Was bei vielen Fondsgesellschaften am Rande des Fondskongresses zu einem mäßig spannenden Sales-Update verkommt, wurde im Gespräch mit Franklin Templetons Deutschland- und Österreich-Führung fast zu einer Philosophiestunde über die Zukunft der Branche. Christian Machts, seit Juni 2025 Head of Germany & Austria, und Karl Banyai, Sales Director für Österreich, lassen im Gespräch mit der e-fundresearch.com Chefredaktion die Hüllen fallen – strategisch wie rhetorisch. Was dabei herauskommt, ist ungewöhnlich ehrlich, ungewöhnlich mutig und in seiner Breite fast überwältigend.
ETFs wachsen weiter stark – doch das ist nur ein Baustein.
Die Ambitionen sind groß. Das ETF-Segment soll bis 2030 einen signifikanten Teil der globalen AUM von aktuell rund 1.700 Milliarden Dollar ausmachen. „Um das zu erreichen, lassen wir die Hose runter – kostenseitig. Wir haben den Anspruch auf Kostenführerschaft in einigen Bereichen“, sagt Banyai gleich zu Beginn. Aber der ETF-Ausbau ist nur ein Vektor in einer Strategie, die man mit Fug und Recht als „Everything Everywhere All at Once“ bezeichnen kann.
Denn parallel laufen: der Ausbau und die Positionierung eines Private Markets-Angebots unter den Marken Lexington Partners (Private Equity), Benefit Street Partners (Private Debt) und Clarion Partners (Real Estate/Infrastruktur); der Launch aktiver ETFs, begonnen mit dem ersten aktiven Fixed Income-ETF in Europa 2018; die Tokenisierung von Fondsstrukturen über z.B. den Blockchain-basierten Geldmarkttoken Benji; Influencer-Kooperationen als weltweiter Testmarkt in Deutschland und Österreich; und nicht zuletzt die Positionierung als Partner für das deutsche Altersvorsorgedepot ab 2027.
„Wird alles davon funktionieren? Nein.“
Was das Gespräch von der üblichen Vertriebskommunikation unterscheidet, ist die Offenheit, ...