch Knappheit und Substitution.

Die aktuellen Spannungen im Nahen Osten sind anders gelagert. Es geht weniger um physische Engpässe, sondern vielmehr um eine anhaltende geopolitische Risikoprämie. Die Märkte fokussieren sich stärker auf Ölpreise, Transportwege und regionale Instabilität.

Entsprechend fallen die politischen Reaktionen weniger reaktiv, dafür strategischer aus. Sie untermauern langfristige Investitionsprogramme, etwa in Stromnetze, LNG-Infrastruktur, Speicher, Effizienzmaßnahmen und stärker lokal verankerte Energiesysteme.

Damit verschiebt sich auch der Investitionsfokus: weg von kurzfristigen, volatilen Handelschancen hin zu Unternehmen mit langfristig planbarem Wachstum, stabilen – häufig regulierten oder vertraglich gesicherten – Cashflows und klarer strategischer Einbindung in Energieversorgungssicherheit und Dekarbonisierung. Die Auswirkungen auf die Kapitalallokation könnten damit nachhaltiger sein als nach dem Schock von 2022.“

Europa ist ein großer Importeur von Erdgas. Ist der Kontinent von diesem Konflikt besonders betroffen?

„Europa bleibt strukturell anfällig für externe Energieeinflüsse – auch aus dem Nahen Osten. Die aktuellen Spannungen verdeutlichen, dass geopolitische Risiken weiterhin eine zentrale Rolle für Preisbildung und Versorgungssicherheit spielen.

Gleichzeitig verstärken sie den eingeschlagenen Kurs: Der Ausbau der eigenen Energie-Resilienz gewinnt weiter an Dynamik.

Das rund 300 Milliarden Euro schwere REPowerEU-Programm bildet dabei das Fundament. Ziel ist es, die Importabhängigkeit zu reduzieren – durch den Ausbau und die Modernisierung der Netze, beschleunigten Zubau erneuerbarer Energien, Speicherlösungen, Effizienzsteigerungen im Gebäudesektor sowie besseren Zugang zu kritischen Rohstoffen.

Ähnliche Entwicklungen sind im Vereinigten Königreich und in Teilen Asiens zu beobachten. Die USA profitieren zusätzlich von ihrer Rolle als Energieexporteur und Anbieter von Schlüsseltechnologien.“

Wo sehen Sie innerhalb der Nordea Empower Europe Strategie langfristige Chancen im Kontext von Energie-Resilienz?

„Die attraktivsten strukturellen Chancen sehen wir klar im Bereich Netzinfrastruktur und Übertragung, weniger in der Exploration oder in kurzfristigen fossilen Investments.

Konkret geht es um die Modernisierung alter Netze, den Ausbau von Interkonnektoren sowie den Einsatz moderner Technologien wie Hochleistungskabel, Transformatoren und digitale Steuerungssysteme. Diese sind notwendig, um die steigende Stromnachfrage aus erneuerbaren Energien, Industrie, Rechenzentren und Verkehr zu bewältigen.

Darüber hinaus sehen wir Potenzial entlang der Elektrifizierung auf der Nachfrageseite – etwa bei Energieeffizienz im Gebäudesektor, Wärmepumpen, Speicherlösungen und Energiemanagementsystemen. Diese reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und erhöhen die Systemstabilität.

Erneuerbare Energien bleiben ein zentraler Baustein. Ohne ausreichende Netzkapazitäten und Flexibilität lassen sie sich jedoch nicht skalieren. Entsprechend fließt Kapital zunehmend in regulierte Netzbetreiber, Ausrüster und industrielle Wertschöpfungsketten, die die Elektrifizierung ermöglichen.

Getragen von REPowerEU und nationalen Programmen entsteht hier eine langfristige Investmentstory mit planbaren Cashflows, hohen Markteintrittsbarrieren und strukturellem Rückenwind – weniger abhängig von kurzfristigen Rohstoffpreisschwankungen als vielmehr von einem fundamentalen Umbau der europäischen Energieinfrastruktur.“

Über Hilde Jenssen

Hilde Jenssen, CFA, ist Head of Fundamental Equities bei Nordea Asset Management. Sie verantwortet dort die Entwicklung und Leitung von Aktienstrategien mit Schwerpunkt auf langfristigen, fundamentalen Investments. Jenssen kam 2018 zu Nordea AM und war zuvor als Portfolio Specialist im Aktienbereich tätig. Ihre Karriere umfasst über zwei Jahrzehnte Erfahrung im internationalen Asset Management, insbesondere in den Bereichen Aktienanalyse, Portfoliokonstruktion und thematische Anlagestrategien.

Über die Strategie „Empower Europe“

Mit Empower Europe bietet Nordea Asset Management eine aktiv gemanagte Aktienstrategie, die gezielt in Unternehmen investiert, die Europas strategische Prioritäten vorantreiben – von Energieunabhängigkeit über industrielle Rückverlagerung bis hin zu technologischer und sicherheitspolitischer Souveränität. Der thematische Fokus liegt auf innovativen europäischen Unternehmen jeder Größenordnung, die von den laufenden Transformationsprozessen in Energie, Industrie und Verteidigung profitieren. Bereits zwölf Wochen nach der Auflegung verzeichnete die Strategie Mittelzuflüsse von rund 200 Millionen Euro – ein deutliches Zeichen für das hohe Investoreninteresse und die Relevanz des Themas im aktuellen Marktumfeld.

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein kostenpflichtiges Advertorial. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei Nordea Asset Management.

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