J.P. Morgan EM-Expertin: „Die Welt war zu sehr auf die USA fixiert“

Schwellenländer-Aktien rücken nach Jahren der US-Dominanz wieder verstärkt in den Fokus vieler Anleger. Emily Whiting, Head of APAC Equity Specialists bei J.P. Morgan Asset Management, erläutert im Interview, warum Diversifikation jetzt belohnt wird, wo sie die spannendsten strukturellen Themen sieht und wie sich das Haus zu China und Technologie positioniert. Managers | 30.06.2026 12:26 Uhr
Im Gespräch mit Emily Whiting, Head of APAC Equity Specialists bei J.P. Morgan Asset Management / © e-fundresearch.com / J.P. Morgan Asset Management
Im Gespräch mit Emily Whiting, Head of APAC Equity Specialists bei J.P. Morgan Asset Management / © e-fundresearch.com / J.P. Morgan Asset Management

Im Rahmen des European Media Summit von J.P. Morgan Asset Management spricht e-fundresearch.com mit Emily Whiting, Head of APAC Equity Specialists, über die Wiederentdeckung der Diversifikationsqualität von Emerging Markets, strukturelle Wachstumsthemen wie Technologie und Energie, die Herausforderungen der Indexkonzentration sowie ihre aktuelle Sicht auf China.

Schwellenländer als Diversifikator

e-fundresearch.com: Viele Anleger überdenken derzeit ihre regionale Diversifikation, weg von US-Aktien. Welche Rolle sollten Emerging Markets in diesem Kontext heute spielen, und wie sollten Investoren EM-Aktien in einer Welt einordnen, die jahrelang vom US-Exzeptionalismus geprägt war?

Emily Whiting: Die Schwellenländer haben in diesem Jahr daran erinnert, was sie zur Diversifikation in einem Portfolio beitragen können. In den vergangenen rund zehn Jahren war die Welt sehr stark auf die USA fokussiert und entsprechend stark sind die Portfolios der Anleger inzwischen dort übergewichtet. Zu Jahresbeginn sahen wir eine Rotation aus den USA in Schwellenländer, als Anleger erkannten, dass sie in den USA übergewichtet und in EMs untergewichtet waren. Der Konflikt im Nahen Osten hat zusätzlich die Bedeutung der breiten Diversifikation innerhalb der Anlageklasse verdeutlicht: Asien spielt eine wichtige Rolle, Lateinamerika ist reich an Rohstoffen, EMEA und Südafrika bringen ebenfalls Stabilität ein. Letztlich leben, arbeiten und konsumieren 85 Prozent der Weltbevölkerung, rund sechs Milliarden Menschen, in diesen Märkten. Wenn die meisten Portfolios trotzdem nur einstellige Prozentpunkte in Schwellenländern investiert haben, passt das nicht zusammen. Ich hoffe daher, dass dieses Jahr für viele Anleger eine gute Erinnerung war, geografisch breiter aufgestellt zu sein.

Strukturelle Themen: Tech, Bewertung und Wachstum

e-fundresearch.com: Welche strukturellen Themen sind aus Ihrer Sicht in den Schwellenländern derzeit am überzeugendsten, mit Blick auf Wachstum, Bewertung und Politik?

Whiting: Sehr deutlich steht das Thema...