Richard Kaye bringt eine ungewöhnliche Biografie mit: Aufgewachsen in einer kleinen, von japanischen Industrieansiedlungen geprägten Stadt in Wales, lernt er seit seinem achten Lebensjahr Japanisch – und beschäftigt sich seit 33 Jahren beruflich mit japanischen Aktien, seit 2009 als Portfolio Manager bei Comgest. Ende Mai war er für eine Roadshow in Wien zu Gast, wo ihn e-fundresearch.com-Chefredakteur Simon Weiler zum Gespräch traf. Sein Befund nach drei „verlorenen“ Jahrzehnten: Japan kehre an seinen angestammten Platz in globalen Portfolios zurück – und sei in der AI-Story weit präsenter, als die meisten Investoren glaubten.
„Japan kommt nach Hause“: Wer den Markt jetzt wirklich dreht
Kaye begann seine Laufbahn 1994, kurz nach dem Höhepunkt des japanischen Marktes, als Analyst bei der Industrial Bank of Japan. Aus nächster Nähe erlebte er dort die langsam aufziehende Kreditkrise mit. Sein zentrales Thema seither: die Untertreibung. Japanische Unternehmen, so Kaye, hätten ihre....