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Einzeltitelauswahl mit globaler Perspektive

Am 1. Januar 2007 tritt Alexander Scurlock die Nachfolge von Graham Clapp als Fondsmanager des Fidelity Funds – European Growth Fund an. Mit dem Managerwechsel ist kein Strategiewechsel verbunden, meint Scurlock und erläutert, wo er in der europäischen Börsenlandschaft zurzeit die besten Chancen sieht. Managers | 07.11.2006 10:15 Uhr

Wie würden Sie Ihre Investmentphilosophie und Ihren Anlagestil beschreiben?

Scurlock: „Ich bin zuallererst ein klassischer Stockpicker. Viele sehen in mir den Spezialisten für Large-Caps, weil ich den Fidelity Funds - Euro Blue Chip Fund manage. In Wahrheit jedoch durchkämme ich den gesamten Markt auf der Suche nach den besten Anlagechancen. Dabei spielt die Unternehmensgröße keine besondere Rolle. In den acht Jahren, in denen ich europäische Aktienfonds für Fidelity gemanagt habe, waren in meinen Fonds immer auch Titel enthalten, die weiter unten auf dem Marktkapitalisierungsspektrum angesiedelt sind. Das gilt für den Fidelity Euro Blue Chip Fund, aber auch für einige meiner anderen Fonds. Große Bedeutung hat dabei für mich der globale Researchprozess von Fidelity. Die fundamentale Unternehmensanalyse ist aus meiner Sicht Dreh- und Angelpunkt bei der Titelauswahl.
Ich habe die Fonds, die ich bisher gemanagt habe, noch nie nach Stilen wie "Growth" oder "Value" ausgerichtet. Das sind für mich zwei Seiten der gleichen Medaille. Bei meinem Research wende ich Bewertungstechniken an, die sich auf beide Stile beziehen, und meine Portfolios stellen meist eine Mischung dar. Ich denke, das wird beim Fidelity European Growth Fund genauso sein.“

Das klingt sehr ähnlich wie bei Graham Clapp. Gibt es auch Unterschiede zwischen Ihnen beiden?

Scurlock: „Mein Ansatz ist dem von Graham Clapp im Großen und Ganzen sehr ähnlich. Research und Stockpicking stehen für uns beide im Mittelpunkt. Es gibt aber auch Aspekte in meiner Investmentphilosophie, die seinen Ansatz ergänzen werden. Wenn ich beispielsweise versuche, die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu beurteilen, gehe ich mit globaler Perspektive an die Sache heran. D.h. ich analysiere auch
Wettbewerber, Zulieferer und Vertriebspartner der jeweiligen Unternehmen und sogar Firmen, die in alternativen Technologien involviert sind und die demzufolge zu Konkurrenten werden könnten. Erst kürzlich war ich beispielsweise in Lateinamerika, um die spanischen Banken vor Ort besser beurteilen zu können.
Ich überwache auch sehr genau die Gesamtzusammensetzung des Portfolios, die aus der "Bottom-up"-Auswahl resultiert. Dabei sehe ich mir an, in welchem Verhältnis einzelne Aktien zu den makroökonomischen Trends stehen. So überprüfe ich, ob diese Trends mit meinen Einschätzungen über die betreffenden Titel im Einklang stehen, und verstärke meine Überzeugung, die aus der „Bottom-up“-Analyse resultiert.“

Welche Rolle spielen Sie persönlich bei der Analyse von Unternehmen, deren Aktien für Ihre Fonds in Betracht kommen?

Scurlock: „In meinem Investmentprozess hat das Research zentralen Stellenwert. Als Director of Research in London war ich einer der Architekten des weltweiten Teams, das bei Fidelity die detaillierte Aktienanalyse leistet. Damit bin ich ganz klar ein großer Befürworter einer globalen Sichtweise beim Research. Mit unseren Analysten arbeite ich eng zusammen, um ein genaues Bild der Unternehmen zu erhalten, in die ich vielleicht investieren möchte. Mein Research endet nicht bei Gesprächen mit den Firmen, die mich interessieren. Wie schon erwähnt, spreche ich auch mit Zulieferern, Kunden und Wettbewerbern. Dadurch gewinne ich "reflektierte Erkenntnisse" – Informationen, die ein potenzielles Investment von einer anderen Seite beleuchten. Das ist überaus wichtig, um das wahre Potenzial eines Unternehmens zu erkennen. Ich reise viel und nehme an Treffen mit Unternehmen sowie an Telefonkonferenzen teil. Rund die Hälfte meiner Zeit verbringe ich vermutlich mit Firmen, in die ich im Endeffekt gar nicht investiere. Dadurch gewinne ich jedoch wichtige Erkenntnisse über diejenigen Unternehmen, die ich dann letztendlich kaufe.“

Worauf achten Sie bei einem Titel, den sie kaufen?

