Mandarine-CIO Dumas: Warum Trump der Climate Transition unfreiwillig hilft

Beim Wien-Termin von Mandarine Gestion skizzierte CIO Adrien Dumas eine zugespitzte These: Nicht klimapolitische Überzeugung, sondern Trumps Reshoring-, AI- und Industrieagenda könnte der Climate Transition zusätzlichen Schub geben. Europas Defizit liege weniger bei der Technologie als bei Strategie, Skalierung und politischer Koordination. Die e-fundresearch.com Redaktion war vor Ort. Managers | 17.04.2026 10:40 Uhr
Adrien Dumas, CIO und Katja Boeder, Direktorin internationale Märkte & Client Solutions bei Mandarine Gestion / © e-fundresearch.com
Adrien Dumas, CIO und Katja Boeder, Direktorin internationale Märkte & Client Solutions bei Mandarine Gestion / © e-fundresearch.com

Geopolitik als Beschleuniger

Dumas’ Kernthese: Nicht klassische Klimapolitik treibe die Energiewende derzeit voran, sondern der industriepolitische Nebeneffekt von Reindustrialisierung, AI-Ausbau und geopolitischer Rivalität. Wenn Rechenzentren, Halbleiterkapazitäten und strategische Industrien massiv wachsen, steige zwangsläufig der Investitionsdruck bei Netzen, Stromerzeugung, Speichern und Energieeffizienz. Die IEA schätze, dass allein der AI-Ausbau die US-Stromnachfrage über die nächste Dekade um rund fünf Prozent pro Jahr erhöhen werde. „Das ist der größte Engpass für die AI-Entwicklung – und gleichzeitig ein enormer Rückenwind für Transition-Technologien“, so Dumas sinngemäß.

Tatsächlich habe 2025 entgegen vieler Erwartungen ein starkes Jahr für Erneuerbare gebracht – getrieben nicht durch Subventionen, sondern durch den schlichten Vorteil, dass ein Wind- oder Solarpark in sechs Monaten errichtet werden könne, ein Kernkraftwerk aber fünf bis sieben Jahre brauche. Für Hyperscaler, die schnell Kapazität benötigten, sei Erneuerbare schlicht die pragmatischste Lösung.

Europas Problem ist nicht die Technik

Besonders scharf fiel Dumas’ Diagnose für Europa aus. „Technisch...