„Europa hat keine Wahl“: Tikehau Capital-Stratege sieht Souveränität als das Investmentthema der Dekade

Anlässlich des strukturierten Markteintritts von Tikehau Capital ins klassische Fonds-Distributionsgeschäft in Österreich traf sich Raphael Thuin, Head of Capital Markets Strategies, mit der e-fundresearch.com Chefredaktion. Im Gespräch ordnete er die Nervosität rund um Private Credit ein, erklärte seinen vorsichtigeren Blick auf Software – und machte deutlich, warum Europas Streben nach Autonomie für ihn weit mehr ist als ein politisches Schlagwort. Managers | 21.04.2026 12:40 Uhr
Raphael Thuin, Head of Capital Markets Strategies, Tikehau Capital / © e-fundresearch.com / Tikehau Capital
Raphael Thuin, Head of Capital Markets Strategies, Tikehau Capital / © e-fundresearch.com / Tikehau Capital

„Europa hat keine Wahl – es ist existenziell, wieder in die eigene Zukunft zu investieren.“ Raphael Thuin wählt seine Worte mit Bedacht, aber an dieser Stelle wird er unmissverständlich. Der Head of Capital Markets Strategies bei Tikehau Capital ist nach Wien gekommen, um den strukturierten Eintritt seines Hauses in die österreichische Fondsdistribution begleiten. Doch wer ein reines Produktgespräch erwartet, wird enttäuscht: Im Zentrum steht seine These, dass sich aus Europas geopolitischem Erwachen ein tragfähiges, langfristiges Investmentthema formt.

Tikehau Capital, 2004 mit vier Millionen Euro Startkapital gegründet und heute bei über 50 Milliarden Euro Assets under Management, ist am Markt bisher vor allem als Private-Markets-Spezialist bekannt. Das liquide Geschäft – rund 5,5 Milliarden Euro in Credit, etwa 500 Millionen in Aktien – soll nun gezielt ausgebaut werden. In Österreich geschieht das zunächst vor allem über Fixed-Income-Strategien, zunehmend jedoch auch über Aktienprodukte. Die Philosophie dabei: die hauseigene Private-Markets-DNA in liquide Formate übersetzen.

Souveränität: Von der Verteidigungspolitik zur Kapitalmarktstory

Unter den  Themen, die Tikehau Capital am meisten antreiben, ist Europas strategische Autonomie. „Die geopolitischen Entwicklungen betreffen heute vor allem den Rüstungssektor. Morgen kann...