Scurlock: „Idealerweise fallen die Titel, die ich mir anschaue, in eine oder mehrere von sechs Kategorien: 1. Bewertungsanomalien zwischen Branchen; 2. unbeachtetes Wachstum 3. Ertragserholung oder „Turnaround“-Situationen; 4. Strukturwandel in einer Branche; 5. Expansionspotenzial; und 6. Fälle, wo die Bewertung niedriger ist als der eigentliche Wert des Unternehmens.
Ich möchte Ihnen ein Beispiel aus einer dieser Kategorien nennen. Der finnische Ausrüstungshersteller Metso steht exemplarisch für ein Unternehmen, dessen Wachstumspotenzial meiner Ansicht nach nicht beachtet wurde. Das Unternehmen hat drei Geschäftssparten, aber mich interessierte vor allem die Sparte Gesteins- und Mineralienverarbeitung. Ich wollte herausfinden, wie sich der starke Anstieg der Rohstoffpreise auf diesen Geschäftsbereich auswirken würde. Dazu habe ich die Wertschöpfungskette analysiert: Angefangen beim Auftragsbuch der Firma und der Frage, welchen Effekt die Investitionspläne der Rohstoffunternehmen wohl darauf haben würde. Danach die Analyse, wie der Rohstoffzyklus diese Pläne bestimmt, und schließlich, wie zusätzlich die Endnachfrage den Rohstoffzyklus beeinflusst. Nach Beantwortung dieser Fragen kam ich zu dem Schluss, dass der Kurs der Metso- Aktie das Ertragspotenzial der Mineraliensparte noch nicht angemessen widerspiegelte. Ich habe 2004 die Position in Metso aufgebaut, und seitdem ist die Aktie um über 200 % gestiegen.“

Nun die umgekehrte Frage: Wann verkaufen Sie einen Titel?

Scurlock: „Meine Gründe für einen Verkauf ergeben sich im Wesentlichen aus dem gesunden Menschenverstand: Wenn ein Kursziel erreicht ist, wenn ich bessere Anlagechancen sehe, wenn sich die Fundamentaldaten eines Unternehmens verschlechtern oder wenn es in der Führungsstruktur oder der Strategie eines Unternehmens zu Veränderungen kommt, die mir nicht gefallen.“

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Sie erwähnten makroökonomische Trends. Worum geht es hier genau?

Scurlock: „Nachdem ich das Portfolio Titel für Titel zusammengestellt habe, mache ich einen "Realitäts-Check", indem ich das Ganze noch einmal aus der "Top down"-Perspektive betrachte. Die Frage, die ich mir dabei stelle, lautet: Wenn ich an einen bestimmten Titel meine Einschätzung der makroökonomischen Trends – also etwa der Richtung der Zinsen oder struktureller Veränderungen in der Wirtschaft – als Kriterium angelegt hätte, würde ich ihn dann immer noch ins Portfolio nehmen wollen? Zwar habe ich bisher nur selten mein "Bottom-up"-Urteil infolge der Makroanalyse komplett geändert, ich halte es aber dennoch für sinnvoll, das fundamentale Research auf diese Weise zu ergänzen, da die "Bottom-up"-Argumente für das Investment dadurch zusätzliches Gewicht erhalten.
Beispielsweise habe ich beim Fidelity Euro Blue Chip Fund einmal eine Position in Anglo Irish Bank aufgebaut. Grundlage dafür war der Eindruck, dass der Markt nicht erkannt hatte, dass das überdurchschnittliche Wachstum des Unternehmens länger andauern würde als vorhergesagt. Dem stellte ich dann die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in Irland gegenüber. Die Wachstumsprognosen waren immer wieder angehoben worden, und genauso war es auch mit den Ertragsprognosen für Anglo Irish Bank. Somit war klar, dass die "Top-down"-Betrachtung das "Bottom-up"-Argument bestätigte.“

Wo liegen aus Ihrer Sicht momentan die größten Chancen in Europa?

Scurlock: „Ich glaube, die attraktivsten Gelegenheiten findet man zurzeit bei den Großunternehmen. Die kleinen Werte sind in den letzten Jahren sehr gut gelaufen. Deshalb haben ihre Bewertungen inzwischen ein Niveau erreicht, das den Eindruck vermittelt, es gäbe überhaupt keine Risiken. Das stimmt natürlich nicht. Umgekehrt sind die so genannten „Large-Caps“ so weit zurückgefallen, dass ihre Bewertungen enorm attraktiv erscheinen. Graham Clapp hat dies genauso eingeschätzt und die Gewichtung der großen Börsenwerte in den letzten Monaten dementsprechend erhöht. Damit bin ich als Einschätzung für die nahe Zukunft völlig einverstanden.
Wendet man den Blick zu den Anlagestilen, so hat "Value" in den vergangenen fünf Jahren in Europa weit in Führung gelegen. Dadurch sind die Unterschiede in den Kurs-Gewinn-Verhältnissen geschrumpft, und Wachstum wird nur noch mit sehr geringem Aufschlag honoriert. Ich denke, dieser Trend wird sich bald ändern, und ich gehe davon aus, dass mehr Titel der „Growth“-Kategorie auf meinem Radar erscheinen werden, wenn ich den Fonds im Januar übernehme.“


Zur Person
Mit Alexander Scurlock übernimmt einer der erfahrensten Fondsmanager von Fidelity die Leitung des Fidelity European Growth Fund. Alexander Scurlock ist bereits seit 1994 bei Fidelity. Nachdem er drei Jahre als Aktienanalyst tätig war, wurde er 1997 zum Director of Research ernannt. 1998 übernahm er als Fondsmanager das Management des Fidelity Euro Blue Chip Fund sowie die Aktienkomponente des Fidelity Funds – Euro Balanced Fund. Alexander Scurlock managt außerdem Gelder institutioneller Anleger in Europa. Alle bisher von ihm verantworteten Portfolios gehen in die Hände erfahrener Kollegen über, so dass er sich ab 1. Januar 2007 voll auf das Management des Fidelity European Growth Fund konzentrieren kann. Vor Beginn seiner Karriere bei Fidelity war Alexander Scurlock als Consultant bei der Unternehmensberatung Booz-Allen & Hamilton tätig. Er besitzt einen MBA der IMD Business School in Lausanne und einen MA in Metallurgie, Volks- und Betriebswirtschaft der Oxford University.


Datenquelle: Datastream, Berechnungszeitraum: März 2004 - Oktober 2006, in lokaler Währung. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge.

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